Leipzig-Ecken: Kulkwitzer See

Der Hochsommer ist ausgebrochen. Und wie es sich gehört, bevölkert man in einer Großstadt dann die umliegenden Seen. Der wohl bekannteste – weil am längsten vorhandene – See des Großraums Leipzig ist der Kulkwitzer See. Und mit dem geht meine kleine Serie „Leipzig-Ecken“ weiter.

Der Kulkwitzer See entstand aus zwei Tagebau-Restlöchern. Im Bereich Leipzig – Lausen – Markranstädt – Kulkwitz wurde zwischen 1937 und 1963 Braunkohle abgebaut. 1963 wurden die Restlöcher dann geflutet. Und im Jahr 1973 ging dann das Naherholungsgebiet in den Regelbetrieb und erfreut sich seither allergrößter Beliebtheit. Vor allem das riesige Einzugsgebiet Leipzig-Grünau fördert große Scharen von Besuchern an den Strand am westlichen Stadtrand.

Aber das ist nicht das Einzige, was den See ausmacht. Das Foto wurde am Lausener Strand geschossen. Eine recht ursprüngliche Vegetation zeichnet dieses Gebiet aus. Und gegenüber, am anderen Ufer, ist der See dicht besäumt mit Bäumen, Sträuchern und viel Grün. Da der See einen sehr natürlichen Charakter hat und nicht komplett mit Strand versehen ist, behält er sich einen sehr eigenen Charme.

Die Wasserqualität des Sees ist außerordentlich gut. Zumindest jetzt, Anfang Juli. Der Bereich rund um den viel bevölkerten Badestrand am Rand von Grünau ist aufgrund der hohen Belegung allerdings nicht ganz so hochwertig, wie die Bereiche, in denen sich seit 40 Jahren natürliche Vegetation entwickeln konnte. Trotzdem kann man von einem sauberen Gewässer reden, wenn man den „Kulki“ am Wickel hat.

Jährlich finden am See etliche Veranstaltungen statt, unter anderem ein sehr beliebtes Seefest, das weit über die Grenzen der unmittelbaren Nachbarschaft Leipzigs hinaus bekannt ist. Dank des Sees zählen die Unterkünfte im Umkreis Jahr für Jahr in etwa 35000 Übernachtungen. Die Bewirtschaftung erfolgt durch einen Zweckverband, dem die Stadt Leipzig und die Kleinstadt Markranstädt angehören.

Nicht nur die einzigartige Vegetation rund um den See, auch die Unterwasserpflanzen und die gute Sicht machen den See außerordentlich beliebt. So gilt der Kulkwitzer See als sehr gern besuchtes Ziel von Tauchern. Und die kommen teilweise aus halb Europa an den See. Das merkt man auch, wenn man sich unter den Gästen des Sees umsieht.

Für die Region hat der See einen unschätzbaren Wert. Das Ziel des Zweckverbands ist es, den See so lang wie möglich in dieser enorm guten Qualität, die sogar weit über der Qualität der bekannten neuen Seen, Cospudener See oder Markkleeberger See, liegt, aktiv zu halten. Dafür wird einiger Aufwand betrieben. Man sieht die Maßnahmen nicht, sie sind aber dennoch sehr wirkungsvoll.

Der „Kulki“ ist in jedem Fall einen Besuch wert. Die gut ausgebaute Fahrrad-Infrastruktur lädt dann noch dazu ein, das Auto einfach stehen zu lassen. Und was wäre der Sommer in Leipzig ohne diesen See?

Bild: Kulkwitzer See nahe Leipzig-Lausen – Henning Uhle

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3 Kommentare

  1. Danke für den guten Tipp! Leipzig hatte ich bislang als Ausflugsziel noch gar nicht auf dem Schirm. Aber wie ich deinen Bericht so lese bekomme ich Lust auf eine Fahrradtour in dieser schönen Ecke!

    Viele Grüße aus Limburg

    Jörg

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