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Gedankenlos

Sie kennen das sicher: Bevor man irgendetwas neues anfangen kann, muss man das bisherige abgeschlossen haben. Es ist schlichtweg nicht denkbar, ein neues Projekt, einen neuen Lebensabschnitt oder was auch immer zu beginnen, wenn noch irgendwelche offenen Sachen vom davor liegenden herumschwirren.

Ich fühle mich gerade so richtig schön gelöst. Nein, nicht wegen des Alkohols, sondern weil mir in dieser Nacht so einige Dinge von den Schultern gefallen sind. Alkohol löst ja nichts, es schiebt alles nur vor sich her. Warum soll dann also der für meine gelöste Stimmung verantwortlich sein?

Ich gehe neuerdings wieder am Wochenende weg, wenn es meine Zeit und meine Lust erlauben. Und ich habe da seit langer Zeit einen Club in Leipzig in mein Herz geschlossen, über den ich noch gesondert schreiben werde. Bei dem gesonderten Artikel stehe ich im Kontakt mit der Geschäftsführerin des Clubs und werde mich eng mit ihr abstimmen. Das passiert im Laufe der nächsten Zeit.

Tja, und wenn ich mich in diesem Club herumtreibe, dann hocke ich nicht einfach so in der Ecke rum und trinke einen nach dem anderen. Nein, ich war immer schon gern tanzen. Man mag mich deshalb vielleicht auslachen, aber das ist nun einmal so. Das sieht dann vielleicht auch etwas ungelenk und komisch aus. Aber das ist mir völlig egal. Und dort in diesem Club ist so etwas auch völlig egal.

Naja, jedenfalls war ich runde 5 Stunden in dem Club. Und ich war fast die ganze Zeit in Bewegung. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein, wenn es am Spieß vor sich hin gart. Und mit dem Schweiß tropfte Stückchen für Stückchen mein altes Leben aus mir heraus. Und ich habe mich trotz meiner sicheren 100 kg Lebendgewicht leicht gefühlt. Das war alles wie in einem Film.

5 Stunden, in denen mir keine Gedanken kamen. 5 Stunden, in denen ich mich nicht wie 40, sondern wie vielleicht 10 oder 15 Jahre jünger gefühlt habe. Eher noch jünger. Denn ganz plötzlich war es so, als trüge ich keinen Sack voller Scherben meiner letzten 14 Jahre mit mir herum. Alles war weg. Ich war gedankenlos.

Und da ich momentan zwar als Single unterwegs bin, mir aber nicht gleich wieder irgendwen anlachen möchte, sind solche Abende derzeit völlig anders als früher. Ich kam gar nicht auf die Idee, irgendwo herumzubaggern. Und ich denke, genau deshalb habe ich hier und da locker Bekanntschaften geschlossen. Mittlerweile bin ich gut aufgenommen in der Großfamilie in dem Club. Und das hat mir ein sehr gutes und unbeschwertes Gefühl gegeben.

All das, womit ich mich seit einigen Wochen herumschlage, alle offenen Fragen, wieso sich das Erlebte genauso zugetragen hatte, all das war ausgeblendet. Wie gesagt, ich war völlig gedankenlos. Liebe Leser, das ist ein wunderbares Gefühl. Und so etwas macht irgendwie auch stark. Und, wie ich mitbekam, macht es auch interessant, weil man sehr selbstsicher auftritt.

Ich bin mit mir im Reinen. Ich weiß, dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten immer alles gegeben habe. Das war nur nicht gut genug. Warum soll ich mich also mit solchen Gedanken weiter belasten? Sie führen zu nichts. Da genieße ich lieber solche durchtanzten Nächte, auch wenn ich das restliche Pfingst-Wochenende mit Muskelkater zu kämpfen haben werde. Aber he, das war es mir wert.

Bildquelle: Gedankenlos – free picture by placardmoncoeur via morgefile.com

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Gedankenlos”

  1. Ich lese ja schon eine Weile mit und freue mich das du endlich mal die Sau rausgelassen hast!

    Ich bin heute vermutlich dann endlich aus den Krankenhaus raus weil mein Sohn nun fast 10 erbrochen hat und rate auf was ich mich freue? Baden mit den Drillingen im Pool. Einfach Sau rauslassen. Grillen, Bier und einfach nigs machen.

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