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Webmaster Friday

Webmaster Friday – Ich hasse Linkgeiz

This entry is part 25 of 80 in the series Webmaster Friday

Webmaster Friday

Mit der Artikelüberschrift ist doch eigentlich schon alles gesagt, oder? Ja, ich hasse Linkgeiz. Ich hasse es, wenn man von anderen Bloggern nicht verlinkt wird. Ich kann es nicht ab, wenn bei einem WordPress Blog, auf den ich verlinke, weil ein Artikel dort zu einem meiner Themen passt, wenn der Blog dann also die so genannten Pingbacks und / oder Trackbacks ausgeschaltet hat. Und ich werde mich hüten, zukünftig auf solche Blogs zu verlinken.

Ist damit alles zum aktuellen Webmaster Friday gesagt? Ich glaube nicht. Denn ganz so einfach ist es dann doch nicht. Man muss schon ein wenig aufpassen, aber verschanzen muss man sich auch nicht. Und hier muss ich – mal wieder – etwas aufschreiben.

Bereits im März habe ich darüber geschrieben, dass deutsche Blogger nicht organisiert sind. Und dort habe ich etwas geschrieben, das ich einfach mal zum Thema mit zitieren muss:

[…]warum sind deutsche Blogger nicht organisiert? Es geht ja schon los mit dem Linkgeiz. Der typische deutsche Blogger lebt in seinem Biotop und spielt Eigenbrödler. Verlinkt wird recht selten auf andere Blogs. Und wenn, dann wird mit “NoFollow” verlinkt. Kommentiert wird unter Bloggern auch recht selten. Warum das so ist, weiß ich nicht. Und vor diesem Hintergrund sollen sich deutsche Blogs organisieren? Oh, my goodness!

Damals war noch nicht von dem ominösen Penguin-Update von Google die Rede, das vor kurzem die Runde machte. Aber genau das sieht Martin Mißfeldt beim Webmaster Friday als Grund für den Linkgeiz. Nein, das ist ganz sicher nicht der Grund. Der deutsche Blogger ist wie der deutsche Michel: Der gemeine Deutsche kann einfach schlecht honorieren, dass jemand anderes auch etwas gutes macht.

Ob das nun Musiker, Handwerker oder Blogger sind, der Deutsche kann es einfach nicht, jemand anderem etwas gönnen. Und da sagt sich dann eben der deutsche Blogger: Nee, da schalte ich die Pingbacks aus, bevor mir Leser abhanden kommen. Und ich stelle dazu alle Kommentar-Links auf „Nofollow“, damit Google ja nicht mitbekommt, dass da eine vielleicht bessere Seite auf meiner Seite einen Link hat.

Dabei kommt es ja gerade auf den so genannten Linkjuice an. Wenn ich auf einen anderen Artikel verlinke, ist das eine Empfehlung. Und ein Pingback (in den Reihen der Kommentare taucht dann der Link zu meinem Artikel auf) ist dann eine Art Danke-sagen. Wenn Pingbacks ausgeschaltet sind, ist das so, als würde ich ein Schild mit der Aufschrift „Zum Ziel“ aufstellen, was in Richtung Ende einer Sackgasse zeigt. Mir kann kein Mensch erzählen, dass so etwas gern gesehen wird.

Nein, ich hasse es wirklich, wenn andere Blogger mit Links geizen. Wenn Sie nicht ordentlich referenzieren, worauf sie sich beziehen, dann ist das reines Hörensagen. Und das können sie gern bleiben lassen. Das ist dann nämlich das typische „Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde…„. Wer will so etwas?

Solche Dinge, dass man aus Angst, Leser zu verlieren, erst gar nicht woanders hin verlinkt, macht man als Neuling, dem einfach mal die Erfahrung fehlt. Das ist Matthias Großkopf am Anfang auch so gegangen. Im Normalfall macht man das aber genauso, wie er es in seinem Artikel beschrieben hat: Man greift einen Gedanken woanders auf oder man ist durch einen anderen Artikel inspiriert oder möchte eine Gegenmeinung zu einem anderen Artikel aufschreiben. Dann gehört es sich verdammt nochmal, dass man in sein Pamphlet einen Link zu dem Ursprungsartikel setzt.

Was ist denn das auch für eine blödsinnige Idee, einfach nirgendwo hin zu verlinken? Was sollen denn die Leser denken? Woher zum Teufel soll man denn wissen, woher das der Blogger XYZ weiß, wovon der da redet? Und sehen Sie den Google Bot durchaus auch mal als Leser an: Wenn der den Artikel crawlt, also durchsucht, dann will der auch wissen, worum es geht. Greift man da einen Gedanken von woanders auf und verweist nicht darauf, was glauben Sie, was der Bot denkt? Ich weiß nicht, worum es geht, also ist das uninteressanter und minderwertiger Inhalt. So ungefähr stelle ich mir das einfach mal ganz einfach vor.

