„High Hopes“ von Bruce Springsteen erschienen

Es gibt so Alben, die man als „Perlen“ im Schaffen eines Künstlers, die man als Meilensteine auffassen könnte. So ist das ja auch bei Bruce Springsteen. Ob das mit „High Hopes“ auch so ist, kann noch niemand sagen. Aber was man über das Album sagen kann: Es ist etwas besonderes. So etwas gab es bislang bei Springsteen noch nicht.

Wie nennt man Alben, auf denen übrig gebliebene Lieder, Probeaufnahmen und ähnliches zusammen gesammelt sind? „High Hopes“ ist ein solches. Es ist quasi ein Album, das eine Zusammenstellung der Lieblingsstücke der übrig gebliebenen Lieder des Rockers darstellt. Cover-Versionen, Outtakes und Neuaufnahmen geben sich die Klinke in die Hand.

Wenn man die Titelliste des Albums studiert, fallen einem sofort die Titel 3 und 10 auf. Da ist einmal das überwältigende „American Skin (41 Shots)“, das von Amadou Diallo erzählt, der von der Polizei erschossen wurde. Und da ist andererseits „The Ghost of Tom Joad“, das von John Steinbeck’s Romanfigur Tom Joad in seinem Roman „The Grapes of Wrath“ erzählt, wie er sich durch die USA quält.

Das Management von Bruce Springsteen hat unheimlichen Wirbel um das Album gemacht. Aber man kann nicht sagen, dass das Album nun etwas sonderlich gutes sein soll. Es soll mehr oder weniger eine Reflexion der vergangenen 10, 15 Jahre sein. Und die waren nicht immer besonders gut. Und so gerät „High Hopes“ in den Verdacht, eine bloße Resterampe zu sein.

Freilich ist Springsteen mit Resten immernoch um Meilen besser als manch anderer mit einem „Best Of“. Aber unterm Strich mutet das Album wirklich nur so an, als ob das einfach mal „gebrauchtes Material“ ist. Wenn ich sonst so ziemlich jedes Springsteen-Album in den Himmel heben würde, so kann ich dieses Werk nur bedingt empfehlen.

So ähnlich sehen das auch andere. Internationale Bewertungen vergeben 3 oder 4 von möglichen 5 Punkten / Sternen, je nachdem. Und der Blog „HeavyPop“ findet auch, dass das Album „krankt“, und zwar, weil das Material praktisch erstickt wird. Ist das nun eigentlich eine gute Idee vom Boss gewesen, ein solches Album zu veröffentlichen? Ich weiß nicht recht.

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