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Der Eiffelturm in Paris - (C) Unsplash CC0 via Pixabay.de Der Eiffelturm in Paris - (C) Unsplash CC0 via Pixabay.de

Paris: Wenn der Fußball auf einmal egal ist

Es blieb niemandem verborgen: Paris, die Stadt der Liebe, die Stadt des Lichts, wurde gestern von einer schrecklichen Terrorserie getroffen. Ich bin tief erschüttert von den Geschehnissen. Und heute tritt irgendwie alles in den Hintergrund. Und es stellt sich die Frage, was die Zukunft so bringen wird. Ich möchte einfach meine Gedanken mal zu den Geschehnissen äußern. Politische Gedanken möchte ich weitgehend außen vor lassen. Das ist nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, dass ich immer mal wieder politisch schreibe. Aber hier geht es mir um etwas anderes.

Ein Freundschaftsspiel sollte es gestern Abend werden, als die „Equipe Tricolor“ und „Die Mannschaft“ im Stade de France aufeinander trafen. Es sollte ein Fußballfest werden. Soweit ich gehört habe, sollen um die 80000 in dem riesigen Stadion gewesen sein. Um die 20. Spielminute herum gab es einen großen Knall, den man auch im Fernsehen gut hören konnte. Meine Freundin und ich dachten an Feuerwerkskörper oder etwas ähnliches. Eine Weile später war es dann raus, dass es sich um eine Bombe handelte.

Insgesamt sollen 7 (in Worten: sieben!) Anschläge stattgefunden haben. Rund um das Stadion fanden die statt und in der gesamten Stadt. Bei einem Rockkonzert kam es zu einer Geiselnahme. Soweit man das zum Samstag-Vormittag, etwa 13 Stunden nach den schrecklichen Geschehnissen, sagen kann, sind wohl um die 150 Tote zu beklagen. Und niemand weiß, wie sich das Alles weiter entwickelt. Es wäre falsch, hier mit Hass und mit Schwarzmalerei zu reagieren. Aber trotzdem sei die Sorge gestattet, ob denn nicht noch mehr passieren kann.

Ich habe irgendwo mal vor einer Weile gehört oder gelesen, dass der Islamische Staat, der wohl für die Anschlagsserie verantwortlich sein könnte, eine Art Großoffensive gegen Europa starten will. Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber eigentlich dürfte klar sein, dass der Terror dieser Organisation nun im Herzen Europas angekommen ist. Wohin das noch führt, möchte ich mir ehrlich gesagt nicht ausmalen.

Ich wollte gestern Abend mit meiner Freundin einfach nur einen entspannten Abend vor dem Fernseher bei einem Fußballspiel, das nicht so wichtig war, verbringen. Dass auf einmal der Terror wie ein Dampfhammer zugeschlagen hat, konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnen, als das Spiel begann. Und wir haben danach viel geredet. Obwohl es nicht so ist, dass bei uns viel politisiert wird, haben wir doch darüber geredet, wie es nun weitergehen könnte. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Europa in eine denkbar düstere Zukunft schauen könnte.

Das ist für Syrien“ soll gestern von einem der Täter gerufen worden sein, als es zu der Geiselnahme und den dortigen Toten kam. Ist es das Engagement Frankreichs im Nahen Osten gegen den Islamischen Staat? Sind wir inzwischen so weit, dass Syrien derart instrumentalisiert wird? Die eine Großmacht unterstützt Präsident Assad, die andere will ihn stürzen, dazu der Kampf der „westlichen Mächte“ gegen den Islamischen Staat. War das eine Vergeltungstat, die da gestern Abend und in der Nacht in Paris stattfand? Was passiert als nächstes? Terror in London oder Rom oder Berlin?

Die gestrigen Anschläge bedeuten Wasser auf die Mühlen der Asylkritiker. Die behaupten nun allen ernstes, dass dies niemals passiert wäre, wenn die Flüchtlinge nicht nach Europa gekommen wären. Das ist genauso unsinnig und gefährlich wie falsch. Denn der Islamische Staat – so meine Vermutung – verübt Anschläge gegen die Menschlichkeit – Flüchtlinge hin oder her. Und wenn wir ehrlich sind, dann sind die syrischen Flüchtlinge exakt vor dem geflohen, was gestern in Paris passierte. Nur haben die das tagtäglich erlebt und nicht nur einmal.

Die Terroristen wollen Angst und Schrecken verbreiten und damit die „westliche Welt“ in eine Art Schockstarre versetzen. Das ist ihnen vergangene Nacht gelungen. Es darf aber nicht sein, dass es zu einem Dauerzustand wird. Man darf es nicht dabei bewenden lassen, die Anschläge zu verurteilen, obwohl das erstmal nicht falsch ist. Man muss europaweit zusammenstehen und dem Terror keine Chance lassen. Und an die Verschwörungstheoretiker sei gerichtet, dass nicht jeder Flüchtling automatisch ein Terrorist ist und deshalb auch die Flüchtlingshilfe weitergehen muss.

Ich denke, man darf jetzt nicht den Fehler machen und sich einigeln. Dann hat der Terror geschafft, was er wollte. Wenn die Angst siegt, ist deren Krieg gewonnen. Am besten wäre es jetzt, dass wir auf die Straße gehen und singen und tanzen. Man darf sich doch nicht von den Verrückten das Leben verbieten lassen. Machen Sie einfach mal mit:

Ich hätte noch etwas. Und zwar ein wunderschönes Lied, das von der Leichtigkeit erzählt, die man im französischen Süden findet. Wir sollten gleich mal weitersingen:

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 Gedanken zu „Paris: Wenn der Fußball auf einmal egal ist

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