Digitalisierung: In Deutschland doch nicht wichtig?

Die Digitalisierung ist voll im Gang. Das kann nun nicht wirklich jemand abstreiten. Dennoch ist es unübersehbar, dass dieses Thema für die deutsche Politik nicht so wichtig ist. Damit wird Deutschland als führende Wirtschaftsnation zum Bremsklotz beim Buzzword “Industrie 4.0” und allem, was dazu gehört. Das ist falsch. Und das kann noch enorme Folgen für Deutschland nach sich ziehen. Es fehlt an Visionen. Und ehrlich, darüber müssen wir im Abwasch der Woche mal reden.

Digitalisierung: Kein großer Wurf in Sicht

Im Koalitionsvertrag ist zwar die Rede davon, dass der Breitbandausbau voran getrieben wird. Aber nach allem, was man so mitbekommt, ist das auch mehr oder weniger nur so halb gewollt. Man macht zwar was, aber auch nur mit angezogener Handbremse. 10 bis 12 Milliarden Euro will man in die Hand nehmen, um flächendeckend “schnelles Internet” zu realisieren. Wie das finanziert werden soll, weiß noch kein Mensch. Es geht einzig und allein um wohl klingende Absichtserklärungen.

Wo bleibt denn der große Wurf? Wenn ich mir so ansehe, was an Schulen los ist, dann frage ich mich wirklich, wie lange Deutschland noch eine führende Wirtschaftsnation bleiben kann. Ich weiß von Schulen, an denen noch die Computer mit Windows XP ausgestattet sind, das ja nun schon länger aus dem Support und damit unsicher ist. Außerdem lache ich immer die Leipziger Verkehrsbetriebe insgeheim aus, wenn die Stimme der Haltestellenansage verkündet, dass die Haltestellen auf dem Innenstadtring kostenloses WLAN anbieten.

Nein, Digitalisierung, die ernst genommen wird, sieht da anders aus. Aber wir dürfen auch nicht immer alles klein reden. Es geht ja auch etwas voran. Ich bekomme es bei meiner täglichen Arbeit mit. Die gigantischen Rechenzentren, die sich da manche Firmen hinstellen, halten immer mehr für nicht mehr notwendig, weil das über Cloud Infrastruktur mindestens genauso gut abgebildet werden kann. Was lange Zeit als Teufelszeug galt, wird nun langsam besser angenommen.

Digitale Landwirtschaft

Es gibt einen Plan, wie die Landwirtschaft digitalisiert werden soll. Das Ganze kommt aus der Branche selbst. So fordert man den Ausbau der Infrastruktur für das mobile Internet. Es ist ja auch schlimm, dass man auf dem Land teilweise kilometerweit fahren muss, um Internet zu haben. Und man weist darauf hin, dass die Daten, die in der Landwirtschaft anfallen, beim Landwirt selbst bleiben. Das zielt darauf ab, dass ja überall alle möglichen Daten eingesammelt werden.

Das Bewusstsein ist da. Und zwar selbst dort, wo man eigentlich nicht so sehr Internet und Digitalisierung vermutet. Allein die Politik sieht noch nicht die große Notwendigkeit dafür. Man darf hierbei nicht müde in der Kritik werden. Es wird ja auch in dem Bereich enorm geforscht. Wie ist das mit den Robotern, die das Pflanzenwachstum unterstützen? Leider passiert da nicht mehr allzu viel. Aber wenigstens gibt es Ansätze.

Und wenn wir mal weggehen von der Landwirtschaft, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob es denn wirklich so schlimm wäre, wenn eine Gesellschaft digitalisiert wird. Ich meine, unter dem Schlagwort “Industrie 4.0” stellt man ja auch fest, dass das Alles Chancen bietet. Und hier erwarte ich mir eigentlich mehr Fokus auf all das, was die Gesellschaft in die Zukunft führt. In der Politik ist so etwas nicht zu sehen. Aber wer soll denn sonst die Rahmenbedingungen schaffen? Und deshalb ist das Thema halt in Deutschland einfach nicht wichtig.

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