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Gitarre - (C) Unsplash CC0 via Pixabay.de Gitarre - (C) Unsplash CC0 via Pixabay.de

29 Jahre „This Corrosion“ von The Sisters of Mercy

Es gab relativ wenige Rock-Nummern, die mich mehr geprägt haben, als dieser Kracher aus dem Herbst 1987. Das Lied ist eine Parodie auf Rocker-Unsinn. Das ahnten aber viele zu dem Zeitpunkt damals nicht. „This Corrosion“ ist die zentrale Nummer im Schaffen von Andrew Eldritch und stammt aus dem Album „Floodland“. Und was ich zu dem Lied zu sagen habe, werde ich noch aufschreiben.

„This Corrosion“ geht zurück auf den schwelenden Konflikt zwischen den Bandmitgliedern der ersten Formation „The Sisters of Mercy“. Dieser führte zur zwischenzeitlichen Auflösung. „THIS CORROSION“ ist ein imaginärer Liedtitel eines Liedes, das jemand anderes für ihn singen soll. Eldritch ersann die imaginäre Band und ließ sie all den Unsinn singen wie „Hey now, hey now now, sing für mich diese Korrosion“. Das Lied sollte nie irgendeine Bedeutung haben, es sollte nur gut klingen.

Und ehrlich: Das tut es. Bis heute. Laut, brachial, bombastisch. Und genauso groß, wie das Lied ist, so groß ist auch das Video. „This Corrosion“ stellte alles in den Schatten, was britische Musik zur damaligen Zeit an Video-Budget hatte. Satte 50000 britische Pfund kostete das Video. „This Corrosion“ muss man sich komplett als Zitat vorstellen, und somit ist auch das Video als Zitat zu verstehen. Eine Denkweise, die in der Welt der chartstauglichen Musik nicht so sehr verbreitet ist.

Und so satt, wie das Lied an sich ist, so satt, wie auch das Video ist, so satt war die gesamte Produktion. Denn der Produzent der gesamten Chose war kein geringerer als Jim Steinman, der grandiose Welterfolge mit Meat Loaf, Barry Manilow, Bonnie Tyler oder Barbra Streisand gefeiert hatte. Es konnte bei diesem Lied einfach nicht kleiner sein.

Man hätte Andrew Eldritch durchaus Größenwahn vorwerfen können. Aber mit „This Corrosion“ machte er sich zum Helden einer ganzen Generation. Es gab damals bei uns keine Party, auf der nicht das Lied lief. Und diese Gothic-Rock-und-Dark-Wave-Hymne konnte nur in der ganz langen Version gefeiert werden. Wie gesagt: Kleiner ging es nicht bei diesem Lied. Aber ernsthaft: Lesen Sie sich mal den Unsinn durch, den Eldritch hier in dem Text verwurstet hatte:

Nun lassen wir ihn aber mal seinen Unfug singen, plappern, was auch immer. Begleitet wird das Ganze mit Gitarren, Drum Computer, Keyboard und einem 40-stimmigen Chor. Und dann sagen Sie mir mal: Ist das nun großartig oder nicht? Der Text ist kompletter Blödsinn, aber es ist eine absolute Hymne der 80er Jahre, eines der schrägsten Jahrzehnte der Musikgeschichte.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

6 Gedanken zu „29 Jahre „This Corrosion“ von The Sisters of Mercy

  1. Ich lese ja schon einige Zeit in Deinem Blog und weiß daher dass Du auch UNHEILIG kennst und durchaus
    gut findest. Der Graf hat am Anfang seiner Karriere eine Cover- Version dieses Stückes gemacht.
    Erschienen auf der Bonus- CD des zweitem Albums „Phosphor“. Eine Rarität, von der ich jetzt nicht weiß ob die nochmal irgendwo „nach geprest“ wurde. Vermutlich aber doch, denn seit seinem Wechsel zu Universal
    wird ja alles 3- 5 fach zu Geld gemacht.

  2. Ja wie immer,früher war alles besser.
    Ich finde immer noch das Album „Moderne Zeiten“ als Höhepunkt.
    Alles danach ist keine schlechte Musik! Für deutschsprachiges sogar herausragend.
    allerdings eben nicht mehr das was man gewöhnt war.

    Du hast eine Mail von mir.
    Ist aber andere Adresse als hier.

      1. Spiegelbild ist mir bekannt und da gebe ich Dir recht, ein starkes Stück was sehr persönlich ist.
        Wie eigentlich immer wieder auf jedem Album so was zu finden ist.
        Na mal schauen es soll noch ein abschiedsalbum geben.
        Ich hoffe das der Graf sich nochmal mehr zu seinen Wurzeln bekennt und nicht noch ein weich gespültes Werk abliefert.
        Habe eigentlich fast alles von Unheilig.
        Außer die Live- Alben und Videos.

  3. Kleiner Irrtum, das Album war „Das 2. Gebot“.
    Übrigens kannte ich das Original gar nicht, Song kam mir nur bekannt vor wegen des Titels
    und wusste dann auch gleich woher.

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