WP-Statistics: 3 Monate ohne Google Analytics

Ich dachte im April diesen Jahres, dass ich meinen Blog ins Nirvana katapultiere, weil ich auf Google Analytics verzichte. WP-Statistics tut es aber auch. Es handelt sich hier um eine Erweiterung für WordPress. Ein mächtiges Plugin. Damit halte ich den Datenschutz ein. Nun sind 3 Monate vergangen, und ich ziehe mal eben Bilanz. Habe ich unterm Strich doch etwas richtig gemacht, als ich umgestiegen bin? Dem gehen wir mal kurz nach.

Besucherstatistiken mit WP-Statistics

Ja, Verona Labs haben durchaus Recht, wenn sie behaupten, dass das Plugin WP-Statistics ein umfassendes Tool für die Besucherstatistiken ist. Wer das Tool einsetzt, ist auf keinen externen Dienst angewiesen, um Statistiken zu erzeugen. Die Privatsphäre der Nutzer wird geschützt. Und WP-Statistics bietet umfassende Funktionen. Diese seien kurz genannt:

  • Statistiken zu Besuchen, Besuchern und aufgerufenen Seiten
  • Statistiken beliebter Suchbegriffe von Suchmaschinen wie Google, Bing, DuckDuckGo, Yandex, Baidu oder Yahoo
  • GeoIP-Standort (hier im Blog aus Datenschutzgründen nicht genutzt) und interaktive Besucherkarte
  • Schutz der Privatsphäre durch Verschlüsselung von IP-Adressen
  • Email-Berichte mit Statistiken
  • Zugriffsrollen für Anzeige und verwaltung
  • Statistiken über Ausschlüsse
  • Automatisches Überschreiben von alten Statistik-Daten
  • Export von Daten als XML, CSV oder TSV
  • Informationswidget für die Besucher
  • Shortcodes für Datentypen
  • Dashboard für der Admin-Bereich

Ich nutze vieles, was das Plugin so anbietet. Wegen GeoIP bin ich mir halt einfach nicht sicher. Deshalb habe ich das erstmal weggelassen. Ich meine, es wäre schon spannend, wenn ich verfolgen könnte, ob Artikel zu Donald Trump in den USA für Aufmerksamkeit sorgen oder nicht. Aber ich denke, daran scheitert nicht die Statistik. Zumal mich das Thema bei Google Analytics auch nicht so sehr tangiert hatte.

Was zeigt mir WP-Statistics nun eigentlich an?

Also erstmal gibt es ja Widgets für das Dashboard. Damit kann ich mir eine Kurzstatistik anzeigen lassen. Die tut es im Normalfall. Die zeigt die heutige Besucherzahl, die gestrige, die letzten 7, die letzten 30 und die letzten 365 Tage an. Außerdem gibt es eine Anzeige, wie viele Besucher insgesamt da waren. Das Gleiche dann auch noch für die Aufrufe. Zudem gibt es ein kleines Diagramm. Interessant wird es bei der vollständigen Statistik:

WP-Statistik: Diagramm der Aufrufe seit Einführung des Plugins
WP-Statistik: Diagramm der Aufrufe seit Einführung des Plugins

Sie sehen, dass es einen roten Bereich über die Besucher und einen blauen Bereich über die Zugriffe gibt. Im Mai ist zurecht ein großer Einbruch der Zahlen zu sehen, weil ich da meinen Blog umgezogen hatte. Ich habe nur ganze Tage hergenommen. Aber ich glaube, diese Statistik zeigt schon ganz gut etwas. Aber es gibt noch mehr.

WP-Statistik: Top-Suchbegriffe im gewählten Zeitraum
WP-Statistik: Top-Suchbegriffe im gewählten Zeitraum

Um hierher zu kommen, benutzen viele Besucher Suchmaschinen. Und die Suchbegriffe, die die Besucher hierher führen, sind schon enorm interessant. Nach dieser Statistik von WP-Statistics sind das aber ganz andere, als die man sich vorstellt als Blogger. Aber woher kommen meine Besucher? Wer schickt sie zu mir?

WP-Statistics: Top verweisende Webseite
WP-Statistics: Top verweisende Webseite

Das sagt schon einiges darüber aus, woher meine Besucher kommen. Und da ich immer vom Datenschutz erzähle, möchte ich auch gleich mal zeigen, wie das aussieht, wenn man IP-Adressen anonymisiert. Das sieht nämlich wie folgt aus:

WP-Statistics: Wer ist zurzeit online?
WP-Statistics: Wer ist zurzeit online?

Ja, die IP-Adressen sind komplett verfremdet, weshalb ich nur sehe, DASS jemand online ist, aber eben keine IP-Adresse. Und wie verhalten sich meine Top-Artikel? Das kann man sich ja auch anschauen. Nämlich so:

WP-Statistics: Verlauf der Top 5 Artikel
WP-Statistics: Verlauf der Top 5 Artikel

Dazu gibt es noch die „Hitliste“ der Seitenaufrufe und all das. Damit bin ich auf jeden Fall vollständig dazu in der Lage, die Interessen meiner Besucher nachzuvollziehen. Nicht, dass ich nun unbedingt für Klicks schreibe. Ich schreibe ja immernoch nur so, wie ich das will. Aber wenn ein Thema so gar nicht interessiert und ich vielleicht auch nicht so sehr viel dazu zu sagen habe, könnte ich es mir ja auch schenken.

