Postfach-Blogger: Wer macht das noch? - Bild von ncassullo auf Pixabay

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Postfach-Blogger: Wer macht das noch?

Ich kann ja WordPress so umbiegen, dass ich dem Blog eine Mail sende und der dann einen Artikel daraus macht. Dann wäre ich sozusagen ein Postfach-Blogger. Die spannende Frage dabei ist: Wer macht das denn noch? Und überhaupt: Wer hat das denn überhaupt jemals gemacht? Ich meine, wenn es zu irgendwas eine Funktion gibt, wird immer irgendwer um die Ecke kommen und diese Funktion benutzen. So wird das eben auch mit dem Bloggen per Email sein. Ich frage mich halt so ein paar Fragen.

Würde ich ein Postfach-Blogger sein?

Ich mache nun wirklich lang genug beruflich mit Emails rum, dass ich weiß, dass Emails in einem bestimmten Format unterwegs sind. Nun ist es so, dass vor vielen Jahren (Niemand weiß mehr, wann das war) eingeführt wurde, dass wir unsere Blogartikel auch per Mail verfassen können und an den Blog schicken. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht so richtig. Aber das muss ja nicht unbedingt etwas heißen.

Im WordPress-Dashboard kann ich dann quasi zum Postfach-Blogger mutieren. In den Einstellungen unter Schreiben kann ich ein Postfach einstellen. Dazu gibt es folgende Information:

Um Beiträge in WordPress via E-Mail zu veröffentlichen, musst du ein geheimes E-Mail-Konto mit POP3-Zugang einrichten. Jede E-Mail, die an diese Adresse geschickt wird, wird auf deiner Website veröffentlicht. Halte deshalb diese Adresse strengstens geheim. Hier drei Beispiele zufälliger Zeichenketten, die du verwenden könntest: seqc9yBYScKVwrzfbohbrc4x.

(Aus den Einstellungen)

Jetzt ist es ja so, dass ich bei meinem Hoster Alfahosting (Partnerlink) unzählige Email-Adressen einrichten kann. Ich habe da eine für die Korrespondenz rund um den Blog, eine für höchst private Sachen und eine für Fehlerberichte zum Blog. Ich könnte noch mehr. Und also hatte ich mir irgendwann mal eine Mail-Adresse eingerichtet, mit der ich zum Postfach-Blogger mutiere. Allerdings frage ich mich: Wozu?

Die steile Karriere, per Email zu bloggen

Ich hatte irgendwann mal gedacht: Dude, wenn du mal irgendeinen Einfall hast und grad nicht bloggen kannst, schick dir den Kram doch per Mail an den Blog. Ernsthaft, sowas macht jemand? Ich hatte also die Email-Adresse eingerichtet. Keine Sau weiß, wie die lautet. Na klar, sonst würden irgendwelche Blitzmerker auf die Idee kommen und den Blog mit Artikelmüll zuspammen. Tja, und dann geht es auch schon los mit der steilen Karriere als Postfach-Blogger.

Ein feuchter Kehricht ging los. Ich glaube, ich habe nicht ein einziges Mal diese Möglichkeit genutzt. Und ich kann euch auch sagen wieso. Es ist derselbe Grund, wieso ich nicht per Evernote blogge oder wieso ich niemals mit JetPack und damit in der WordPress App gebloggt hatte. Es ist einfach unhandlich. Du denkst dir vielleicht, dass du mal eben nebenbei irgendwas zusammen klöppelst und das als Artikel auf die Meute loslässt. Ein Tipp: Mach das niemals.

Ja, es mag gehen, wie ihr seht. Aber für mich hat das Bloggen immer etwas mit Arbeit zu tun. Ich erarbeite mir Beiträge, entwickle Ideen, lese hier nach, schlage dort nach. Es ist einfach entspannter, am Computer zu bloggen. Und wenn ich schon am Rechner sitze, muss ich mir einen Blogartikel nicht per Mail zusenden, sondern kann den gleich im Editor von WordPress verfassen. Also nochmal die Frage: Wozu? Warum soll man den Postfach-Blogger spielen?

Macht das noch irgendwer da draußen?

Ich meine, ich kann mich ja mit großer Fresse hier aufspielen, wie nutzlos so ein Kram ist. Aber die ganzen Sachen wie das Bloggern per Email oder in der WordPress App oder, oder, oder sind ja nicht ohne Grund da. Vielleicht, wenn ich einen reinen Fotoblog hätte, würde es dafür Einsatzmöglichkeiten geben. Wobei: Eigentlich auch nicht. Deshalb mal die ernstgemeinte Frage: Macht sich irgendwer da draußen zum Postfach-Blogger?

Wie gesagt: Für mich ist das nichts. Aber das muss ja nichts heißen. Ihr könnt das ja komplett anders sehen. Das mag für reine Ideen alles tauglich sein. Aber meine Ideen habe ich in der Notizen App. Dafür brauche ich doch kein Postfach. Ich bin echt ratlos, was das betrifft. Ich bin halt mal wieder über diese Möglichkeit gestolpert und habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht.

Postfach-Blogger: Wer macht das noch? - Bild von ncassullo auf Pixabay
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14 Kommentare zu „Postfach-Blogger: Wer macht das noch?“

  1. Ich habe das eine Zeitlang mit Entwürfen so gemacht. Ich habe RSS gelesen und wenn ich das zu später lesen (pocket) gepackt habe, kam es als Entwurf zu WP. Ein paar Entwürfe (72 🙈) gibt es sogar noch.

    mache ich aber nicht mehr.

