Den Blog weiterentwickeln

Wie ist das eigentlich? Bleibt eine Webseite, ein Blog immer auf dem gleichen Niveau stehen? Oder ist das so wie bei eigentlich allem anderen, was man so tun kann? Kann sich ein Blog mit der Zeit weiterentwickeln? Und noch mehr: Kann ein Blogger seinen Blog nach und nach weiterentwickeln? Schauen wir einfach mal hin. Ich glaube nämlich, dass das durchaus passieren kann. Wieso auch nicht? Je länger jemand eine Tätigkeit tut, desto erfahrener wird man doch in dem, was man tut. Und demzufolge entwickelt man sich weiter. Das muss auch beim Blog zwangsläufig so sein.

Beiträge im Blog auf den Prüfstand stellen

Bloggen ist eine kontinuierliche Tätigkeit. Wenn ich mich so zurück erinnere, wie ich mal angefangen habe, komme ich schon mal ins Lachen. Wie hier bei meinem allerersten Blogartikel. Man sehe es mir bitte nach, dass solche Artikel zur Anfangszeit dieses Blogs entstanden. Aber ich denke, ohne diese Artikel am Anfang wäre der Blog nicht zu dem geworden, was er nun ist. Ich denke, so wird jeder Blogger über seine ersten Gehversuche denken. Die meisten ersten Artikel sind eben nicht der Rede wert.

Aber was der Rede wert sind, sind Artikel, die man selbst als großartig einschätzt, um die es schade ist, wenn sie in den Weiten des Blogs verschollen gehen. Das ist so wie das erste Werkstück als Schlosser, das ich mit allen Arbeiten selbst hergestellt hatte. Das zeigt man gern herum. Und wenn es mir nicht irgendwann abhanden gekommen wäre, wäre das vielleicht heute auch noch so. Andere große Artikel findet man selbst wichtig genug, dass sie immer wieder vorgezeigt werden sollen. Aber dann ist es einem peinlich, wie sie aussehen.

Bloggen ist Arbeit. Schreiben ist ein Handwerk. Man lernt aus seinen Fehlern. Mit der Zeit werden die Texte besser. Ich dachte immer, dass es nicht schlimm ist, wenn am Anfang einige komische Sachen zu sehen sind. Aber die will man ja niemandem zeigen. Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder schreibt man die richtig guten Sachen komplett neu. Oder man nimmt die richtig guten Sachen und überarbeitet sie. Das hat den Vorteil, dass man vielleicht für einen völlig neuen Artikel gleich noch eine Inspiration mitnehmen kann.

Warum überarbeiten?

Ich denke, das alles schlagende Argument, warum Blogartikel überarbeitet werden sollen, ist: Wir entwickeln uns weiter, und an sich inhaltlich gute Texte sollten nicht aufgrund von fehlender Erfahrung verloren gehen. Und so können durchaus Artikel weiter entwickelt werden. Wie ich es hier schon mal gemacht habe. Der Original-Artikel stammte aus dem Jahr 2009 und war nicht mal 100 Worte lang. Mit weiteren Beobachtungen habe ich dann 8 Jahre später neue Anmerkungen eingefügt.

Ich habe auch etliche Artikel gefunden, die zwar gar nicht so schlecht sind. Aber ihnen fehlt so ein wenig der letzte Pep. Sei es eine Gliederung, sei es ein Artikelbild. Vielleicht würde ich auch das Eine oder Andere heute anders formulieren. Und wie gesagt: Es wäre schade um die Artikel, wenn sie nicht ernst genommen werden, weil solche handwerklichen Fehler begangen werden. Und wenn diese Fehler schon mal da sind, kann man sie dann auch getrost mal korrigieren. Das gehört doch irgendwie zur Redaktion eines Blogs dazu, oder?

Welche Artikel sollen überarbeitet werden?

Ich könnte mir eine ganze Menge Arbeit hier im Blog schaffen und mir jeden Artikel vornehmen. Das ist aber gar nicht notwendig. Ich habe gelernt, dass es eine 80/20-Regel gibt. Die besagt, dass für 80% aller Zugriffe auf dem Blog nur 20% der Artikel zuständig sind. Und diese 20% kann ich mir ja anschauen. Welche das sind, bekommt man mit Analyse-Tools heraus. Mancher nimmt JetPack, mancher Google Analytics, mancher Piwik, mancher die Bing Statistics oder sonstwas. Und hier muss man dann irgendwie alle Seiten analysieren lassen und für einen möglichst langen Zeitraum auflisten zu lassen.

