Robert Basic – Mach’s gut, Blogopa

Robert Basic, der stets aufrechte Blogopa, ist tot. Heerscharen von deutschen Bloggern trauern. Ich auch. Es gibt niemanden, der für uns einflussreicher war. Im Abwasch der Woche beschäftige ich mich mit dem sympathischen Querkopf aus Frankfurt am Main. Mit nur 52 Jahren ist der Diplomkaufmann am 01. November 2018 gestorben. Und sein Credo war:

Weinet nicht, weil ich tot bin. Lacht, trinkt und tanzt über mein geiles Leben!

Unterhalten wir uns über Robert Basic. Bäsick wie die Programmiersprache? Vielleicht. Aber vielleicht auch Basitsch, weil er kroatische Wurzeln hatte.

Wer war Robert Basic?

Irgendwann trat der Blogger in mein Leben. Nein, ich habe ihn nie persönlich kennengelernt. Aber er beeinflusste mich dennoch. Ich weiß noch, dass ich damals mitten in der Umschulung zum Fachinformatiker war und für irgendwas recherchierte. Das muss dann so ungefähr 2004 gewesen sein. Jedenfalls war zu dieser Zeit Facebook noch ziemlich klein und hierzulande kaum bekannt.

Jedenfalls kam ich bei meiner Recherche in Foren nicht weiter. Also bemühte ich Suchmaschinen. Und mir wurde ein Artikel als Suchergebnis geliefert, bei dessen Überschrift ich so dachte: Wow, das muss die Lösung sein. Das war ein Artikel über RSS, der als sein erster Artikel im Blog notiert ist. Ich weiß nicht mehr, in welchem Zusammenhang ich danach gesucht hatte. So jedenfalls stieß ich auf Robert Basic.

Lesen Sie mal den Artikel. Sie werden da von einem Bäcker und seinen Brötchen lesen. Genau das war Robert als Blogger. So und nicht anders. Wie kein zweiter hat er Sachverstand mit Bildern und Aufrichtigkeit kombiniert. Und als ich dann meinen Blog gestartet hatte, wurde er dann mit seiner Art zu einem Vorbild. Ich wollte immer ein wenig schreiben wie er. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das jemals geschafft habe. Aber ich hielt immer sehr viel von ihm.

Aber er war mehr

Man reduziert Robert immer auf seine Blogger-Tätigkeit. Aber er war mehr. Bedeutend mehr. Wir können gar nicht umreißen, was er alles war. Ich habe gelernt, dass er ein echter Kumpeltyp war. Das kam auch immer aus seinen Artikeln heraus und wie er sich sonst so geäußert hatte. Er hat auch die Leute mitgerissen. Und er ist sich immer treu geblieben.

Damit ist er ein riesiges Vorbild für so unfassbar viele Menschen geworden. Auch abseits des Bloggens. Aber wenn wir beim Bloggen bleiben: Er hat viele Menschen beeinflusst, selbst einen Blog zu starten. Ich glaube, er hat mich irgendwie auf meinen Gedanken gebracht, dass es schade ist um jede Geschichte, die nicht erzählt wird. So, wie er auch mal behauptet hatte, als einziger professionell ins Wasser furzen zu können.

Das Foto oben habe ich aus seinem Blog. In diesem philosophierte er auch über Technikinnovationen der fernen Zukunft. Damit hatte er mich mal dazu gebracht, auch bei mir im Blog herum zu spinnen. Und genau das ist ja auch eins der Hauptmerkmale von Bloggern: Einfach mal spinnen, sich Gedanken machen, über Ziele hinaus zu schießen. Und das konnte er wie kein zweiter.

Das Internet trauert

Er hatte sich von einem Herzinfarkt nicht erholt. Und sein Herz hörte auf zu schlagen. Am Wochenende hätte er auch noch Geburtstag gehabt, habe ich mitbekommen. Und seit Freitag trauert die deutsche Blogger-Gemeinde. Ein paar kleine Beispiele habe ich aufgegriffen.

Tobias Gillen leitet den Blog „Basic Thinking“, den Robert Basic mal gegründet hatte. Dort schreibt der Kölner, dass Robert eine Ikone war, mit einer unverwechselbaren Art, sich nicht um die Meinung anderer zu kümmern und die Leser zum Denken zu animieren.

Roberts Freund Don Dahlmann erinnert sich ebenfalls, dass Basic stets gut gelaunt und an allem interessiert war. Er wollte immer lernen und verstehen. Und er hatte immer Rückgrat und ließ sich nicht verbiegen. Als „Basic Thinking“ richtig lief, verkaufte er den Blog.

Im „Netzfeuilleton“ erinnert sich Jannis Schakarian daran, wie er sich wie Bolle darüber freute, als Robert ihn verlinkte. Im Jahr, als ich meinen Blog gründete. Robert konnte stundenlang über Gott und die Welt reden. Und das machte ihn so besonders.

Carsten Drees hat mir bei Mobilegeeks einen Kloß in den Hals gebombt, denn Robert hat auch ihn zum Bloggen gebracht. Weil er sich durch einen persönlichen Schicksalsschlag zurückgezogen hatte. Robert Basic half ihm zurück ins Leben.

Robert wird fehlen

Noch einmal: Ich kannte ihn nicht persönlich. Das bedaure ich. Ich hätte es selbst auch gern erlebt, wie er mit mir über Gott und die Welt redet. Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich auch gern über Gott und die Welt schreibe. Und ich spinne ja auch gern mal drauflos. Ich glaube, dass wir großartige Gespräche gehabt hätten. Denn er war ja auch so Erde-an-Zukunft-Typ, wie ich.

Ich kann nicht absehen, wie groß das Loch ist, was sein Tod reißt. Es wird groß sein. Gerade als er in mehreren Teilen die Geschichte der Blogs erzählte (Teil 1Teil 2Teil 3), schaffte er das, was die Blogger im deutschsprachigen Raum brauchen: Zusammenhalt. Dabei hat er oft genug einfach mal das Visier offen gelassen und drauflos geschrieben. Das war immer ehrlich.

Robert wird aber nicht nur den Bloggern fehlen. Er war anerkannter Berater, Sprecher, was-weiß-ich-was-sonst-noch. Und so kommen Technikmagazine und Medienportale auch zu Nachrufen. Das zeigt, wie wichtig er war und ist. Und das zeigt auch, welches Loch sein früher Tod reißt. Und wegen seiner Herzlichkeit und Freundlichkeit, möchte ich diesen Artikel gern beschließen mit einem Zitat von Albert Schweitzer:

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

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