Klimakrise: Wann kommt die Ernsthaftigkeit?

Wann machen wir denn eigentlich wieder das mit der Ernsthaftigkeit, wenn wir über die Klimakrise reden? Ja, Krise, nicht einfach nur Wandel. Mit einem „Früher ging es doch auch“ kommt ja kein Mensch weiter. Deshalb müssen wir uns mal darüber unterhalten, was wir jetzt als nächstes machen. Ich will gar nicht so laut mit dem Artikel herum schreien, das machen genügend andere. Also schauen wir mal nach der Klimakrise.

Warum Klimakrise und nicht Klimawandel?

Wir schauen jeden Morgen aus dem Fenster, um zu sehen, wie das Wetter zum Zeitpunkt ist. Was soll ich anziehen? Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, dann sehe ich, dass das saftige Grün der Wiese vor unserem Haus schon den zweiten oder dritten trockenen Sommer erlebt und immer farbloser wird. So etwas in der Art erleben Sie ja auch. Habe ich Recht?

Wir sehen also, dass sich irgendwas tut. Das Klima ändert sich. Darüber gibt es sicher keine zwei Meinungen. Die spannende Frage, die alles mögliche aufhält, ist die Frage, wie viel davon menschgemacht ist. Je weniger der Mensch dafür kann, desto mehr ist es ein Klimawandel. Je mehr der Mensch schuld ist, desto mehr ist es eine Klimakrise.

Der Duden erzählt uns beim Wort „Krise“ davon, dass es unter anderem die Zeit für einen Wendepunkt einer gefährlichen Situation ist. Und wenn man wie ich letztes Jahr in den Hochharz schaut, dann wird einem klar, dass sich irgendwas ändern muss, will man diese Situation entschärfen. Und ja, natürlich: Der Mensch muss in jedem Fall seinen Beitrag leisten.

Denn hier las ich einen interessanten Aspekt zum Thema: Das Klima wandelt sich seit eh und je. Das ist nichts besonderes. Klimawandel gab es demnach schon immer. Das Klima wurde aber durch den Menschen und seine Industrialisierung in einer Krise gestürzt. Und deshalb können wir durchaus von einer Klimakrise reden. Ich weiß nicht, wie Sie das sehen. Aber ich halte das für eine valide Argumentation.

Von der Klimagretel bis zu den Verbotsgrünen: Wann ist die Ernsthaftigkeit?

Die Klimagretel ist Ihnen bestimmt schon mal untergekommen. Greta Thunberg, das schwedische Mädchen, das zum „Skolstrejk för Klimatet“ aufgerufen hatte, woraus sich „Fridays for Future“ entwickelt hatte. Was wird auf ihr herum gehackt! Natürlich hat sie nicht ganz unrecht, dass das Klima sich ändert, weil der Mensch die Umwelt kaputt macht.

Und natürlich haben auch die Kritiker Recht, die sagen, dass die Kids lieber in die Schule gehen sollten und wirksame Technologien erfinden sollen, die das Klima nachhaltig verbessern. Aber wir haben halt das Wort Klimagretel in der Welt. Das spielt in der gleichen Mannschaft wie die Moslemmerkel. Und ich halte davon nichts.

Auf der anderen Seite haben wir die Verbotsgrünen. Das ist ungefähr das Gleiche wie die Klimagretel. Was hört man immer mal wieder? „Die Grünen wollen das Autofahren verbieten“ oder so etwas in der Preislage. Und sie würden sich ja selbst nicht an ihre Ideale halten. Was mich halt wundert, ist die Richtung, aus der da solche Wortmeldungen kommen.

Wie dem auch sei, können wir mal in Sachen Klimakrise zurück zu mehr Ernsthaftigkeit finden? Ich meine, es ist doch klar, dass die Elektromobilität so, wie sie derzeit ist, aufgrund der unsäglichen Lithium-Gewinnung keine Alternative zum Verbrennungsmotor darstellen kann. Ich würde es mir wünschen, aber nicht auf diese Art und Weise. Und darüber müssen wir reden.

Fossile Energie loswerden, aber wie?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder tönte vollmundig einen daher, dass man die Braunkohle noch schneller loswerden muss als bisher geplant. Der erste reflexartige Gedanke war: „Donnerwetter, bei einer starken grünen Opposition wird selbst Söder grün“. In Wahrheit ist das aber dummes Zeug, was er da erzählt.

Bayern hat nicht ein Braunkohlerevier, wäre also nicht davon betroffen, wenn jemand die Braunkohletagebaue verbieten würde. Insofern denkt er sich: „Was geht mich fremdes Elend an?“ – Aber: Die Strukturbeihilfen in Höhe von 40 Milliarden Euro sollen nicht einfach so den betroffenen Revieren zugute kommen, sondern der Ökostrom-Forschung – auch in Bayern.

