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Von einem, der in Erfurt einzog, das Fürchten zu lehren

Bodo Ramelow, der Chef der Thüringer LINKE ist neuer Ministerpräsident des Freistaates Thüringen. Ob das so gewollt war, weiß ich nicht. Man kann da nur mutmaßen. Und es steht niemandem zu, über eine Wahlentscheidung zu richten. Wahrscheinlich war die Landtagswahl in Thüringen eine Wahl gegen die bisherige Ministerpräsidentin Lieberknecht. Aber das ist reine Spekulation.

Eine riesige Aufregung fand in den Medien statt, als es hieß, dass nun in Erfurt der erste linke Ministerpräsident das Zepter schwingen wird. Ich habe die Thüringer Landespolitik jetzt nicht so sehr im Blick. Aber ich habe immer wieder Bodo Ramelow mitbekommen. Er kommt als Unsympath herum. Ob er das wirklich ist, kann ich nicht beurteilen. Es kann natürlich sein, dass das alles nur von der Medien zurecht gebogen ist. Jedenfalls wurden sie alle in Erstaunen versetzt, dass man den – wie ich las – „Linksrutsch von Erfurt“ doch nicht verhindern konnte.

Nachdem Ramelow es nicht geschafft hatte, gleich im ersten Wahlgang gewählt zu werden und einen zweiten benötigte, hieß es da schon, dass sich der Landtag uneins sei und die magere Mehrheit von nur einer Stimme zu einer Pattsituation in Erfurt führen würde. Und die könnte der dann gewählte Ministerpräsident nur durch eine ominöse harte Hand gelöst werden könnte.

Aber nun kommen gleich neue Orakel daher. Man fühlt sich am Ende des Jahres 2014 ominöserweise in die Zeit der Seher und Scharlatane zurückversetzt. Denn ganz plötzlich wird daherorakelt, dass man nun eine Blaupause hätte, um eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene zu etablieren. Man stelle sich doch nur vor, dass Sarah Wagenknecht, Sigmar Gabriel und Claudia Roth miteinander reden müssten. Ist das nicht schon etwa witzig?

Wie dem auch sei – man malt da den Teufel an die Wand, was Bodo Ramelow betrifft. Eine Landesregierung mit Beteiligung der LINKE kann durchaus gut gehen. Man muss sich da nicht alles mögliche zusammen spinnen, um eine solche Landesregierung gleich zu Beginn in Misskredit zu bringen. Sollte das Kabinett Ramelow Mist bauen, bekommen sie dafür die Quittung, so wie es eben das Kabinett Lieberknecht erlebt hat. So ist das nun einmal.

Es wurde ja auch viel orakelt, wie denn das Ergebnis zustande kam. Nun ja, ich habe mitbekommen, dass man über die Lieberknecht-Zeit alles andere als glücklich war. Und Wutbürger werden nun einmal von der AFD angezogen wie Motten vom Licht. Wer nun aber denkt, dass nun ganz plötzlich in Thüringen die DDR wieder ausgebrochen ist, der täuscht sich. Ich glaube, als ehemaliges Grenzgebiet der DDR würden die Thüringer so einen Weg nicht wollen. Zu sehr arbeitet die Thüringer Wirtschaft mit der Hessischen und der Bayrischen zusammen.

Bodo Ramelow wird wohl während seiner Amtszeit auf Fairness bedacht sein. Zu dieser rief er auch während seiner Antrittsrede auf. Wie sich das dann alles entwickelt, wird man dann beobachten. Jedenfalls darf man nun nicht den Fehler machen und den Thüringer Wählern vorwerfen, eine weltfremde Wahlentscheidung getroffen zu haben. Ich denke, das war unterm Strich eine Wahl gegen die CDU, nicht für die LINKE. Und mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Bildquelle: Thüringer Landtag in Erfurt – By TomKidd (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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