Exchange Server Wissen: Alles geht vorbei

Exchange Server Wissen: Alles geht vorbei

Exchange Server Wissen: Alles geht vorbei

Lasst uns mal eben über das Exchange Server Wissen unterhalten. Ich bin davon überzeugt, dass das immer weniger wird. Warum, das so ist, werde ich euch zeigen. Und ganz ehrlich: Das bedaure ich. Sicherlich ist das Alles auch einem grandiosen Marketing durch Microsoft für ihre Cloud geschuldet. Aber was bitte ist denn mit all den Organisationen, die auch in den nächsten Jahren auf eine On-Premise-Lösung angewiesen sind? Die brauchen auch in Zukunft noch Exchange Server Wissen. Oder sehe ich das falsch?

Was hat er denn? Es gibt doch die Cloud!

Ja, Freunde, so einfach ist das nun einmal nicht. Wir haben etliche Kunden, die nun einmal nicht in die Cloud migrieren können. Unter keinen Umständen dürfen Kundendaten in die Hände dritter kommen. Ja, ich weiß, wir können uns stundenlang darüber unterhalten, ob Microsoft nun auf Kundendaten Zugriff hat oder nicht. Ich glaube es nicht. Deshalb kann ich auch die Skepsis nicht verstehen. Aber als Anbieter muss ich doch sicherstellen, dass die Kunden eine Wahlmöglichkeit haben, oder?

Es gab mal gewaltiges, geballtes Exchange Server Wissen. Da hast du anhand irgendeines Zustands sofort gewusst, welchen Schalter du im Autostart deiner Server mitgeben musst. Und du hast tagelang und nächtelang dir die Finger gebrochen, um deinen Exchange Cluster hinzubauen. Ich weiß noch, wie ich ins Schwitzen gekommen bin, um einen Exchange Server 2003 Cluster zu bauen. Das wurde erfreulicherweise durch die Database Availability Groups alles einfacher.

Aber es ging auch Stück für Stück Exchange Server Wissen verloren. Heute musst du pausenlos den Anbieter – also Microsoft – fragen und darauf hoffen, dass deren halbherzige Antwort zu irgendeinem Exchange Online-Thema wenigstens halbwegs zutrifft. So lang alles funktioniert, ist ja auch alles gut. Aber was ist denn mit all den speziellen Kundenszenarien? Bei der Cloud hast du eben keine individuelle Installation mehr, sondern mietest dich in einen riesigen Exchange-Verbund ein und hoffst, dass alles gut geht.

Was ist denn nun mit dem Exchange Server Wissen?

Wo schaue ich nach, wenn etwas mit Exchange nicht stimmt? Irgendwie muss man das doch gelernt bekommen, wenn man davon bislang keine Ahnung hatte, oder? Und da schaue ich doch beim Microsoft Learn-Portal vorbei. Das geballte Exchange Server Wissen konzentriert sich darauf, was man mit Exchange Online anstellen kann. Leute, das ist nicht das Gleiche, das schrieb ich ja bereits. Nicht mal die bisher letzte Version, Exchange Server 2022, ist dort vertreten.

Und dann sehe ich, dass es der letzte Exchange Server gar nicht bis ins Microsoft Lifecycle geschafft hat. Aber der Exchange Server 2019. Für den muss Microsoft noch bis Oktober 2025 Support liefern. Dazu gehört doch eigentlich auch das Wissen zum Produkt. Aber Microsoft scheint es egal zu sein, dass es Unternehmen gibt, die auf lokal vorhandenes Exchange Server Wissen angewiesen sind. Stellen wir uns Behörden, Banken, Versicherung etc. vor. Wo finde ich für sie denn Wissen?

Der Witz rund um den Exchange Server 2022 geht ja noch weiter. Es ist nicht nur so, dass ich keinerlei Kurs bei Microsoft dazu finde. Auch so: Ich suche nach dieser Version und finde keinen Hinweis, der von Microsoft selbst kommt. Was ist denn da los? Nicht mal dazu gibt es irgendwas wissenswertes. Ich habe also ganz ehrlich den Eindruck, als ob das Exchange Server Wissen von Microsoft enorm sträflich vernachlässigt wird.

Aber es geht nun mal nicht alles mit der Cloud. Und wie oft haben wir durch Microsoft erfahren, dass bei X, Y, meinetwegen auch bei Z Exchange Online einfach mal limitiert ist! Ich halte das Ganze für eine fatale Entwicklung. Klar, Exchange wird nicht mehr ewig weiter entwickelt. Aber das Exchange Server Wissen wird auch in der Cloud von unschätzbarem Wert sein. Und wer nicht die Cloud nutzen kann, braucht eine Alternative. Welche soll das sein? Habt ihr da eine Idee?

3 Kommentare zu „Exchange Server Wissen: Alles geht vorbei“

  1. Hi Henning,
    es gab mal eine Serie „der letzte seines Fachs“ – da wurden „echte“ Handwerker vorgestellt. Allen gemeinsam war, dass deren Beruf am aussterben wat, weil es entweder keinen Nachwuchs gab oder man lieber billig billig in China produzieren wollte. Gewaltiges Know How welches nicht mehr gebraucht wurde, bis man merkte: ach Du Scheisse, wie geht das denn jetzt? Bei uns genau das gleiche – wir nutzen ja den SCCM um Rechner zu installieren. Gab ne tolle Doku für Windows 7 und die alte SCCM Version. Windows 10 und der aktuelle SCCM? Da gab’s ein einseitiges Handout. Wissensweitergabe ist sowas von 1965…😉

    1. Da sagst du was! Es ist eine Katastrophe. Ausführliche Dokumentationen für Microsoft-Produkte gibt es nur noch, wenn diese irgendwas mit Cloud machen. Aber dann erschlagen sie dich mit Whitepapers und dergleichen. Das kann es doch nicht sein. Ich will mir das gar nicht vorstellen.

  2. Hallo es gibt so viele Anbieter im deutschsprachigen Raum das man gar nicht weiß welchen Versprechungen man glauben soll.
    Heutzutage geht es nur um eins so viel wie nur irgend möglich Geld zuverdienen.
    Wenn man sich auf das besinnt was man gut kann dann findet jeder seinen Erfolg und sein persönliches Auskommen
    Gruß Heiko

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