Webseiten-Statistik: Nun mache ich mit Matomo rum

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Webseiten-Statistik ist spannend. Ich habe mich erfolgreich dagegen gewehrt, auf fragwürdige Datenschutz-Konzepte zu setzen, wenn ich etwas sehen wollte. Denn was nützen Statistiken und Analysen, wenn man sie sich nicht ansieht. Und so mache ich nun einen neuen Versuch mit dem Analysetool MATOMO. Das hatte ich schon mal am Wickel, als es noch PIWIK hieß. Jetzt also von vorn.

Wozu denn eine Webseiten-Statistik?

Jeder Betreiber einer Webseite möchte sehen, woher die Besucher der Seite kommen und wieso sie kommen. Wohin gehen Sie? Es gibt vielerlei Gründe, eine Webseiten-Statistik zu führen. Nachdem ich mich vor längerer Zeit von Google Analytics verabschiedet hatte und alles andere nicht so richtig gut war, stand ich ziemlich belämmert da.

Ich wollte doch eigentlich nur sehen, was besonders gut ankommt hier im Blog. Und ich wollte sehen, ob die Besucher über soziale Netzwerke oder Suchmaschinen oder weiß der Teufel woher kommen. Ich hatte die Vorstellung, mir ein Bild über meine Leserschaft machen zu können, ohne ihnen in die Unterwäsche zu schauen. Das war aber gar nicht so einfach.

Letztlich habe ich mich mit AWstats herum geschlagen, weil das noch am meisten etwas aussagte. Aber das ist alles so umständlich. Meine Güte, es muss doch etwas geben, was einfach zu bedienen ist, einen umfassenden Überblick bietet und den Datenschutz einhält. Ich hatte nur eine einzige Lösung: MATOMO musste wieder her.

Warum hast du das denn bisher nicht genutzt?

Natürlich hatte ich MATOMO eingesetzt. Das habe ich sogar oben verlinkt. Damals hieß das noch PIWIK. Welchen Tanz ich damals aufführen musste, können Sie ja oben nachlesen. Das hatte damals mein Vertrauen in meinen Hoster nachhaltig geschädigt. Es hat sich alles zum Guten gewendet. Aber deshalb hatte es dennoch lang gedauert, bis ich wieder PIWIK – nun MATOMO – ins Spiel brachte.

Ich habe mal vorsichtshalber bei meinem Hoster nachgefragt, ob denn MATOMO wirklich beim Shared Hosting in Ordnung ginge. Die Antwort aus dem Support nach exakt 12 Minuten lautete: “Aktuell sind uns keine Probleme mit Matomo/Piwik bekannt, gerne können Sie diese Software nutzen.” – Nun denn, so bin ich also beruhigt, dass so ein Zwischenfall nicht wieder passiert.

Nicht falsch verstehen: Ich will niemanden ausspionieren. Die Zeit zur Auswertung habe ich gar nicht. Ich will lediglich meine Webseiten-Statistik haben wie bei Google Analytics und keine Daten ins Googlerische Nirvana schicken. Das muss doch möglich sein.

Wie richtet man denn nun MATOMO ein?

Bei MATOMO muss man wissen, dass das bei einem selbst läuft. Also im Webspace oder auf dem eigenen Webserver. Es gibt zwar auch eine Cloud-Variante, aber das überzeugt mich nicht. Und wenn es in der eigenen Umgebung läuft, muss man es einrichten. Und das geht so:

  1. Download von MATOMO auf der offiziellen Seite. Wir erhalten eine Zip-Datei, die wir entpacken müssen.
  2. Das entstandene Verzeichnis, das wir dann umbenennen können, wie wir wollen, laden wir per FTP ins Verzeichnis unserer Seite oder auf eine Subdomain.
  3. Dann rufen wir das Verzeichnis auf. Es startet der Installationsassistent, und es werden 8 Schritte angezeigt. “Willkommen” ist einer davon.
  4. Als nächstes wird das System überprüft. Die Installation setzt sich erst fort, wenn alle Punkte grün sind.
  5. Schritt 3 ist dann die Einrichtung der Datenbank. Wir legen uns lieber eine neue Datenbank an. Das sagt mir meine Erfahrung mit PIWIK. Wir müssen Datenbank-Server, Benutzer, Passwort, Datenbankname und Präfix der Tabellen angeben.
  6. Ist das erfolgreich, werden die Tabellen angelegt.
  7. Schritt 5 ist dann die Anlage des Hauptadministrators. Dessen Name und dessen Passwort sollten sich beide vom Admin der WordPress-Installation unterscheiden.
  8. Dann wird noch die Webseite angegeben, die analysiert werden soll.
  9. Es folgt die Anzeige des Tracking Codes. Den tragen wir am einfachsten direkt oberhalb von “</head>” ein. Bei WordPress ist das in der header.php zu finden.
  10. Abschließend folgt noch die Beglückwünschung. Und dann sind wir fertig.

Datenschutz einhalten

Keine Frage, die Webseiten-Statistik von MATOMO funktioniert. Aber man muss schon aufpassen, dass nicht doch noch etwas durchrutscht, was den Datenschutz gefährden könnte. In MATOMO finden wir rechts oben ein Zahnrad, über das wir in die Einstellungen kommen. Wir sollten hier unbedingt einmal schauen:

  • Unter Privatsphäre -> Daten anonymisieren sehen wir: “Anonymisiere die IP-Adresse von Besuchern” und “Benutzer ID mit Pseudonym austauschen”. Ersteres könnte bereits aktiv sein, letzteres aber nicht. Ich habe den grünen Haken hier gesetzt.
  • Unter Privatsphäre -> Benutzer Opt-Out finden wir den Code für einen iFrame, der einen Cookie beim Besucher im Browser ablegt, der bestimmt, dass kein Tracking erfolgen darf. Bekanntgeben müssen wir das dann in der Datenschutzerklärung.
  • Wer kein solches Cookie-Banner einsetzt wie ich, muss um Erlaubnis fragen, ob getrackt werden darf. Den Code dazu finden wir unter Privatsphäre -> Um Erlaubnis bitten.

Warum macht man das?

Warum man eine Webseiten-Statistik pflegt, habe ich hinreichend erklärt, oder? Aber warum man dieses ganze Datenschutz-Gedöns macht, ist ja am Ende auch wichtig. Es gibt die Datenschutz-Grundverordnung. Und die fordert nun einmal auch für Analyse und Webseiten-Statistik einiges.

Einschub: Ja, die Datenschutz-Grundverordnung. Das ist ist diese Bestimmung, weswegen Sie beim Arzt seitenlange Erklärungen unterschreiben müssen.

Aber neben dieser DSGVO gibt es noch weitere Gründe, wieso man auf den Datenschutz achten sollte. Sie wollen nicht unbedingt, dass Sie zu viel preisgeben. Webseiten-Betreiber sollten auch nicht zu viel Daten sammeln. Deshalb muss man einen guten Kompromiss machen. Und hier bietet MATOMO wohl ganz gute Möglichkeiten.

2 Kommentare

    1. Hallo Daniel,

      das stimmt. Beides habe ich im Einsatz. Und ich werde auch dieser Tage mal etwas dazu schreiben. Bisher erfahre ich so einiges, was mir gar nicht klar war. Das kann ja Eiter werden. :-)

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