Da ich ein Freund von Google Analytics bin, weil trotz Datenschutz-Vorkehrungen ausreichend Statistik-Informationen zu finden sind, schaue ich also dort hinein. Ich hatte mir bezüglich der Search Console einiges neu erstellt, weshalb nur Zahlen ab 07.12.2017 interessant sind. Und die finde ich dann unter Verhalten -> Websitecontent -> Alle Seiten. Und hier kann ich mir übersichtlich anschauen, welche Artikel das sind, die Zugriffe liefern. Und ich kann die mir gleich aufrufen, um zu sehen, ob überhaupt Bedarf besteht.

In Google Analytics sehe ich unter Verhalten -> Websitecontent -> Alle Seiten die Artikel im Blog mit den meisten Zugriffen
In Google Analytics sehe ich unter Verhalten -> Websitecontent -> Alle Seiten die Artikel im Blog mit den meisten Zugriffen

Ich habe aus diesen Artikeln schon eine ganze Reihe verbessert. Sie werden lachen, aber neuere Artikel mit besserem Stil sind in dieser Auflistung deutlich höher gelistet als andere. Zwischenüberschriften, eine sinnvolle Bildauswahl und all das sorgen halt ihrerseits dafür dass diese Artikel gut gefunden und demnach auch aufgerufen und gelesen werden können. Bei den hoch gelisteten Artikeln, bei denen Nachholbedarf besteht, muss man sich dann eben auch mal entscheiden, was man tun will.

Was wird optimiert?

Es ist ja nicht nur so, dass man einen Artikel verlängert und mit zusätzlichen Informationen und Eindrücken anreichert. Es hört auch nicht damit auf, ein passendes Bild und zwei, drei Zwischenüberschriften hin zu klatschen. Nein, es geht immer weiter. Hat man vielleicht von einem Thema, was in einem Artikel zur Sprache kommt, inzwischen mehr Ahnung? Warum fügt man da nicht einfach mal weitere Informationen mit dem zusätzlichen Expertenwissen hinzu?

Ein Blog ist nun mal ein Aushängeschild. Wenn man schon auf irgendeinem Gebiet ein Experte ist, kann man das auch zeigen. Oder sehe ich das falsch? Und genau diese Artikel kann man doch weiterentwickeln. Was spricht dagegen, zum Beispiel bei einer Lösung für Windows 7 zu überprüfen, ob die auch für Windows 10 gilt? Und wenn nicht, muss man eben eine Lösung für Windows 10 einarbeiten. Und man kann doch eine Lösung für meinetwegen Windows 98 mal endlich rausnehmen.

Darüber hinaus aber gibt es vielleicht auch Artikel, die über keinen einzigen Link verfügen. Ich habe immer wieder darüber lang und breit philosophiert, wie wichtig es ist, auch mal Gedanken von anderen Artikeln weiter zu führen und einen Link auf den älteren Text zu setzen. Außerdem ist es enorm wichtig, seine Quellen zu verlinken. Ich denke, hier gibt es für alle Blogger immer wieder genügend zu tun. Hier kann sich jeder an die eigene Nase fassen. Aber das ist eine große Baustelle, wenn es darum geht, einen Blog weiterzuentwickeln.

Es gibt viel zu tun

Wie Sie wissen, betreibe ich diesen Blog nur als Hobby. Ich weiß, dass auch ich genügend Nachholbedarf habe, was den Entwicklungsstand diverser Artikel betrifft. Wenn ich also meinen Blog weiterentwickeln will und dazu Artikel verfassen will, muss ich mich halt entscheiden. Es kann also sein, dass für die nächste Zeit ein paar Artikel weniger kommen. Es ist zwar viel zu tun, was die Qualität der Artikel betrifft. Aber ich muss es auch nicht übertreiben.

Mit mehr Qualität im Blog schafft man vielleicht auch mehr Zuspruch. Das muss aber wirklich nicht mit allem gemacht werden. Aber die Artikel, die dann unterm Strich die Säulen des Blogs sind, sollten kontinuierlich weiterentwickelt werden. Denn niemand will minderwertige Artikel lesen. Nicht mal die Autoren selbst. Insofern sollte jeder Blogger sein größter Kritiker sein. Oder etwa nicht?

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.