  2. Ich sehe es genau wie du:
    „Aber für mich hat das Bloggen immer etwas mit Arbeit zu tun. Ich erarbeite mir Beiträge, entwickle Ideen, lese hier nach, schlage dort nach. Es ist einfach entspannter, am Computer zu bloggen. Und wenn ich schon am Rechner sitze, muss ich mir einen Blogartikel nicht per Mail zusenden, sondern kann den gleich im Editor von WordPress verfassen-“
    Ich kann mit Postfach-Bloggen auch nichts anfangen.
    Ich setze viele Bilder ein, die wollen weboptimiert sein, sollen auch nett präsentiert werden. Wenn ich unterwegs mal was loswerden möchte, dazu gibt es doch twitter und co. :)

  3. Hi Henning,
    ich habe das mal im GUI gesehen – aber fand es nicht geeignet für meine Zwecke. Für so einen 2-3 Zeilen-Quickie macht das vielleicht Sinn – aber bei gut formatierten Beiträgen mit Fotos nutze ich – weil ich bisher kein besseres Tool gefunden habe – immer noch den Liver-Writer von Microsoft (2012).
    Mittlerweile kann ich damit keine Beiträge mehr direkt auf den Blog laden (keine Ahnung wieso) – dann schalte ich auf die Registerkarte Quellcode und per Paste and Copy in einen WordPress-Beitrag im Text-Layout. Die Bilder muss ich danach leider händisch hochladen – aber was ist schon perfekt.. :-)
    Es gibt zwar einen Nachfolger (Open Source) namens OpenWriter, aber der ist auch nicht besser als das Original.
    Blogbeiträge kann man zwar auch in Word schreiben, ist aber absolut daneben, weil so viele unnötige Formatierungen da reingeballert werden und die den Text nur aufblähen.
    Postfach-Blogger werde ich also nie… ;-)
    CU
    P.

    1. Naja, das mag sein. Aber wenn ich eh einen Computer benutze (OS, Bauform, Software egal), dann kann ich doch auch gleich in WordPress selbst schreiben. Ich weiß, dass der Live Writer irgendwann eingestellt wurde.
      Wenn er noch funktioniert und du damit fein bist, warum nicht? Aber am Ende ist das schon ein bisschen umständlich, als wenn ich gleich den Editor in WordPress benutze.

  4. Als jemand, der sich mit der (HTML) Darstellung von E-Mails beschäftigen musste, wäre mir die ganze Idee schon von der Formatierung her zu gefährlich.
    Ganz zu schweige von der Idee, dass man hier Sicherheit durch Verschleierung versucht zu schaffen (komische E-Mail-Adresse an die man sendet). Ne, ich sehe keinen Sinn dahinter. Dann doch eher mit markdown [0] eine Textdatei schreiben und die, via ssh/https in ein privates Git [1] Repository pushen.

    [0]
    https://de.wikipedia.org/wiki/Markdown

    [1]
    https://de.wikipedia.org/wiki/Git

      1. Das stimmt, am Ende kannst du auch den Editor in WordPress benutzen.

        Nur für den Fall, dass ich unbedingt „von unterwegs“ und unter der Bedinung „auf irgendeinem Gerät“ arbeiten will und doch Herr meiner Formatierung sein möchte, nur unter solchen Randbedinungen könnte Markdown mit Git eine Option sein. Mit Git hat man eine gewisse Sicherheit. Zumindest ist die Sicherheit dann höher als wenn man blind irgendwas aus einem offenen Postfach verarbeitet.

        Das klingt kompliziert und der Anwendungsbereich dafür ist gering. Dies wollte ich herausstellen. Der Editor von WordPress ist für 80 Prozent die richtige Anlaufstelle.

        1. Ja, ich habe das schon verstanden. Nur ist es eben tatsächlich so, dass ich die 80% noch für zu gering einschätzen würde. Aber wir sind uns halt einig, dass die Email eben nicht sinnvoll ist.

  5. Wie aus einer fernen Zeit. Anders bloggen ist für mich, weil ich in den letzten Jahren immer zu Hause war, kein Thema mehr. Ich genieße es, meine Postings im normalen Editor zu schreiben. Ich mache das nur ausnahmsweise mal am Mac Book oder gar auf dem Smartphone. Wahrscheinlich bin ich endgültig zum Gewohnheitsitier mutiert. Sofern ich das nicht immer schon gewesen bin… ganz früher gab’s dich mal eine spezielle Software, die (damals) im Vergleich zum WP-Editor ganz schön komfortabel war. Irgend was mit Write…. Heute finde ich den Editor eigentlich unverzichtbar. Damit meine ich allerdings Gutenberg, nicht den sogenannten klassischen Editor. Es soll ja Blogger:innen geben, die Gutenberg immer noch nicht mögen. 🌩️

  6. Bloggen per E-Mail kann ich mir auch nicht vorstellen. Ein Blogartikel ist für mich immer eine Art Kunstwerk. Da feile ich so lange daran herum, bis er mir gefällt. Außerdem: Wenn ich Zugriff auf ein E-Mail-Programm habe, habe ich auch Zugriff auf WordPress. Sogar auf dem Handy per WordPress-App. Wobei ich die auch noch nie zum Bloggen genutzt habe.

    Ein weiterer Punkt: Bloggen ist nichts, was ich nebenbei erledige. Da sitze ich lieber entspannt am PC als von unterwegs per Handy einen Artikel zu schreiben.

    1. Hallo Erik, siehst du, genau so denke ich mir das auch. Ich sehe überhaupt keinen Nutzen darin, einen Artikel per Email zusammen zu wurschteln. Also nicht mal mit „Schickt mir einen Tipp“ ist das sinnvoll.

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