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Unglaubliche Behauptung: „Rain man“ das Böse?

Nein, ich will mich nicht zu sehr aufregen. Und eigentlich kenne ich mich mit dem Thema auch nicht aus. Aber ich habe etwas gelesen und muss mich dazu äußern. „SPIEGEL ONLINE“ – ich verlinke bewusst nicht – ist der Meinung, das Massaker in Newtown in den USA an einer Schule, bei dem knapp 30 Menschen ums Leben kamen, wurde von einem Autisten verübt. Wie so manche andere Tat auch. Schnell sind Raster geknüpft. Und doch ist es falsch.

Einer der besten Filme der Kinogeschichte ist das Drama „Rain man“, in dem Dustin Hoffman einen Autisten spielt. Nach Wikipedia-Angaben wird der Autismus von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Bei dem Massaker an der Schule soll der Täter laut SPIEGEL „an Asperger leiden“.

Entschuldigung, Asperger – das klingt so, als würde der Patient Feuer spucken. Nein, der Patient mit Asperger ist nicht dazu in der Lage, auf nicht ausgesprochenes zu reagieren. So entnimmt man es ebenfalls der Wikipedia.

Was man beiden Wikipedia-Artikeln auch entnimmt: Autisten sind NICHT gefährlich. Genau dies lässt aber der SPIEGEL-Artikel durchblicken. Der Artikel bringt Newtown mit dem Serienvergewaltiger Pommerenke in Verbindung, und der Grundton sagt eben aus, dass man sich vor den bösen Autisten in Acht nehmen soll.

Wie schlimm dieser Artikel einen Autisten getroffen hat, können Sie bei einer freiberuflichen Journalistin nachlesen, die selbst Autistin ist. Unter Autzeit hat sie Stellung zu dem Artikel genommen. Man findet noch einige weitere Stellungnahmen von Autisten zu dem Artikel im Nachrichtenmagazin. Und irgendwie ist mir so, als hätte hier der SPIEGEL einfach mal drauflos geschrieben. Und das, obwohl bekannt ist, dass Autisten nicht gefährlich sind.

Interessant sind auch die Ausführungen eines anderen Autisten zum Thema. Die Medien sollten lieber objektiv berichten, als dass sie vorschnell einen „armen irren“ vors Loch schieben.

Ich kenne mich im Thema nicht aus. Aber ich kann Informationen sortieren. Und wenn ich da lese, dass der Artikel immer wieder umgearbeitet wurde, aber an der Grundhaltung sich nichts geändert hat, dann muss ich so etwas nicht als Quelle angeben. Wie gesagt, von Autisten geht – soweit ich gesehen habe – keine Gefahr aus, zumindest nicht mehr als von anderen Menschen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Unglaubliche Behauptung: „Rain man“ das Böse?”

  1. Guten Morgen,

    was Autismus angeht ist Rain Man leider ein schlechtes Beispiel. Das Vorbild für Raymond war Savant. Savants haben Inselbegabungen, d.h. sie sind nur auf dem einen Bereich talentiert und brauchen ansonsten Hilfe. Inselbegabungen sind fix und ändern sich nicht.
    Autisten hingegen haben Spezialinteressen. Und die können wechseln und theoretisch kann sich jeder Mensch das Wissen aneignen :)

    Mein Filmtipp zum Autismus: SnowCake! Ein wirklich toller Film der eine ganz individuelle Ausprägung von Autismus zeigt. Und was ich besonders an diesem Film finde: Man hat das Gefühl das J. Foster die Rolle lebt und nicht nur spielt!

    Grüße

    Aleksander

    1. Hallo Aleksander,

      danke für deinen Kommentar. Da siehst du mal, wie wenig ich von der Materie verstehe. Ich wollte mit meinem Artikel auch nur meinen Unmut über die Arbeit von SPIEGEL ONLINE kundtun.

      Den Filmtipp führe ich mir bei Gelegenheit zu Gemüte. Es scheint sich zu lohnen.

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