Skip to main content

Tizen: Das jämmerliche Schachspiel von Samsung

Samsung scheint ein ganz mieses Spiel mit dem hoch gejubelten mobilen Betriebssystem Tizen abzuziehen. Momentan ist die Technik-Welt – nun ja, wie soll man es nennen? – bestürzt, sauer, ratlos. Ich muss da einfach mal ein wenig darüber philosophieren.

Vorab muss ich aber erwähnen, dass ich mich hier auf Aussagen in deutschen Blogs beziehe, die sich auf Gerüchte beziehen. Es ist nichts amtlich, und demzufolge könnte auch alles eine Ente sein. Aber es zeichnet sich ab, dass Samsung, der Welt liebster Handy-Schrauber, eine ganz miese Nummer mit Tizen abzieht.

Der Zauberer Tizen wird wohl gar nicht kommen, lautet das Gerücht, das derzeit im Markt gespielt wird. Zumindest von Samsung wird es keine Smartphones mit diesem System geben. Und da Samsung Hauptfinancier der Tizen Association neben Intel ist, wird dem Projekt wohl gleich mal der Todesstoß versetzt.

Hintergrund ist folgender: Samsung hatte angekündigt, im Laufe der nächsten Monate (erwartet wurde im Internet der August oder ein Monat in dem Bereich) das erste Tizen-Smartphone auf den Markt bringen zu wollen. Und jetzt die Tage hat der große Südkoreaner dann gesagt: Entschuldigung, das verzögert sich alles, vielleicht sogar bis ins nächste Jahr.

Ich habe mir dabei gedacht: Moment, so ähnlich ging das ja auch bei Bada ab. Samsung hatte stets erklärt, dass sich die Updates zu Bada nur geringfügig verzögern würden und praktisch unmittelbar bevorstehen würden. Bis dann jegliche Entwicklung an dem System im Frühling eingestellt wurde, und zwar ohne irgendeine Vorwarnung.

Nun kommt ein Insider daher, dem man immer nachsagt, er wäre ganz besonders gut informiert. Eldar Murtatin heißt er. Und der hat über Twitter mal los gehustet. Er hat nämlich geschrieben, dass Tizen keineswegs nur verzögert ist, sondern bereits so gut wie tot sei. Heerscharen von Entwickler haben viel Kraft, Zeit, Geduld und vielleicht auch Geld eingesetzt, um Apps und Funktionen für das System zu programmieren. Und das alles soll für nichts geschehen sein? Aber das ist nun einmal der sagenumwobene Tweet:

Mirko Müller hat im TIZENBlog auch über das von Murtatin in die Welt gesetzte Gerücht philosophiert. Er stellt fest, dass sich Samsung und Intel bedächtig viel Zeit lassen. Und stellt – wie ich – gewisse Parallelen zu Bada fest. Und ja, höchst offiziell ist Bada von Samsung noch nicht für beendet erklärt worden. Aber es ist faktisch erledigt. Jetzt stellt sich so die Frage, ob das mit Tizen auch einfach mal so gehandhabt wird.

Wer weiß, vielleicht tauchen ja jetzt plötzlich Gerüchte auf, dass es mit Bada weitergeht? Bei Samsung weiß man ja nie. Tizen kann man zwar aufgrund solcher Dinge wie die aktuelle Beta-Version der Entwicklungsumgebung nicht völlig abschreiben. Aber alles in allem ist wieder mal alles recht eigenartig und kurios beim liebsten Handy-Schrauber wo gibt.

Wie dem auch sei, Samsung kann man nicht wirklich über den Weg trauen. Es gibt da so Hirngespinste, dass man Tizen als Aufsatz für Android ins Rund hauen könnte. Aber würde das nicht die bekannte Oberfläche TouchWiz ad absurdum führen? Also bleibt es ein jämmerliches Schachspiel, was da Samsung mal wieder mit den Konsumenten und Entwicklern treibt.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Tizen: Das jämmerliche Schachspiel von Samsung”

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.