Leipziger Eisenbahn: Verbindungsbahn Plagwitz-Connewitz

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Ja, die Leipziger Eisenbahn hat eine riesige Tradition. Man kommt sich immer wieder so vor wie bei Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer im Lummerland. Denn wenn sich Leipzig immer wie eine Insel der Glückseligen aufspielt, dann ist das ja wohl hier die Insel mit zwei Bergen und den Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr.

Was habe ich denn nur mit der Leipziger Eisenbahn?

Ich schreibe gern darüber, was es hier in der Region – oder genauer: hier in der Stadt – an Bahnstrecken gab und gibt. Ob das nun die uralte Waldbahn ist, an die ich mich erinnere, oder die abgebaute Bahn ins Rippachtal, ist eigentlich egal. Die Leipziger Eisenbahn lädt immer wieder zu einer Art Schnitzeljagd ein. Das ist spannend und macht Spaß.

Wenn man sich mal so beliest, was es alles an Strecken der Leipziger Eisenbahn gab, staunt man nicht schlecht. Da sind Strecken dabei, an die kann sich kein Mensch mehr erinnern, weil kaum jemand mehr lebt, der diese Strecken noch in Betrieb erlebt hat. Und so schauen wir mal nach der Verbindungsbahn Plagwitz-Connewitz. Die ist so ein Beispiel.

Einmal quer durch den Wald

Sie ratterte durch den südlichen Auewald. Eigentlich begann sie an der Ladestelle Lindenau am Hafen (links oben in diesem Bild) und führte an den Industriebetrieben im Leipziger Westen vorbei. An der Baumwollspinnerei vorbei führte dieser Teil dann zum Industriebahnhof Plagwitz. Und dort begann die eigentliche Strecke.

Wenn man bei „Sachsenschiene“ vorbeischaut, sieht man, dass die Strecke mehr querfeldein verlief. Die Strecke führte über die Weiße Elster, über das Flüsschen Rödel, über die Paußnitz und die Pleiße. Sie kam an der Bornaischen Straße heraus und endete im Bahnhof Connewitz. Neben der Tatsache, dass es einmal quer durch den Wald ging, stellen wir auch fest, dass es jede Menge Bahnübergänge in Schleußig gab.

Wenn Sie sich Google Maps an dieser Stelle öffnen, sehen Sie das Gebiet, durch das die Leipziger Eisenbahn diese Strecke gepflügt hatte. Eine genaue Streckenbeschreibung habe ich bei Regio-Schiene gefunden, wo auch oben das Artikelbild herstammt. Die Rödel gibt es schon etliche Jahrzehnte nicht mehr. Und die Bahnstrecke wurde auch schon vor fast 100 Jahren stillgelegt.

Zukunftsaussichten?

Nein, für diese Verbindungsbahn gibt es keine Zukunft. Die Leipziger Eisenbahn prügelte die Strecke damals durch den Auwald, der heute ein Naturschutzgebiet ist. Dort kann man nicht einfach anfangen, neue Gleise durchziehen. Außerdem wird niemand die Gleise wieder durch Wohngebiete bauen.

Und selbst wenn: Welchen Nutzen hätte so etwas? Parallel dazu in einiger Entfernung würde sich die Waldbahn befinden, deren Gleise ja immernoch instand sind. Ein paar Sanierungsarbeiten müssten geschehen, aber diese Strecke wäre sinnvoller als diese längst vergessene Verbindungsbahn.

Die Waldbahn wird scheinbar auch auf Vordermann gebracht. So wurden im Jahr 2018 Brücken der Strecke erneuert. Das wäre unvorstellbar mitten im Wald. Zumal wir das empfindliche Gebiet im Apitzsch haben. Dennoch fand ich es interessant, von der Strecke mal gehört zu haben.

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