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YAHOO! - von Munhuu94 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons YAHOO! - von Munhuu94 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Yahoo spionierte auf Geheiß der Geheimdienste jahrelang die Nutzer aus

Jetzt wird es finster rund um Yahoo. Nach der Bekanntgabe eines massiven Datenklaus wurde nun bekannt, dass man jahrelang die Nutzer ausspioniert hat. Heimlich, still und leise machte man sich daran, alle Emails aller Nutzer zu scannen, zu lesen, auszuwerten und zu speichern. Mit einem selbst geschriebenen Tool haben sie das gemacht. Wer jetzt immernoch Nutzer von Yahoo-Diensten ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Aber wir haben ja alle nichts zu verbergen, nicht wahr?

Wie bekannt wurde, hat es Yahoo fertig gebracht, in allen Emails der Nutzer nach einer bestimmten Folge von Zeichen zu suchen, zum Beispiel ein Wort oder ein Satz. Auf Anfrage von Geheimdiensten hat das Unternehmen ein Programm entwickelt, das es ermöglichte, alle Emails durchsuchbar und für die Geheimdienste abrufbar zu machen. Das Schlimme an der Geschichte ist dann noch dazu, dass das Alles in Echtzeit ablief. Es heißt, dass es sich um alle gesendeten und empfangenen Emails handelte.

Das Tool, was da in Rede steht, wurde innerhalb des Unternehmens derart geheim gehalten, dass nicht einmal der damalige Sicherheitschef irgendetwas ahnte. Als es ihm dann bewusst wurde, verließ er Yahoo und heuerte bei Facebook an. Ich halte das für eine ausgemachte Sauerei, die da der US-amerikanische Internet-Konzern da veranstaltet hatte. Denn Yahoo hätte durchaus gegen das Ersuchen der Geheimdienste ankämpfen können. Haben sie aber nicht. Und nun?

Mir stellt sich nun die Frage, wie das Alles zu bewerten ist. Und steht das Alles in irgendeinem Bezug zum oben verlinkten Datenklau? Es ist ja nicht einmal klar, wonach die Geheimdienste suchten. Es ist nur klar, dass das Alles im Einklang mit einer US-Regierungsverordnung geschah. Und dann kam gestern Edward Snowden um die Ecke und twitterte das da:

Er ermunterte die Nutzer, sofort die Accounts bei Yahoo zu schließen, weil ja Yahoo so schlimm ist. Aber mal ehrlich: Welcher kostenlose Email-Dienst ist denn anders unterwegs? Vor allem die Dienste aus den USA sind immer mit Vorsicht zu genießen. Ob es nun also Google Mail / GMail, Hotmail / Outlook / Live oder sonst ein kostenloser Dienst von Microsoft ist, oder halt Yahoo: Die mussten sich alle den US-Behörden anbiedern. Von Microsoft ist halt bekannt, dass sich das Unternehmen angeblich gewehrt hat. Aber keiner ist besser als Yahoo, das muss klar sein.

Und ich wette mit Ihnen, dass auch die deutschen Anbieter mit Behörden zusammen arbeiten müssen. Ich wette mit Ihnen, dass GMX / Web.de oder T-Online.de oder was auch immer auch nicht anders arbeiten, als Yahoo und Co. Am Ende müssen wir eben einfach mal festhalten, dass eine Email immer wie eine Postkarte ist, die unverdeckt die Informationen vom Sender zum Empfänger bringt. Wer etwas anderes behauptet, lügt sich in die Tasche. Der einzige Schutz soll Verschlüsselung bringen. Aber am Ende müssen wir halt festhalten, dass Emails niemals sicher sind.

Aber kann der Datenklau mit dem Scan der Emails im Zusammenhang stehen? Beides ist bei Yahoo bekannt geworden. Beides hat etwas mit Datenschutz und Sicherheit zu tun. Ich bin mir da nicht sicher. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn das so ist. Mich würde es nicht überraschen, wenn die Daten bei der Implementierung der Spionage-Software erst in unbefugte Hände geraten sind und dann – wenn man schon mal Zugriff hat – sorgfältig gescannt wurden. Ich glaube, deshalb ist Yahoo untragbar und gehört geschlossen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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