Leipzig: Platz der friedlichen Revolution und die Kosten

Es hat ja nicht lang gedauert. Die Deutsche Bahn, die den Citytunnel in Leipzig baut, hat sich zu Wort gemeldet und zusätzliche Kosten geltend gemacht. Und die können durchaus etwas höher ausfallen.

Logo der Deutschen Bahn – gemeinfrei aus Wikipedia

Ich habe ja erst darüber geschrieben, dass Leipzig ein Einheitsdenkmal erhält. Und dieses soll auf dem „Platz der friedlichen Revolution“ aufgestellt werden. So weit, so gut. Oder passt hier besser „So weit, so undurchdacht“?

Bislang sind ja einige Entscheider im Rausch des genehmigten Einheitsdenkmals. Und dabei kann man schon einmal vergessen, dass da eventuell jemand dazwischenruft und meint, dass da zusätzlich Kosten auflaufen. So ist es aber gewesen.

Die Stadtverwaltung pocht darauf, dass der Wilhelm-Leuschner-Platz in „Platz der friedlichen Revolution“ umbenannt werden soll. Nun müssen die Straßenbahn- und Citytunnel-Stationen natürlich mit der örtlichen Situation zu tun haben, weshalb sie auch umbenannt werden müssen.

Bei der Straßenbahn soweit kein Problem. Die nennen einfach die Haltestelle in der Programmierung anders und stellen neue Schilder auf. Dann klopft man sich auf die Schulter und beglückwünscht sich zu diesem großartigen Job.

Karte des Citytunnels – gemeinfrei aus Wikipedia

Bei der Deutschen Bahn sieht der Fall schon etwas anders aus. Würde die Tunnelstation umbenannt werden, müsste praktisch das gesamte Schienennetz der Deutschen Bahn neu durchgerechnet werden. Es geht dabei um Plan- und Bestandsunterlagen, die auf Jahre hinweg gelten sollen und in hundertfacher Ausfertigung vorliegen dürften. Diese Dokumente müssen alle überarbeitet und neu gedruckt bzw. veröffentlicht werden.

Es soll wohl auch etliches an Software geben, die bereits auf den Leipziger Citytunnel abgestimmt ist. Die müsste auch komplett überarbeitet werden. Sicher durch eine Art „Suchen & Ersetzen“, aber dann eben im Programmiercode.

Die Deutsche Bahn erklärt klipp und klar, dass solche Namensänderungen immer mit organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden sind, dass alle Planungen derzeit auf „Wilhelm-Leuschner-Platz“ hinauslaufen und dass Änderungen nicht so ohne weiteres eingepflegt werden können.

Aus den Gründen, dass die vielen Dokumente ja schon vorliegen und Software-Änderungen Kosten vorliegen, ist dwie Aussage der Deutschen Bahn durchaus nachvollziehbar. Daher wäre vielleicht darüber nachzudenken, ob der „Platz der friedlichen Revolution“ nicht woanders erbaut werden kann.

Ich denke, anhand der schlüssigen Argumentation der Deutschen Bahn ist zu sehen, dass hier die Leipziger Stadtverwaltung – wie so oft – nicht weit genug gedacht hat.

Die Meldung aus der Leipziger Volkszeitung können Sie übrigens hier noch einmal nachlesen.

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