Das soll er mal den zig tausend Werktätigen in der Braunkohle und Zulieferindustrie erklären. Und dann ist es ja so, dass wir ja nicht auf einer Insel leben. Die tschechischen und polnischen Stinker bleiben deshalb ja trotzdem. Deshalb kann es doch nur eine europäische Lösung geben. Und die kann nicht so einfach sein. Oder wie stellt sich das Söder so vor?

Und so verhält sich das mit Verbrennungsmotoren. Es ist gut und richtig, dass man das Ende anstrebt. Aber ich habe es bereits ausgeführt, wieso das nicht so einfach ist. Und andere Alternativen finden gleich gar nicht statt. Wenn aber angeregt wird, dass man nicht so weitermachen kann, dann wird man schnell zum Verbotsgrünen. Aber warum eigentlich?

Jeder kann seinen Teil beitragen

Ich habe da ja eine simple Idee. Wie ich bereits zur digitalen Landwirtschaft schrieb: Auf der Erde leben rund 7 Milliarden Menschen. Spart jeder Mensch täglich einen Tropfen Wasser ein, wären 7 Milliarden Tropfen Wasser pro Tag übrig, um Felder zu bewässern. Klingt einfach, ist sicherlich aber utopisch. Aber unterm Strich kann wirklich jeder etwas dazu beitragen.

Wenn die Kids freitags zu „Fridays for Future“ gehen und Selfies davon mit dem iPhone zu Instagram laden, ist sicherlich niemandem geholfen. Noch weniger, wenn sie dann von den Eltern mit dem dicken SUV abgeholt werden. Diese Berichte gibt es ja, die kann mal also nicht einfach ignorieren. Es muss also anders gehen, so positiv das ist, dass man nun auch von einer Klimakrise redet.

  • Wir sollten vielleicht öfter einen Kerzenabend statt der Festtagsbeleuchtung machen.
  • Sprit sparen kann auch jeder.
  • Computer können nachts ausgeschaltet sein.
  • Nicht jedes soziale Netzwerk muss alles wissen.
  • Spam-Mails sind eine unglaubliche Umweltbelastung.
  • Nicht jeder Weg muss mit dem Auto gemacht werden.

So gibt es viele Beispiele, wie Kleinigkeiten dazu beitragen, dass die Umwelt weniger belastet wird. Ich habe hier im Artikel Links zu Ecosia hinterlegt. Mit Sponsoren ermöglicht diese Suchmaschine das Pflanzen von Bäumen. Laut einer Studie sind Bäume immernoch die beste Maßnahme gegen die Klimakrise. Das tut nicht weh, und jeder kann da was machen, oder?

„Dann macht doch sofort eure Blogs aus!“

Wenn ich das immer lese! Ich schreibe immer wieder über Themen wie Nachhaltigkeit. Solche Reaktionen wie die Zwischenüberschrift habe ich schon bekommen. Vermutlich fahren diese Leute riesige Diesel-SUVs mit Schummel-Software und haben sonst so Hobbys, mit der sie die Umwelt belasten. Aber auf die dämlichen Blogger schimpfen.

Mein Auto stößt laut Hersteller 114 g/km CO2 aus. 30 g/km weniger als sein Vorgänger. Und eures? Ich glaube, das werden die neuen „Schwanzvergleiche“ werden. Und was meinen Blog betrifft: Ich kippe das ja nicht zu Facebook, damit dort noch mehr umweltschädliche Werbung ausgespielt wird. Ich schreibe das hier in meinen Blog, der bei einem Hoster läuft, der für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde.

Ja, wir sollten alle vor der eigenen Haustür kehren. Mit „Klimagretel“ und „Verbotsgrünen“ hat noch niemand den Besen in die Hand genommen. Und wir werden die Klimakrise noch verschlimmern, wenn wir damit fortfahren, allen anderen den schwarzen Peter zuzuschieben. Das ist der einfachste, aber unglücklichste Weg. Aber niemand hat gesagt, dass der gesellschaftliche Wandel einfach werden würde. Aber wir müssen damit wirklich anfangen.

Ein Kommentar

  1. In unserer Tageszeitung stand die Woche ein Artikel, in dem Förster ein klimabedingtes, trockenheitsbedingtes Waldsterben in Spessart und Odenwald beklagen. Auch bei uns vor Ort gibt es ein Waldstück, bei dem bereits erkennbar die Bäume braun werden.
    Und da sprach gestern ein örtlicher Stadtrat zu mir, dass er alles mögliche richtig fände. Aber das mit dem Klimawandel sei ein Blödsinn.
    Es ist erstaunlich, wie ein menschliches Gehirn arbeiten kann.
    LG Sabienes

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