Die FAZ und die Schavan – Dumm gelaufen

Dass man in der heutigen Zeit als Blogger schnell mal eine Abmahnung bekommt, weil man sich angeblich unerlaubt an Presseerzeugnisse bedient haben soll, ist nichts neues. Dass man eine Abmahnung für angebliche falsche Aussagen zu Personen bekommt, ist auch hinlänglich bekannt. Aber dass man sich einen solchen Wisch einfängt für Sachen, die man gar nicht von sich gegeben hat, ist neu.

Gerade schießt die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit geballter rechtliche Kraft auf den Blogger und Historiker Dr. Klaus Graf. Irgendwie sind hier die Relationen verloren gegangen. Und das muss man mal diskutieren dürfen.

Der Vorwurf

Klaus Graf wird vorgeworfen, eine Autorin der FAZ namens Heike Schmoll als Lebensgefährtin von Annette Schavan bezeichnet zu haben. Wäre das so, dann hätte er wohl oder übel das Persönlichkeitsrecht verletzt, denke ich. Hat er das? Es geht um folgenden Absatz:

Schavan-Freundin Heike Schmoll unkt in der FAZ: „Schavan wird wohl den Titel verlieren“ und vermutet bestimmte Machenschaften beim Auftauchen der belastenden Zitierregeln-Broschüre

Meiner Meinung nach hat Graf hier irgendeine Freundin gemeint. Mit keiner Silbe hat er irgendetwas verlauten lassen, dass er hier irgendeine Beziehung zusammenstricken will. Aber genau das wird ihm derzeit vorgeworfen. Verstehen Sie das?

Nun liegt ihm eine strafbewehrte Unerlassungserklärung vor, dass er künftig Schmoll nicht mehr „als die Freundin und/oder die Lebensgefährtin“ bezeichnet. Also darf Graf auch – um das Beispiel zu bringen – einen Freund der Familie XYZ nicht mehr als solchen bezeichnen. Noch einmal: Verstehen Sie das?

Meinungen anderer

Der bekannte Rechtsanwalt Thomas Stadler hat in seinem Blog dazu geschrieben, dass mit dem oben genannten Zitat lediglich interpretiert werden kann, dass Graf „eine aus seiner Sicht äußerst Schavan-freundliche Berichterstattung der Journalistin“ beschrieben hat.

Angeblich soll sich der Vorwurf daraus ergeben, dass Graf auf den Blog Causa Schavan verlinkt. Aber – wie Thomas Stadler eben auch meint – nur auf die Startseite. Was will man denn daraus zusammen konzentrieren?

Mir stellt sich hier auch die Frage: Wenn sich hier jemand aufregen sollte, dann auf jeden Fall die Damen Schmoll und Schavan. Aber keineswegs der Arbeitgeber von Frau Schmoll. Denn – selbst wenn da wirklich etwas mehr als eine Bekanntschaft zwischen beiden wäre – das wäre immernoch die Angelegenheit der beiden. Das hat keinen Arbeitgeber und erst recht nicht deren Rechtsabteilung zu interessieren. Oder sehe ich das hier falsch?

Eine wilde Vermutung

Und da komme ich einfach mal zu meiner Vermutung: Hier soll ein überaus kritischer Blogger, der sich nie den Mund verbieten ließ, einfach mal mundtot gemacht werden. Vielleicht hat er sich bei irgendeiner Sache zu tief eingearbeitet?

Es ist nur so, dass niemand so richtig weiß, wie es zu diesem seltsamen Verhalten der Rechtsabteilung der FAZ kommen konnte. Und da schießen natürlich die Mutmaßungen ins Kraut. Was da jedenfalls derzeit veranstaltet wird, erinnert irgendwie an den so genannten Streisand-Effekt. Und so etwas geht doch ganz sicher nach hinten los.

Ich weiß nicht so recht, aber ich glaube nicht, dass Klaus Graf irgendwem schaden wollte. Das, was es zum Thema in seinem Blog zu lesen gibt, lässt jedenfalls nicht darauf schließen, dass er sich in irgendeiner Weise dazu aufgerafft hat, gegen eine egal-wie-lose Bekanntschaft zwischen Schmoll und Schavan zu hetzen. Daher ist das Verhalten ja so seltsam.

Was ziehe ich hier als Fazit?

Nun ja, natürlich sollte man nicht irgendetwas behaupten, was dann das Persönlichkeitsrecht von irgendwem beeinträchtigt. Meine Gedanken weiter oben sind nur ein Gedankenfetzen ohne irgendeinen Gehalt. Aber Klaus Graf hat niemanden angegriffen oder irgendwelche Rechte angekratzt.

Was auch immer man dazu liest, das ist die einhellige Meinung dazu. Daher sollte man als Blogger aufpassen, irgendwie ist die Medienbranche derzeit wieder streitlustig. Schade drum, denn in gemeinsamer Arbeit zwischen Medien und Blogger liegt unheimlich viel Potential. Die FAZ hat gerade einiges davon verspielt.

Was Sie auch interessieren könnte:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.