Soziale Netzwerke: Welche Meinungsfreiheit denn?

Ein kleiner Einwurf zum Thema „soziale Netzwerke“. Es nimmt gerade mal wieder überhand, dass dort die Meinungsfreiheit zum Teufel geschickt werden könnte. Ich will das Thema gar nicht so weit ausreizen. Denn ich bleibe nun einmal dabei, dass man mit seinem Account in den Netzwerken eben nicht in der Position ist, über die Hausordnung zu diskutieren. Das kann nur der Hausherr. Dennoch muss ich aus aktuellem Anlass etwas loswerden.

Soziale Netzwerke: Twitter sperrt willkürlich Nutzer

Erst war es Facebook, die verdächtige Nutzerkonten gesperrt haben. Das hat der Riese damals eingeführt, um gegen Fake News vorzugehen. Natürlich geifern seitdem die entsprechenden Strömungen darüber, dass die Meinungsfreiheit in Gefahr sei. Aber im Prinzip ist der Ansatz von Facebook soweit erstmal nicht falsch. Was aber falsch ist, ist das Handeln des viel kleineren Konkurrenten Twitter.

Erst hatte Twitter festgestellt, dass unzählige Konten gefälscht waren. Es wurden Millionen Nutzerkonten daraufhin gesperrt. Man begründete das mit dem Kampf gegen Fake News. Und etliche dieser gesperrten Konten wurden letztlich dann auch gesperrt. Aber was einem twitternden Rechtsanwalt passiert ist, kann man dann nicht mehr als Kampf gegen Fake News ansehen.

Der hat sich ziemlich drastisch zu den Entgleisungen von Horst Seehofer geäußert. Daraufhin wurde er für 12 Stunden gesperrt. Ein Internet-Publizist stärkte dem Anwalt den Rücken und wurde gleich mit gesperrt. Das wurde alles inzwischen aufgehoben. Aber es zeigt unterm Strich, dass man auf Twitter nicht mehr ohne weiteres seine Meinung sagen kann. Rechtsanwalt Stadler schrieb dazu ganz prägnant etwas auf.

Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken? Ha, ha und abermals ha!

Wie gesagt, ich will das gar nicht so weit ausreizen. Nur so viel: In sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+ und wo auch sonst immer bin ich so vielem ausgeliefert. Da geht es ja nicht nur darum, was ich alles teilen und verwenden darf, wie auch bei meinem Blog. Es geht ja auch darum, ob das, was ich in einem sozialen Netzwerk von mir gebe, dem Betreiber dieses Netzwerks in den Kram passt.

Daran hatte man ja eh so seine Zweifel. Aber so, wie sich gerade Twitter verhält, kennt man es eigentlich nur von Facebook. Deshalb habe ich kaum Aktivitäten dort. Das muss wohl auch bei Twitter erst so passieren, oder? Aber dann kann ich meine Social Media Accounts eigentlich auch alle auf den Müll hauen, oder? Ich bin mir nicht sicher, wie es da für mich weitergeht.

Wenn jedenfalls Willkür von börsennotierten Unternehmen darüber entscheidet, was Meinungsfreiheit ist, dann kann man das nicht mehr so bezeichnen. Das macht einfach keine Freude. Deshalb schrieb ich als Zwischenüberschrift: „Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken? Ha, ha und abermals ha!“ – Denn die gibt es nicht. Und das ist alles, was ich dazu sagen kann.

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2 Kommentare

  1. Mal angenommen, es gelänge, „drastische Worte“ wie „geh sterben!“ aus den sozialen Medien zu verbannen. Wäre damit wirklich viel verloren?

    1. Nein, wäre es nicht. Ich bekomme es ja auch hin, ohne solche Formulierungen auszukommen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es so eine gute Idee ist, deshalb Nutzer zu sperren. Zumal es ja auch ein bisschen um den Kontext geht.

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