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Tschernobyl: Gedenkstatue und Sarkophag des Reaktors Tschernobyl-4 - By Mond (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons Tschernobyl: Gedenkstatue und Sarkophag des Reaktors Tschernobyl-4 - By Mond (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

30 Jahre Tschernobyl

26. April 1986: Prypjat, Ukrainische SSR. Bei einer geplanten Simulation eines vollständigen Stromausfalls kam es zu einer verheerenden atomaren Katastrophe. Sie gilt als die bis heute erste Katastrophe ihrer Art. Und sie machte einen ganzen Landstrich unbewohnbar, die Ernte nicht verzehrbar, stürzte halb Europa in eine atomare Krise. Und sie gilt als Warnung dafür, wie gefährlich Kernkraft ist. Heute jährt sich die Katastrophe zum dreißigsten Mal. Und viel hat die Welt daraus nicht gelernt.

Es war ein Versehen, was da stattfand. Man wollte einfach simulieren, wie sich der Reaktor 4 des Kernkraftwerks verhält, wenn es zu einem Stromausfall kommt. Allerdings hielt man sich nicht an Bestimmungen und Sicherheitsvorkehrungen. Zudem war Reaktor 4 ein Reaktor, der die Kernreaktionen mit Graphit abbremsen sollte. Man nennt so etwas „graphitmoderiert“. Hierfür gelten besondere Vorschriften, an die sich die leitenden Ingenieure nicht hielten.

Es kam dazu, dass im Reaktor die Leistung unkontrolliert anstieg. Und dies wiederum hatte zur Folge, dass der Reaktor explodierte. Die Erdatmosphäre wurde schwer kontaminiert. Es wurden gewaltige Mengen Caesium freigesetzt. Das Isotop hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren. Es folgte radioaktiver Niederschlag über der Ukraine, den nahen Regionen Russlands und Teilen Europas. Die Ernten wurden vielerorts aufgegeben. Und die Stadt Prypjat wurde rasch geräumt. Trotzdem spricht man von 8000 direkten und indirekten Toten.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl führte zu Lebensmittel-Engpässen in ganz Europa. Klar, niemand wollte das kontaminierte Obst und Gemüse verkaufen oder eben kaufen. Das war dann das Jahr, als es in der guten, alten DDR Obst und Gemüse im Überfluss gab. Auch Früchte, die man sonst niemals zu kaufen bekam, waren plötzlich verfügbar. Auch meine Eltern konnten damals einkaufen, was das Zeug hielt. Und mir haben sie das Alles vorgesetzt. Und was soll ich sagen? Überlebt haben wir in der DDR das Alles problemlos.

Die Folgen aus der Katastrophe waren natürlich eine Kontamination nuklearer Materialien, deren zerstörerische Kraft wohl dieser Tage erst langsam nachlässt. Die Langzeitfolgen waren zu dem Zeitpunkt nicht abschätzbar. Trotzdem hatte man weiter auf Kernkraft gesetzt. Erst durch die Fukushima-Katastrophe kam es zu einem Umdenken. Aber nach wie vor sind kritische Meiler am Netz und in Betrieb. Selbst, wenn sie problematisch sind, werden sie nur widerwillig abgeschaltet.

Es wird Zeit, dass die Atomkraft ein Ende hat. In diesen Tagen erinnert man sich an Tschernobyl. Und es kommen Bilder von Fukushima, Sellafield, Harrisburg und so weiter und so fort hoch. Aber man muss nicht so weit schauen, diese Sachen passieren auch vor der deutschen Haustür. Klar, Atomenergie gilt nach wie vor als das effektivste, um Strom zu erzeugen. Aber die Gefahren sind unübersehbar. Und deshalb sollten Kernkraftwerke der Vergangenheit angehören.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „30 Jahre Tschernobyl

  1. Zum ersten mal hörte ich von der Katastrophe im Radio auf einer
    Zugfahrt von Leipzig nach Stendal.
    Dorthin war ich mit Arbeitskollegen auf dem Weg zur geheimstem Baustelle der DDR. Dem geplanten KKW Stendal.
    Dort sollte 4 Reaktoren russischer Bauart entstehen.
    Da hat man sich schon so seine Gedanken gemacht.

    Auf Google Maps (Satellit) sieht man heute noch die Überreste. (linksseitig der Elbe nördlich von Arneburg)

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