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Irgendwas mit “Erfolgreich bloggen”

Ich hatte das Thema schon mal in ähnlicher Form. Mich regt es immer wieder auf, wenn irgendwer anderes definieren möchte, ab wann ein Blog erfolgreich ist. Die kommen dann mit den seltsamsten Ideen um die Ecke, nur um das zu erreichen, worüber sie immer erzählen: Erfolgreiches Bloggen. Dabei kann man erfolgreich sein, ohne dass diese Leute es mitbekommen. Wie kann das sein?

Du musst suchmaschinenoptimiert bloggen. Du musst suchmaschinenfreundliche Artikel-Namen verwenden. Du musst Keywords verwenden und diese möglichst oft im Text verwenden. Du musst die und die Werbung einbauen. Du musst offensiv die Werbung bewerben (Bitte was?). Du musst…

Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Da gibt es unzählige Blogs, die einem sonstwas erzählen wollen, ab wann man denn definitiv und unbedingt und überhaupt als erfolgreich ansehen kann. Alles Quatsch. Ich sehe nämlich meinen Blog als erfolgreich an. Dass ich jemals soweit komme, hätte ich zum Start des Blogs niemals vermutet. Also bin ich doch erfolgreich, oder?

Super, klasse, Artikel beendet. Aber so ist es dann doch nicht ganz so einfach.

Ich bewerbe ganz bestimmt nicht meine Werbung. Wo die steht, sieht man, wenn man die Werbeblocker ausmacht. Was soll ich da noch groß darüber etwas erzählen? Die Werbung macht mich nicht reich. Und das war auch nicht mein Ziel. Außerdem lasse ich mich hier und da mal dazu hinreißen, einen bezahlten Artikel zu veröffentlichen, der aber trotzdem immer und generell meine Meinung ist. Das macht mich auch nicht reicht, und das ist dann immernoch nicht mein Ziel.

Ich bin kurz vor Weihnachten irgendwann auf Pagerank 3 aufgestiegen. Für Leute, die den Begriff so nicht kennen: Das ist so eine Art Rangliste. Je höher der Pagerank, desto besser das Ergebnis in Suchmaschinen. So ungefähr. Da gibt es zu Doktorarbeiten mutierte Blogs, die sich mit nichts anderem beschäftigen als mit dem Pagerank. Aber so im Großen und Ganzen passt das schon: Je höher der Rang, desto besser wird man gefunden. Und da ich aufgestiegen bin, ist das schon ein ziemlicher Erfolg.

Aber das ist alles irgendein SEO-Aspekt. SEO ist übrigens Suchmaschinenoptimierung. Da gibt es auch ganze Fluten von Blogs, die nichts anderes machen, als einem zu erzählen, wie man SEO-freundlich bloggt. Danach richte ich mich aber nicht. Oder besser gesagt: SEO ist mir ziemlich egal.

Mir sind aber zwei Aspekte nicht egal: Meine Leser und ich. Ich verfolge ziemlich genau, wie die Reaktionen auf meine Artikel sind. Und so wirklich schlecht ist die Reaktion nicht. Dass meine Artikel über die sozialen Netzwerke weiterverteilt und wahrscheinlich zigfach in Feedreadern abonniert sind (Kann man das irgendwo messen?), gibt mir das Gefühl, dass ich da nicht allzu viel falsch mache.

Aber ich muss mich auch wohlfühlen. Ich würde nie etwas schreiben, womit ich mich nicht selbst einverstanden erklären würde. Ich würde nie etwas veröffentlichen, was nicht meine Meinung ist oder womit ich ein ungutes Gefühl hätte. Und so habe ich auch kein schlechtes Gefühl, mir mit hier und da mal einem Artikel etwas dazu zu verdienen.

