Home Office Unfug - Ich kann es nicht mehr hören - (C) Pexels Pixabay-Lizenz - via Pixabay.com

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Home Office Unfug – Ich kann es nicht mehr hören

Leute, können wir mal mit dem Home Office Unfug aufhören? Ich meine damit nicht, dass wir nicht mehr zuhause arbeiten sollen. Aber sagt bitte irgendwas anderes. Das kann man ja kaum noch fassen. Ich habe eine Woche Pause gemacht, weil es einfach nötig war. OK, das wurde durch mein Blog-Jubiläum unterbrochen. Aber sonst im Großen und Ganzen? Ja, ich hatte Urlaub. Und ich dachte, dass wir inzwischen eine bessere Begrifflichkeit gefunden hätten. Nein, dem war nicht so. Und dann holt man einmal tief Luft, und plötzlich ist da dieser Artikel da.

Zuhause arbeiten mit Höhen und Tiefen

Ich kritisiere am Home Office Unfug ja nicht unbedingt, dass man überhaupt zuhause arbeitet. Seien wir froh, dass das bei vielen Unternehmen möglich ist. Klar, der Maler kann nicht einfach ein Stück Hauswand bei seinem Kunden abbauen und die bei sich im Keller streichen. Aber wir “Sesselfurzer” können das. Wir können uns die Arbeit mit in die heimischen Gefilde nehmen und so der Gefahr aus dem Weg gehen, dass durch uns Corona weiter verbreitet wird. Das ist gut und nicht kritikwürdig.

Ich habe noch dazu das große Glück, dass meine Tochter einerseits im Teenager-Alter ist und nicht zwanghaft bespaßt werden muss und andererseits gar nicht bei mir wohnt und ich ihr Kinderzimmer als heimisches Büro missbrauchen kann. Das geht vielen Eltern eben nicht so. Die müssen neben der Beschäftigung für die Kinder und dem Mittagessen auch noch die anfallenden Aufgaben im Job erledigen. Ich hab nur einen krummen Rücken, andere haben ein lädiertes Nervenkostüm.

Die Sache mit dem Home Office Unfug ist nämlich die, dass in den meisten Fällen gar nicht an ein normales Arbeiten zu denken ist. Wie gesagt: Meine Situation ist nicht vergleichbar mit der allein erziehenden Mutter, die zuhause Präsentationen über Microsoft Teams oder was auch immer halten muss. Es gibt zum Glück all die Möglichkeiten. Aber wir haben alle mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Normal ist da nichts dabei. Und das müssen wir allesamt bedenken.

Was meine ich denn dann mit dem Home Office Unfug?

Im Büro habe ich einen fetten PC stehen, dessen Bildschirmausgabe an zwei Monitore geschickt wird. Hier im so genannten Home Office habe ich “nur” ein Notebook. Das ist zwar ordentlich ausgestattet. Aber es ist eben nicht das Gleiche. Sonst habe ich wenig Einschränkungen, nachdem ich einen neuen Bürostuhl habe und meine Rückenprobleme abnehmen. Andere Menschen, die derzeit zuhause arbeiten müssen, was sie sonst nicht tun, haben mit viel größeren Problemen zu kämpfen.

Es sind ja nicht nur die quengelnden Kinder, für die man als Eltern selbstverständlich da ist. Nein, es sind instabile Internet-Verbindungen, oftmals nicht mal ein halbwegs passabler Schreibtisch, Ablenkungen durch Hausarbeit etc. Mit Home Office Unfug meine ich, dass dies ja eigentlich nichts mit Home Office zu tun haben kann. In so einer Situation ist es schlichtweg unmöglich, die gleiche Arbeitsleistung zu erbringen, als wenn man wie sonst im Büro auf Arbeit wäre.

Darum halte ich den Begriff “Home Office” auch für falsch. Ja, wir mögen uns vielleicht eine Behelfsumgebung als Büro-Umgebung bauen können. Es bleibt aber ein Behelf im Notfall. Home Office bedeutet nämlich eigentlich, dass das Ganze geplant abläuft und gesteuert werden kann. In der derzeitigen Situation gänzlich unmöglich. Oder hat irgendwer – sagen wir mal – an Weihnachten 2019 ernsthaft geglaubt, zuhause arbeiten zu müssen?

Und die derzeitige Situation ist eben auch für Unternehmensprozesse eine Herausforderung. In diesem derzeitigen Home Office Unfug ist gar nicht daran zu denken, so wie immer zu arbeiten. Das ist eine Notfall-Situation, und wir in unserem Ausweich-Refugium müssen aus erschwerten Bedingungen das Beste machen. Und deshalb sollten wir es eben nicht “Home Office” nennen. “Notfall-Office” – oder wie ich hier gelesen habe: “Pandemie-Office” oder “Pan-Office”.

Die Welt kennt kein Home Office

Fragt mal Mitarbeiter in globalen Konzernen, ob deren britische, indische oder amerikanische Kollegen “Home Office” sagen. Die britischen Truppenteile werden vermutlich lachen. Denn bei denen ist das “Home Office” das britische Innenministerium. Ich arbeite bei einem weltweit tätigen Systemhaus. Und unsere Konzernleitung nutzt den Begriff “WFH” – also “Working From Home”. Ja, “von zuhause aus arbeiten”, da wird schon eher ein Schuh draus. Der Begriff scheint weltweit so anerkannt zu sein.

Nur wir Deutschen sagen “Home Office” zu etwas, was nicht mal ansatzweise dem entspricht, was dem Verständnis nach so etwas wäre, auch wenn es anders heißt. Das ist ungefähr so ein Blödsinn wie “Handy”. Der Begriff wird ja nur im Deutschen für ein Mobiltelefon verwendet. Woanders heißt es “Cellphone” oder “Mobile”. Wir verwenden das Wort, das im Englischen für “praktisch” steht. Also hören wir damit einfach auf.

So, wie wir eben auch den ganzen Home Office Unfug nicht als gegeben ansehen sollten. Wer Home Office macht, tut dies geplant. Das ist bei vielen derzeit nicht der Fall. Und wer geplant im Home Office arbeitet, hat auch seine Tagesabläufe. Diese Menschen haben bewusste Abläufe, durch die es eben nicht zum Corona-Kessel – oder halt zur Corona-Plauze – kommt. Daran seht ihr doch eigentlich, dass das derzeit eben eine Notfall-Situation ist.

Und noch ein Unterschied zwischen Home Office und Pan-Office: Viele haben derzeit mehr Zeit. Und sie kommen dabei auch dazu, Dinge zu tun, für die sonst keine Zeit bleibt. Das ist halt auch nicht der Normal-Zustand. Das sollten wir alle bedenken, wenn wir irgendwas über den Home Office Unfug erzählen. Und ich mache halt weiterhin das, was notwendig ist. Denn es gibt eben Kunden, die uns brauchen und darauf bauen, dass wir da sind. Aber Home Office ist es eben nicht.

Home Office Unfug - Ich kann es nicht mehr hören - (C) Pexels Pixabay-Lizenz - via Pixabay.com
Home Office Unfug – Ich kann es nicht mehr hören – (C) Pexels Pixabay-Lizenz – via Pixabay.com

5 Kommentare zu „Home Office Unfug – Ich kann es nicht mehr hören“

    1. “Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern. Du sollst keine Trolls füttern.”

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