Klimaschutz: Kann eine Smart City dabei helfen?

Ja, ich gebe zu, dass ich anfangs sehr skeptisch bezüglich Smart Cities war. Aber man muss weiterdenken. Wie passen Klimaschutz und Smart Cities zusammen? Denn man kann sich viel zusammen spinnen. Wenn man nicht konkret über Anwendungsmöglichkeiten von den schlauen Städten nachdenkt, wird immer Skepsis bleiben. Und deshalb müssen wir uns mal über Klimaschutz unterhalten. Inwieweit können hier Smart Cities helfen?

Schlaue Städte und Bedenken

Wenn ich mich so im Bekanntenkreis umhöre, was andere über Smart Cities denken, merkt man eines ganz deutlich: Die Menschen haben Sorge um ihre Privatsphäre und keine Idee, wozu das Alles gut sein soll. Hauptsächlich heißt es, dass man nicht willens ist, noch mehr private Daten preis zu geben. Da Smart Cities mit dem Internet of Things zusammenhängen und überhaupt mit dem Internet arbeiten, ist klar, woher die Sorgen kommen. Die vielen Betrüger im Internet haben ihren Teil beigetragen.

Und dann unterhält man sich darüber, dass mit Sensorik die Umweltbelastung gesteuert werden kann. Man begeht den Fehler und sagt etwas in der Art wie „Steigt die Belastung, können doch vielleicht Dachgärten und „Urban Gardening“ weiterhelfen“. Plötzlich sieht man sich einer Diskussion ausgesetzt, in der es sich lange Zeit nur darum dreht, dass Häuser einstürzen. Natürlich muss das entsprechend geprüft und geplant werden. „Smart“ heißt schlau. Man wird da schon nicht blauäugig vorgehen.

Klimaschutz mit Smart Cities?

Ich schreibe immer wieder davon, dass die Menschen mitgenommen werden müssen. Das gilt beim Internet of Things, bei der Digitalisierung und eben auch bei Smart Cities. Der digitalen Moloch muss erklärt werden. Und ganz plötzlich sind wir in Leipzig und komplett verloren in der Staufalle. Schauen Sie mal auf das Bild, das mein Navi im Auto zeigt:

Für mehr Nachhaltigkeit: Smart Cities könnten Staufallen wie diese verhindern
Für mehr Nachhaltigkeit: Smart Cities könnten Staufallen wie diese verhindern

In Leipzig gibt es kaum eine Ecke, wo es keinen Stau gibt. Das belastet die Umwelt, keine Frage. Der Öffentliche Nahverkehr ist dabei keine Option, weil der viel zu teuer und unflexibel ist. So wie gestern im Leipziger Norden in Fahrtrichtung Innenstadt sieht es häufig in Leipzig aus. Mit einem sinnvollen Verkehrsleitsystem könnten solche Situationen vielleicht gemildert werden.

Aber da geht noch mehr. Warum nicht die Mülltonnen mit Sensoren ausstatten, die den Füllstand und die Geruchsbelastung melden und damit die Müllabfuhr bedarfsabhängig agieren lassen? Warum nicht den Nahverkehr durch Automation steuern und bedarfsgerecht einsetzen? Dergleichen ginge auch bei modernen Parkleitsystemen, bei der Wasserversorgung und, und, und. Die Frage aller Fragen ist: Wie gehen wir nachhaltig mit den Ressourcen um?

Natürlich können Gründerzeithäuser nicht mit einem urbanen Dachgarten voller Tomatenpflanzen ausgestattet werden. Aber als Baustein für eine moderne Stadt darf man das gern anführen. Und am Ende profitieren alle Bürger davon. Nämlich dann, wenn Bedarfe der Bevölkerung bedient werden können und das Leben in der Stadt lebenswerter wird. Smart Cities können nämlich durch ihre Effizienz das Leben auch günstiger machen.

Welche Städte sind denn schon smart?

Es geht nicht darum, dass nun eine Stadt unbedingt alles digitalisiert hat. Aber irgendwo muss mal ein Anfang gemacht werden. Denn eines ist klar: Das Leben im Allgemeinen wird immer digitaler. Wer sich nun über über Smart Cities aufregt und das vielleicht sogar über Facebook mit seinem Android-Smartphone macht, der sollte lieber seine Kräfte sparen. Nein, es gibt Städte, die hier nach und nach einiges umsetzen:

  • Barcelona regelt die Müllabfuhr durch Sensorik in den Mülltonnen. Damit wird die Müllabfuhr effizienter, schneller und damit günstiger.
  • London steuert den Öffentlichen Nahverkehr durch Automationssoftware, mit der je nach Aufkommen zusätzliche Wagen oder gar Züge eingesetzt werden können.
  • Bottrop wird zur „InnovationCityRuhr“ und entwickelt die Stadt so weiter, dass genau mit solchen Aspekten wie oben geschildert das Klima geschützt wird.
  • In der spanischen Stadt Santander kann man als Bürger mittels App mit der Stadt kommunizieren. Santander will so als „Mitmachstadt“ effizienter werden.

Derlei Beispiele gibt es viele. Und hier will die Stadt Leipzig nun auch mitspielen. Um das Ziel erreichen zu können, muss ein langer Weg gegangen werden. Denn momentan erstickt Leipzig in Lärm, Abgasen und Dreck. Die Müllabfuhr zum Beispiel kommt wegen des Reformationstags, der in Sachsen Feiertag ist, inzwischen komplett ins Trudeln. Eine effiziente Müllabfuhr wäre hier genauso wichtig wie ein intelligentes Verkehrsleitsystem.

Man kann sich das gar nicht vorstellen, dass Leipzig irgendwann mal so funktionieren soll wie die Städte in Science Fiction Serien wie Star Trek. Und zwar unabhängig von Dachgärten oder so etwas. Andere Städte sind da schon viel weiter als die sächsische Großstadt. Aber man will ja nun anfangen. Als erstes müssen Bedenken beantwortet werden. Auch das ist schon smart. Oder etwa nicht?

Die Politik wird gebraucht

Klimaschutz, Digitalisierung und Smart Cities gehen einher. Daher gibt es im Bundesumweltministerium auch innerhalb einer Initiative zum Klimaschutz einen Schwerpunkt Stadtentwicklung. Der Begriff Smart Cities kommt nun einmal aus dem Bereich Stadtentwicklung. Daher ist das dort ganz gut aufgehoben. Und in Sachen Klimaschutz gibt es in Deutschland eine Smart City Charta, die ein immer wichtigeres Instrument wird.

All das muss in rechtlichen Bahnen ablaufen. Auch dafür ist die Politik zuständig. Denn der Klimaschutz kann mithilfe von Smart Cities nur erfolgreich sein, wenn das Thema niemand einfach nur im Ungefähren abhandelt. Es müssen klare Bedingungen vorhanden sein. An die muss sich jeder halten. Dann kann das Ganze funktionieren.

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Ein Kommentar

  1. Ich glaube, es gibt weder zeitlose Kunst, noch zeitloses Bloggen.
    Zeitlose Kunst wird genannt, weil sie über Jahrhunderte, gar Jahrtausende hinweg die Menschen erfreuen kann. Und doch ist auch sie vergänglich.
    Das einzige, was sich über die Jahrtausende als zeitlos erwiesen hat ist die Vergänglichkeit allen Seins.

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