Was die Privatsphäre betrifft, so liegt die mir ja sehr am Herzen. Und so gibt es in den Einstellungen den Abschnitt „Privacy and Data Protection“. Dort kann ich einen Opt-Out einstellen, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, gegen die Statistik zu widersprechen. Das habe ich noch nicht eingestellt. Aber ich wandle IP-Adressen in Hash-Werte um und speichere keinen User Agent. So sieht das dann aus:

WP-Statistics: Privacy and Data Protection
WP-Statistics: Privacy and Data Protection

Kann ich WP-Statistics nun eigentlich empfehlen?

Ich habe am Anfang bedauert, dass ich nun nicht mehr die Statistiken abrufen kann, ohne mich am Blog anzumelden. Aber mittlerweile hat sich das gewandelt. Die Frage ist doch, ob ich stets und ständig über Statistiken informiert werden will. Es reicht doch, wenn ich eh irgendwas mit dem Blog mache, dass ich dann nach WP-Statistics schaue. Also ist das nicht wirklich ein Nachteil.

Außerdem habe ich mir Sorgen darüber gemacht, ob denn meine Datenbank mit Einträgen überfrachtet wird. Aber dem geht man ja eigentlich aus dem Weg, wenn man die Werte automatisiert überschreiben lässt. So werden Daten überschrieben, die älter als 365 Tage sind. Das muss noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Aber es ist ein Anfang.

Woran man sich gewöhnen muss, ist eben, dass man nicht mit Werten aus Google Analytics oder JetPack oder sonstwas vergleichen kann. Die Werte kommen augenscheinlich ziemlich fantasievoll daher, wenn man an andere Statistik-Methoden gewöhnt ist. Daher sollte man komplett alte Zöpfe abschneiden und sich nur auf ein Tool verlassen, bei mit halt seit Aprit 2018 WP-Statistics.

Ja, ich kann das Plugin empfehlen. In Sachen Datenschutz und anschaulicher Statistik gibt es meiner Meinung nach nichts besseres. Man könnte sich mit Matomo / PIWIK beschäftigen. Aber aus bekannten Gründen kommt das für mich nicht infrage. Da WP-Statistics ähnlich umfangreich ist wie PIWIK oder Google Analytics, ist dieses Plugin für mich das Tool der Wahl. Daher auch eine glatte Empfehlung. Und womit messen andere ihre Besucherzahlen?

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4 Kommentare

  1. Interessanter Artikel. Ich muss ehrlich sagen, auch wenn dieses plugin akzeptabel ist, vermisse ich die Statistik von Jetpack. Zum einen wie hier auch angeprochen, man muss sich immer einloggen um zu sehen wie der Blog läuft, mit Jetpack hatte ich das mit einem Widget am Handy. Das Andere, das ich sehr vermisse ist am gleichen Tag zu sehen, welche Beiträge gut besucht werden. Was mir auch nicht gefällt ist das bei referrer seiten nur die home seite genannt wird und nicht die eigentliche seite. Ansonsten ist das plugin gut und für kostenlos, kann man eh nicht meckern.

    1. Hallo Stefanie, das sind ungefähr auch so meine Kritikpunkte. Ich habe aber irgendwie gelesen, dass JetPack inzwischen DSGVO-konform arbeiten soll. Ich habe allerdings keine Erfahrungswerte, sodass ich leider nichts dazu sagen kann.

  2. Servus,
    danke für den Artikel. Ich bin ganz neu was das Thema Bloggen betrifft und war kurz davor alles hinzuwerfen, wegen der DSGVO^^ Aber Gott sei Dank gibt es viele Blogs die sich damit beschäftigen und es einem als Neuling einfacher machen. Ich werde WP-Statistics direkt ausprobieren, dass klingt als wäre das ideal für meine Bedürfnisse. Viele Grüße

  3. Hallo Henning,

    ich bin gerade durch’s Googeln auf diesen Beitrag aufmerksam geworden. Ich bin freiberufliche Online-Redakteurin und betreue ein Online-Magazin eines Kunden. Ich habe Monate darauf gepocht, dass für das Magazin Google Analytics eingerichtet wird. Davor habe ich über ein Jahr mit WP-Statistics gearbeitet. Aus welchen Gründen auch immer dachte ich, dass GA noch besser sei. Nun habe ich gerade mal mit Schrecken die Besucherzahlen verglichen, die sich immens voneinander unterscheiden. Also besonders die Seitenaufrufe. Via GA sind sie um Weiten geringer. Das bereitet mir natürlich Sorgen, da ich ein Jahresziel festgelegt habe und mich am Ende des Jahres ja auch erklären muss. Nun habe ich immerhin schon herausgefunden, dass GA scheinbar gewisse Seitenaufrufe gar nicht zählt. Nun überlege ich dem Kunden vorzuschlagen, wieder ausschließlich mit dem Plugin zu arbeiten. Ob er sich darauf einlässt, weiß ich natürlich nicht. Auf jeden Fall bereue ich den „Wechsel“ zu GA.

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