Parkbühne Leipzig: Sommerparty mit OMD

Gestern Abend hatte die Parkbühne Leipzig im Clara-Zetkin-Park gewackelt. OMD schickten sich an, mit ihren Fans eine Party zu feiern. Und wie sie das taten! Zum Abschluss einer Serie von Sommerkonzerten suchte die New Wave Band die Bühne heim, auf der sie ganz verschämt vor 12, 13 Jahren ihr Comeback feierte. Meine Güte, war das eine Sommerparty! Und das trotz Wolkenbruch unmittelbar davor.

Parkbühne Leipzig: Tanztee oder was?

Ich war als kleiner Junge früher mit meiner Oma immer wieder im Clara-Zetkin-Park. Es war perfekt für uns: 1 Minute Fußweg bis zur Straßenbahn, die uns fast direkt bis zum Park brachte. Dort befindet sich bis heute einer der größten und schönsten Spielplätze der Stadt. Und nicht weit davon entfernt steht die Parkbühne. 2500 Zuschauer finden dort Platz. Und das ist deren Webseite.

Als Kind war ich da irgendwie mal mit der Oma drin. Wie es eben so war: Irgendeine Band spielte irgendwelche seichte Mucke. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Die Parkbühne hat sich verändert. Sie wird heute von Bands und Publikum dafür geschätzt, dass die Atmosphäre heimelig, fast familiär ist. In der Nähe der Red Bull Arena befindet sich die Festwiese mit einer Kapazität von um die 70000. Das ist eine andere Nummer. Die Parkbühne Leipzig ist eher das „Clubkonzert im Freien“.

Findet OMD statt?

Gestern waren den ganzen Tag für den Abend zum Teil schwere Gewitter für den Raum Leipzig angekündigt. Überhaupt war die Rede davon, dass der 23.08.2018 das Ende der Hitzeperiode einläuten wird. Und so kam es, wie es kommen musste: Irgendwann gegen halb 5 fing es an zu regnen und zu gewittern. Es wurde immer stärker. Wir waren uns nicht sicher: Können OMD überhaupt auftreten? Der Regenradar zeigte aber, dass sich das Unwetter verziehen wird.

Also ging es los. Der Park war natürlich etwas aufgeweicht. Aber weil so wahnsinnig viel Regen fehlte, war das jetzt nicht weiter schlimm. Vor der Parkbühne Leipzig schnell mal noch ein Bier geschüttet, dann gingen wir rein. Das Gebäude ist so eine Art kleines Amphitheater mit einem runden Zuschauerbereich, der etwas abgeschrägt ist. Die Bühne von OMD war komplett schwarz. So, wie man sie halt kennt.

Halb 8 sollte das Konzert beginnen. Allerdings liefen zu dem Zeitpunkt immernoch Techniker auf der Bühne herum. Mal wurde die Nebelanlage geprüft, mal die Tonabnehmer der Drums. Hier ein Kabel, dort ein Kabel. Durch den heftigen Wolkenbruch hatte es bestimmt den einen oder anderen Schaden gegeben. Mit etwa 15 Minuten Verspätung begann dann aber das Konzert. Und wie die alten Männer loslederten!

Querschnitt durch 40 Jahre Bandgeschichte

Es ging querbeet durch die lange und wechselvolle Geschichte der Band. Man begann mit einer kurzen Collage aus „La Mitrailleuse“ und „Art eats Art“, bevor das sagenhafte „Isotype“ erklang. Es folgten solche Kracher wie „Messages“, „History of Modern“ und, und, und. Nach „Isotype“ verkündete Andy McCluskey: Sie hatten eine geile Sommerzeit mit vielen unvergesslichen Konzerten, die sie in Leipzig standesgemäß abschließen wollen und darum eine große Party feiern wollten.

Und genau das ist passiert. Der Spaß stand im Vordergrund. Zwar immernoch höchst professionell. Aber das war nicht wichtig. Es war auch nicht wichtig, dass Andy McCluskey sich mal verspielte und sich von Paul Humphreys die Bestätigung abholte, von nun an nur noch zu tanzen, weil er das besser könne. Und Paul Humphreys feierte auf der Parkbühne Leipzig seinen Polterabend im Hula-Röckchen, weil er am Wochenende heiraten wird und die Hochzeitsreise nach Bora Bora führen wird.

Insgesamt war es ein unvergesslicher Abend, der unheimlich viel Spaß gemacht hatte. Dabei war auch der Knaller „Maid of Orleans“, gemeinsam mit „Souvenir“ und „Joan of Arc“. Wir bekamen „If you leave“, „Dreaming“, das sagenhafte „Sailing on the seven Seas“ und „Enola Gay“ zu hören. Und OMD waren mit den Fans eine große feiernde Meute. 2 Stunden lang meterten die vier knapp 60-jährigen Briten drauflos. Letztlich hatte auch Trommler Stuart Kershaw ein Hula-Röckchen bekommen, allerdings als Perücke.

Freunde, das war Spaß

Meine Fresse, hatten die vier Spaß! Das Publikum gleich mit. Wie gesagt, das war eine Sommerparty. Kein Promotion-Auftritt für ein neues Album, denn der fand ja im November im Haus Auensee statt. Und welchen Spaß sie hatten, zeigt das folgende Video. Da ist die Hula-Röckchen-Nummer mit Paul Humphreys dabei. Andy McCluskey sagt sinngemäß: „Wir wollten immer eine coole Synthesizer-Band sein. Wir sind nun nicht mehr cool“.

Ich habe ein paar Fotos mit dem Handy geschossen. Aber durch die Sauna in der Parkbühne Leipzig kondensierte Schweiß auf der Linse. Entschuldigung also, wenn die Bilder nicht ganz scharf geworden sind. Ich hoffe aber trotzdem, dass sie die Atmosphäre ein wenig eingefangen haben. Jedenfalls hat der Abend mit OMD riesigen Spaß gemacht. Und sie kommen wieder. Sie haben sich schon für 2019 angekündigt. Heissa, was für eine Freude!

Ach ja: Und jeder,. der diesen Artikel liest und nicht in jedem Fall etwas mit den Lieder anfangen kann: Unter dem Schlagwort „OMD“ habe ich jede Menge Material in Artikeln besprochen. Dort sind auch viele, viele Lieder verlinkt oder eingebunden. Einfach mal schauen.

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Ein Kommentar

  1. Was für ein tolles Konzert!
    Spielfreude, gute Stimmung im Publikum und – zumindest für meine Ohren, nicht so ein übertriebenes Bassgepumpe wie im November im Auensee… Aber gut, das ist halt meine subjektive Meinung!

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