Bloggen ist vorbei – es lebe das Bloggen

„Mein schönstes Tagebuch“ – „Katzenbilder“ – „Urlaubsgeschichten“ – solche Blogs haben immer ihre Daseinsberechtigung. Und es würde etwas in der Internet-Welt fehlen, wenn es diese privaten Blogs nicht geben würde. Das ist ja wie im realen Leben: Es geht doch nichts ohne das gute, alte Tagebuch. Und das ist es, was eigentlich ein Blog ist.

In ungefähr 1 Monat jährt sich die Eröffnung dieses Blogs zum 4. Mal. Es war der 17. April 2009, als der erste Artikel erschien. Aber das war nicht der Beginn dieser Domain. Angemeldet habe ich diese Webseite irgendwann Anfang 2005. Und ich habe lange Zeit selbst am Aussehen herumgebastelt und mich darüber geärgert, wenn etwas nicht funktioniert hat. Ich habe an einem HTML-Editor gesessen und am Code herumgeschrieben.

Irgendwann Ende 2008 hatte mich jemand mal darauf aufmerksam gemacht, dass man doch als jemand, der praktisch nur etwas erzählen will und nicht seine Künste als Webdesigner verkaufen will, tja, das man als so jemand nicht unbedingt das Rad neu erfinden muss. Lieber etwas hernehmen, was funktioniert. Das war dann die Entscheidung zu WordPress.

Seit dem 17. April 2009 sind hier knapp 1000 Artikel erschienen. Gute, schlechte, lange, kurze. Ich habe mich an so mancher Debatte beteiligt, indem ich meine Sicht der Dinge geschildert habe. Und ich lag auch manchmal falsch. So ist das nun mal bei einem rein privaten Blog. Ich bin kein Experte. Ich bin Internetnutzer wie Sie auch. Auf dem einen oder anderen Gebiet verstehe ich etwas mehr von der Sache, dafür kann ich dann woanders nur nacherzählen.

Aber ich nehme keines meiner Worte zurück. Auch wenn – wie zum Thema Android-Update – mich da schon jemand der Lüge bezichtigt. Aber ich bin eben nur Beobachter. Und ich sehe Dinge, über die ich berichten möchte, und schildere dazu meine Meinung.

Dass mein Blog gern gelesen wird, sehe ich an den Zugriffszahlen. So finden täglich 200 bis 500, manchmal auch knapp 1000, Leser auf meine Seite. Das ist großartig. Denn am Anfang habe ich gedacht: Wer soll denn den Unfug lesen, den du hier verzapfst? Aber anhand der meisten Kommentare hier im Blog möchte ich behaupten, dass Sie, liebe Leser, das nicht so sehr als Unfug ansehen. Und das ist auch großartig.

Jetzt gibt es ja jede Menge Leute, die das Bloggen immernoch mit einem höhnischen Grinsen abtun. Wüste Schreiberlinge wären sie, die Blogger. Wildes Daherschreiben machen sie, die Blogger. Das Internet vollsabbern würden sie, die Blogger. Aber Fakt ist, jeder Blog bereichert das Internet. Und mögen noch so viele Nutzer über den Blog lachen oder sich aufregen. Jeder Blogger hat seine Daseinsberechtigung.

Und da kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen: Kein Blogger sollte sich von Kritik entmutigen lassen. Teilweise sind Blogger auf schwierigem Terrain unterwegs, in Krisengebieten auch oft genug unter Einsatz des eigenen Lebens. Im technischen Bereich sind Blogger meist durch ihre Spezialisiertheit gefragte Tester. Darum sollte auch jeder Blogger weitermachen, auch wenn es mal Rückschläge gibt.

Das Wichtigste beim Bloggen ist ja, dass man authentisch ist und bleibt. Unabhängige Meinungen sind so ziemlich das A und O in dieser Welt der gegenseitig abgeschriebenen Exklusiv-Nachrichten. Und seine Meinung kann man eben auch über das Essen oder über Mode oder sonstwas haben. Mir fiel mal ein Blog auf, der über Wanderwege geschrieben hat. Warum auch nicht? Hauptsache ist doch, dass das Wort nicht erstunken und erlogen ist, was ich bei Blogs eigentlich noch nicht gesehen habe. Darum unterschreibe ich auch voll und ganz die Meinung vom Blogger Caschy, der anlässlich des achtjährigen Bestehens seines Blogs einen kleinen Striptease hingelegt hat und dann folgendes geschrieben hat:

Ich finde, es sollten noch viel mehr machen. Also bloggen. Man liest ja immer, dass Blogs tot sind. So ein Bullshit. Blogs werden immer mehr. Jeder ist ein eigener Sender. Der eine macht Food, der andere Autos, der andere Schminke oder Mode. Ich mache halt Technik-Gedöns. Aber wichtig ist: macht es! Ich will euch lesen! Unabhängige Stimmen, die mir von ihren Erfahrungen in 1000 Kategorien des Lebens erzählen!

Es gibt doch eigentlich nichts schlimmeres als eine Geschichte, die nicht erzählt wurde. Darum auch die Artikelüberschrift hier. Mag sein, dass viele Leute über die Blogs schimpfen und lachen. Und dass sie die Blogs gleich mal für tot erklären. Aber Blogs erzählen Geschichten. Und es wäre schlimm, wenn man sich nichts mehr zu erzählen hätte. Darum: Es lebe das Bloggen.

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7 Kommentare

  1. Hallo Henning,
    einen schönen Artikel über das Blogging hast du geschrieben. Ich bin auch der Meinung, dass die Blogs nach wie vor leben und wir Blogger werden nicht weniger, wir wachsen. Ok, einige hören im Laufe der Zeit auf, aber anderen wiederum fangen erst an mit dem Bloggen und Co. Und ich stimme dir zu, indem jedes Blog so seine Daseinsberechtigung hat. Also auf das Bloggen, wie du es sagst. Ich bin dabei!!

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