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Blog-Themen sind Pferde, die totgeritten werden

Kennen Sie den Ausspruch vom totgerittenen Pferd? Man reitet es so lang, bis es tot umfällt. Das soll auch mit Blog-Themen ganz gut gehen. Klar, News-Seiten, Nachrichten-Portale und Co. machen es nicht anders. Und wenn sich Blogger wundern, warum News-Seiten wesentlich mehr Aufrufe haben als der eigene Blog, könnte das durchaus daran liegen, weil die Medien eben die Pferde tot reiten. Aber soll man das als Blogger auch tun?

Klar, es wird immer wieder dazu geraten, auf bisherige – also ältere – Blog-Artikel hinzuweisen. Ich mache das ja auch immer mal. Nun packe ich nicht in jeden Artikel einen Link zu einem früheren Artikel. Aber hier und da bietet sich das ja geradezu an. Aber man kann es auch weiter treiben. Der Eric-Oliver Mächler hat beim „Chefblogger“ mal ein Beispiel aufgeschrieben, wie man es als Techblogger tun kann, um eine Geschichte wirklich restlos auszuschlachten, also das Pferd zu Tode zu reiten.

Als Techblogger hat man es da einfach. Ich sehe das doch ständig selbst in meinen Timelines der sozialen Netzwerke. Da gibt es erst wilde Gerüchte (so genannte Leaks), dann „mutmaßliche erste Bilder“, die dann möglicherweise noch mit „Exklusiv“ angekündigt werden. Dann gibt es weitere Gerüchte, von denen nicht immer alle stimmen müssen, was den Techbloggern auch nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Und dann gibt es irgendwelche Events. Die Techblogger kommen mit einem Artikel mit Link zum Livestream, mit Liveticker, mit Pressestimmen, Expertenmeinungen etc. Ach, und dann kommen wilde Artikel, wann das Objekt der Begierde nun zu haben sein wird. Es folgt eine Auspack-Session (Das „Unpack Event“), Testberichte, Nutzermeinungen und so weiter und so fort. Wenn die Techblogger das richtig machen.

Ich bin ja nicht so sehr der Techblogger. Ich mit meinem Gemischtwaren-Laden habe es da schon schwerer. Aber ich glaube, auch ich könnte es in die Richtung krachen lassen. Schauen Sie mal, was ich zum Beispiel alles rund um PEGIDA aufgeschrieben habe. Man kann auch als Gemischtwaren-Bauchladen-Betreiber mit der Fliegenklatsche immer wieder auf die Mücke draufhauen, selbst wenn sie schon lang tot ist. Also kann auch ich ein Pferd zu Tode reiten.

Es drängt sich die Frage auf, ob man das will. Ich meine, wer will denn beim Bloggen immer auf Besucherzahlen starren? Das ist ja genau das Gleiche wie der Blödsinn, möglichst viele suchmaschinenfreundliche Dinge bei einem Artikel zu tun. Oder wie es eben diverse Haudrauf-Medien machen, indem sie quasi stündlich über Tage auf ein und derselben Themenwelle surfen. Ich weiß nicht, ob ich damit klar käme.

Klar, der Eric hat schon Recht. Man kann das gern so machen. Und den Haudrauf-Medien gibt der Erfolg nun einmal Recht. Die produzieren eine Klicksau, die möglichst viele Leser anzieht und bauen dann ein Universum aus weiterführenden Informationen, Klickstrecken, Hintergrundberichten und Haben-Sie-schon-das-neueste-gehört-Artikeln darum. Dazu wird das Ganze in den sozialen Klowänden aufgetafelt auf die Art „Jetzt doch! Milch soll weiterhin von Kühen kommen„. Und das bringt Klicks und damit Werbeeinnahmen.

Aber würde mir das gefallen? Ich weiß es nicht. Und würde Ihnen so etwas gefallen? Ich weiß ja nicht, ob man damit nicht die Leserschaft am Ende noch nervt. Aber ich kann mich täuschen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 thoughts to “Blog-Themen sind Pferde, die totgeritten werden”

  1. Danke fürs über mich lästern und verlinken

    Nun man muss nicht das Pferd totreiten wie du es so schön sagst, sondern einfach besser verarbeiten als es die meisten blogger tun. und nicht à la clickbait artikel (die nervennämlich wirklich) sondern mit titel die informativ und unterhaltsam sind und die auch zum artikel passen. viele blogger schneiden nur das filetstück vom pferd heraus und wundern sich warum der rest anfängt zu stinken und man viel fleisch übrig hat die man nicht mehr verwertet (weiter bildlich gesprochen)

    1. Hallo Eric,

      Naja, einerseits habe ich nicht gelästert. Und andererseits gehört das mit dazu.

      Du hast völlig Recht, manche Themen kann man durchaus in mehreren Artikeln abhandeln. Ich habe ja auch viele Themen über mehrere Artikel verteilt. Das macht doch jeder.

      Ich hoffe, du hast mitbekommen, dass ich polarisieren wollte. Ich glaube, das ist mir gelungen.

  2. Die interne Verlinkung kommt doch bei Dir automatisch – durch die related Posts. ;-)

    Habe schon öfter gelesen, es wird ‚empfohlen‘ das Thema des Beitrages aus mehreren Sichtweisen zu betrachten und unterschiedliche Fragen, die der Leser stellen würde, zu bearbeiten bzw. zu beantworten. Es kann sich dann auch anbieten, weitere Sichtweisen zu einem späteren Zeitpunkt einzupflegen und bei neuen ‚Erkenntnissen‘ zu aktualisieren.

    1. Hallo Thomas,

      Genau so sehe ich das auch. Man muss sich keinen abbrechen. Wenn es sich anbietet, schreibt man eben später zum gleichen Thema noch was.

      Und mit den Related Posts wird es besser, seitdem ich mehr Featured Images im Einsatz habe.

  3. Hallo Henning,
    ich sehe es auch so, dass man später immer mal wieder dasselbe Thema, vielleicht von einem anderen Standpunkt betrachtet, verbloggen kann.

    Das machen recht viele so und ich auch. Da ich mehrere Blogs habe, kann ich ein Thema anders betrachten und den Lesern des jeweiligen Blogs präsentieren. Die meisten lesen bei mir auf dem Hauptblog Internetblogger.de und bloggen tue ich auch woanders, sodass manche Themen nochmals bearbeitet und aufbereitet werden. Das stört mich nicht weiter.

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