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Sex im Luftschutzkeller

Es gibt sicher wenige Menschen, die auf Sex verzichten wollen. Das ist auch so, wenn die Zeiten denkbar schlecht sind. Wie handhaben die das? Es ist interessant zu beobachten, was sich manche Leute da denken. Und ganz schnell ist man der Meinung, die würden zum Sex in den Luftschutzkeller gehen.

Überall Kameras, Abhörstationen, was auch immer. Die Fernseher senden nicht nur, sie empfangen auch. Im Internet werden alle möglichen Daten mitgeschnitten. Jeder steht im Verdacht, irgendwen auszuspionieren. Solche Auswüchse haben eben die Überwachungsthemen, die da immer wieder in Umlauf geraten. War es dem „gemeinen Nutzer“ erst völlig egal, so wird er mehr und mehr sensibel dafür.

Das liegt aber auch daran, weil viele Quellen einfach mal so wild mit Behauptungen um sich werfen, scheinbar ohne diese Informationen dahinter verifiziert zu haben. Da werden diese Smartwatches wie die Apple Watch mal eben so hingestellt, dass diese Unterarm-Computer die Intensität und Häufigkeit der Sexual-Aktivitäten messen würden. Alles zum Wohle der Gesundheit. Aber immer unter der Überschrift der „Körperschnüffler“ oder so etwas.

Nein, also ich denke, so einfach haben es dann die Hersteller der Smartwatches dann doch nicht. Aber es gibt so viele Hinweise, wie böse und schlecht die Welt ist. Gestern lief der letzte Leipziger Tatort. Und dort wurde gezeigt, dass quasi an jeder Straßenecke irgendeine Kamera hängt. Quasi: Wachsamer Nachbar und dein Freund und Helfer, beide arbeiten zusammen. Und irgendwie hinterfragt das der Zuschauer ja gar nicht mehr. Man hat sich ja an die Kamera-Überwachung an neuralgischen Punkten gewöhnt, nicht wahr?

Woran man sich aber sicherlich nie gewöhnen wird, sind so Nachrichten, dass der Fernseher – genauer: ein SmartTV – auch mitlauscht und das gesprochene Wort umher schickt, und er eben nicht nur als Flimmerkiste arbeitet. Ich habe hier schon mal darüber philosophiert: Glückwunsch, dann nutzen Sie einfach nicht die Sprachsteuerung. Denn nur mit der kann der Fernseher überhaupt mithören. Nutzen Sie doch einfach die Oldschool-Fernbedienung. Das ist nicht hip. Aber so können Sie ruhigen Gewissens nackt vor dem Fernseher stehen und sich obszön mit dem Partner unterhalten, ohne dass der Fernseher rot wird.

Ehrlich, ich kann solche Debatten nicht nachvollziehen. Es ist alles irgendwie erklärbar. Wer Dinge nutzt, der muss dem Anbieter der Dinge irgendeine Gegenleistung liefern. Wenn ich Sicherheit will, muss ich damit rechnen, dass überall Überwachungskameras hängen. Wenn ich den Fernseher mit Sprachbefehlen steuern will, muss der die ja auch lernen und irgendwo speichern. Wenn ich umfangreiche Daten meines Körpers erhalten will, ohne ständig zu Ärzten zu rennen, dann muss ich die Überwachung auf der Smartwatch anschalten.

Aber wir stellen uns lieber hin und behaupten einen davon, dass man nun zum Sex in den Luftschutzkeller gehen muss. Stellen Sie sich mal das Gedränge vor! Nein, dann würden Sie doch lieber ein paar Dinge ausschalten, nicht wahr?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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