Matthias Großkopf hat lobenswerterweise auch Bezug auf diesen Blödsinn mit dem „Nofollow“ bei Kommentaren Bezug genommen. Ich meine, ich moderiere meine Kommentare. Das heißt, es werden die Kommentare von neuen Kommentatoren erst freigeschaltet, wenn ich einen Blick drauf geworfen habe. Bei Pingbacks ist das genauso. Da ich also einen groben Überblick über die Kommentare habe, können die Links der Kommentatoren auch auf „Dofollow“ stehen, was für den Leser namens Google Bot bedeutet, dass er dort gern mal weiterschauen kann. Und falls notwendig, kann ich auf ein inzwischen aktualisiertes Plugin namens „Nofollow Case by Case“ zurückgreifen und manuell solchen Links den Leser Google Bot verwehren. So sieht es auch Matthias Großkopf.

Malte Koj sieht das Ganze in seinem Blog auch eher entspannt. Weil Google mit irgendwelchen Dingen wie dem „Penguin Update“ wild mit Nebelkerzen umher wedelt, hat die Bloggerwelt wohl Sorge, dass Google Links nach draußen in die Welt nicht gern sehen würde. Es herrscht also Angst und Panik. Man zieht sich also in das Schneckenhaus des eigenen Blogs zurück und schmeißt vielleicht der Wikipedia oder SPIEGEL ONLINE oder solchen Seiten mal einen Link vor die Füße, man schaltet die Links der Kommentatoren entweder ab oder stellt sie auf „Nofollow“ und man kommentiert nirgendwo.

„Tschuldigung, dann schreibt doch nichts ins Internet. Linkgeiz, Linkangst und Kommentarmuffel gehören nicht in die Bloggerwelt. Und darum schreibt Malte Koj auch, dass es durchaus sinnvoll ist, auf andere Seiten zu verlinken. Denn nur so kann man auch erwarten, dass mal jemand anderes auf einen verlinkt. Ende, aus, Mickymaus. So einfach ist das.

Aber wie gesagt: Ich sehe es nach wie vor hauptsächlich in Deutschland problematisch, weil der Deutsche nicht gönnen kann. Er kann eben nicht einfach mal Besucher weiterleiten. Er kann dem Leser Google Bot nicht einfach sagen, dass es woanders auch guten Lesestoff gibt. Und so lang eine solche Haltung vorherrscht, wird der Linkgeiz bestehen bleiben.

Ich habe eingangs geschrieben, dass ich Linkgeiz nicht ausstehen kann. Ich werde weiter auf die Quellen verlinken, auf die ich mich beziehe. Und meine Kommentatoren erhalten auch einen Dofollow-Link, wenn sie sich benehmen. Und wenn es passt, werde ich woanders auch meinen Senf als Kommentar hinterlassen. Das gehört sich einfach. Und wenn irgendwo mein Link nicht als Pingback vorhanden ist, wird diese Seite nie wieder verlinkt. Denn ein Link ist ein Geben und Nehmen und eben auch ein Geschenk und eine Empfehlung. Für Geschenke und Empfehlungen bedankt man sich, alles andere ist unhöflich.

Jetzt habe ich genug zum Thema geschrieben, oder? Aber das Thema regt mich eben regelmäßig auf. Ich könnte jetzt noch davon anfangen, was ich davon halte, wenn irgendwo ein Gastbeitrag von mir erscheinen würde, der nicht mal einen Referenz-Link zu mir hat. Aber das spare ich mir. Stattdessen frage ich einfach mal: Wenn Sie bis hierhin durchgehalten haben, was halten Sie von Linkgeiz?

Nachtrag: Falls Sie noch Hinweise brauchen, der Lothar hat bei PerfectSEO auch über das Thema berichtet. Und er ist der Meinung, dass gerade dieses Penguin-Gefasel Unruhe stiftet. Denn Matt Cutts, der Google Ober-Pinguin, hat zum besten gegeben, dass es unverständlich sei, dass man seine Quellen nicht verlinkt. Es klingt so, als ob hier gerade das Verlinken begrüßt wird. Und das kann doch so schlecht nicht sein, oder? (Jetzt ist aber Schluss mit dem Artikel.)

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

22 Gedanken zu „Webmaster Friday – Ich hasse Linkgeiz

  1. Hallo Henning,
    dein O-Ton: „Tchuldigung, dann schreibt doch nichts ins Internet. Linkgeiz, Linkangst und Kommentarmuffel gehören nicht in die Bloggerwelt.“ bringts doch genau auf den Punkt. Sehe ich genau so!

    Ich stehe zwar erst am Anfang meiner Bloggerkarriere, aber es ist meiner Meinung doch klar, dass man Quellen die einen inspiriert haben auch nennt, sprich verlinkt. Gehört doch eigentlich zum guten Ton, oder!?

  2. Na gut Macutts den weis man nicht unbedingt wirklich einzuschätzen, denn aufgrund des momentanen Linkgeizes, oder besser gesagt der Angst in ein Penatlty zu fallen, wird es für Google auch nicht einfacher.
    Denn das Internet ist eben nur deswegen so groß geworden weil man eben seine Quellen verlinkt hat.

  3. Danke Henning für den schön provokativen Titel, der mich auf deinen Beitrag gelockt hat und mir als Newbie den Webmaster Friday bekannt gemacht hat. Es ist schön zu sehen, dass es unter Bloggern auch eine Gemeinschaft entspannter Leute gibt, die miteinander reden und nicht nur gegeneinander die Ellenbogen ausfahren, weil sie Konkurrenz sein könnten.

    Ich habe dann auch mal meinen Senf auf meinem jungen Blog dazu gegeben.

    Beste Grüße

    Cecilia

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