Das Kommentieren habe ich nun auch halbwegs eingeordnet. Das Einzige, womit ich immernoch so meine Probleme habe, das ist das Verhalten anderer Blogger, was Pingbacks betrifft. Wer den Begriff nicht kennt, der kann gleich einen Link aufrufen, kurz Geduld bitte. Jedenfalls finde ich es nach wie vor stramm von einigen Bloggern, auf die man verlinkt. Bei WordPress gibt es da einen Pingback, was bedeutet, dass im Artikel, auf den ich verlinke, ein Link zu meinem Artikel entsteht

Es gibt nach wie vor Unmassen von Bloggern, bei denen immernoch ein solcher Link zu mir nicht erscheint. Teils liegt das am Unvermögen, mit Pingbacks umzugehen. Teils liegt es daran, dass externe Kommentarsysteme wie Disqus verwendet werden, die gern diese Pingbacks unterschlagen. Und teilweise ist der Empfang von Pingbacks regelrecht ausgeschaltet. Und hier hat Sascha Oertlin mal auf Affiliate10 etwas zur Abhilfe geschrieben (Das ist der Link, von dem ich gerade sprach).

Aber so im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Blog äußerst zufrieden. Ich habe kontinuierlich Leser, die auch kommentieren. Ich musste es bisher noch kaum einem Kommentator verwehren, seinen Kommentar freizuschalten. Insofern ist es für mich absolut erfolgreich, wie weit ich mit meinem Blog gekommen bin.

Das ist mein Maßstab. Da können die ganzen SEO-Experten erzählen, was sie wollen. Tim Gramberg hat bei “Blog und mehr” sehr schön etwas ähnliches aufgeschrieben. Insofern kann ich ihm da nur zustimmen. Und wie sehen Sie das mit dem Erfolg eines Blogs?

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

10 thoughts to “Irgendwas mit “Erfolgreich bloggen””

  1. Hallo Henning,
    erst einmal vielen Dank, dass mich und meinen kleinen Blog-Beitrag erwähnt hast.
    Wie du ja selbst geschrieben hast, ist unsere Meinung bezüglich des Erfolgs ja recht gleichgerichtet. Und auch beim Thema SEO kann ich dir nur zustimmen. Ich blogge in erster Linie für mich und natürlich auch für die Leute, die wegen meiner Artikel zu mir finden – und nicht für irgendwelche Suchmaschinen.
    Natürlich setze ich auch ein paar SEO-Dinge um, aber das ist eher Zufall, weil es sich dabei dann auch um meine Sicht der Dinge handelt. Zum Beispiel, mag ich es, wenn ein Link etwas aussagt und nicht nur aus krytischen Zeichen besteht – dass das zufällig auch SEO-konform ist, dafür kann ich nichts. Ebenso versuche ich in meinen Texten Rechtschreibung und Grammatik nicht allzu kreativ auszulegen.
    Gut, ich definiere auch Meta-Tags, aber das ist auch schon alles. Gegen ein wenig SEO spricht ja nichts, aber nicht um jeden Preis.

    P.S. dein Pingback kam übrigens bei mir an und ich habe ihn auch schon freigeschaltet ;-)

    1. Hallo Tim,

      jetzt komme ich dazu, deinen netten Kommentar zu beantworten.

      Naja, SEO um jeden Preis – das hat schon dazu geführt, dass sich ein Blogger zu Tode administriert hat und gar nicht mehr zum Schreiben gekommen ist. Klar, ein bisschen kann man machen, aber wir sind ja keine Profis. Wir freuen uns stattdessen, wenn ein Text – oder meinetwegen ein Foto – gut ankommt.

      Danke fürs Freischalten des Pingbacks. Bei mir kannst du ab jetzt ohne Freischaltung kommentieren.

    1. Hallo Ulf,

      ich habe deinen Artikel gelesen. Und du hast völlig Recht: Man bloggt doch nicht für irgendwas, sondern für seine Leser und für sich selbst. Und im eigenen Blog ist man selbst HausherrIn. Und da darf man schon auch diktatorisch sein. Aber man orientiert sich doch nicht an A-Bloggern.

      PS: Tolle Aktion mit Aurela.

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