Nachhaltiges Bloggen – Etwas langsamer mit dem Blog

Nachhaltiges Bloggen ist immens wichtig. Es gibt viele Artikel, die Evergreens werden. Und das passiert eben nicht, weil man schnell etwas hinschreiben muss. Solche Dinge passieren, wenn man zeitlose Themen behandelt. Ich halte es nach wie vor für richtig, wenn sich Blogger eben nicht wie Marktschreier aufführen. Denn wir haben doch eh nichts davon. Oder glaubt irgendwer, dass es zu irgendwas führt, wenn man immer wieder „Extrablatt! Extrablatt!“ brüllt?

Nachhaltiges Bloggen: Was meine ich damit?

Da kommen Artikel um die Ecke, die wie bekloppt die Leserschaft mit Denglisch bewerfen. Was ist denn „Evergreen Content“? Immergrüner Inhalt? „Zeitlos“ ist doch dann besser, oder? Viele Artikel und Einlassungen und dergleichen verschwinden nach kürzester Zeit im Nirvana der sozialen Netzwerke. Wer im Takt der Facebooks und Twitters dieser Welt vor sich hin bloggt, wird schnell erkennen, dass das keinen Spaß machen kann.

Ich weiß noch, dass in einer Chatgruppe unter Bloggern mal zu irgendeiner Technikmesse kund getan wurde „Geht los!!! BLOGGEN!!!“ oder so ähnlich. Derjenige, der das damals von sich gegeben hatte, hat seitdem all seine Blog-Projekte (ja, er nannte das so, und es gab mehrere Blogs) abgegeben. Und irgendwann hatte er immer mal wieder einen Blog neu gegründet. Aber fortgeführt hatte er keinen. So viel zu „BLOGGEN!!!“. Nachhaltiges Bloggen ist da Fehlanzeige.

Nein, das muss alles entspannter sein. Ich weiß, dass ich auch für Blogger einen „hohen Ausstoß“ habe. Aber ich habe schon öfter mal erklärt, dass das daher resultiert, dass ich mir alle meine Gedanken irgendwo festhalte und dann nach und nach zu Artikeln ausbaue. Und darunter sind dann eben auch zeitlose Artikel – oder eben: „Evergreen Content“.

Wenn ich nun aber sehe, was man da beachten muss, damit ein Blog zeitlos wird und damit nachhaltiges Bloggen umgesetzt werden kann, dann wird mir schon ganz anders. Offenbar mache ich da eine ganze Menge falsch. Hier will ich mir überlegen, wohin man denn da den Blog treiben will. Denn klar ist, dass ich nicht so sehr auf aktuelle Entwicklungen eingehen will. Und genau deshalb muss ich mal schauen, was ich mir da so herausziehe.

Bloggen ohne zeitlichen Bezug

Wenn ich nun hergehe und tatsächlich ausschließlich auf nachhaltiges Bloggen ohne zeitlichen Bezug setze, dann wird mein Blog aber ganz schön eigenartig. So sollen veraltete Inhalte enormes Gefahrenpotential bieten. Klar, wenn die im Artikel gelieferten Informationen nicht mehr stimmen oder so. In meinem Blog gibt es über 5000 Artikel. Soll ich die alle durchsehen? Oder soll ich alle alten Inhalte entfernen? Beides ist eher doof. Es muss doch anders gehen. Denn die Informationen waren ja mal richtig.

Klar, zeitlose Inhalte bieten enorme Vorteile. Man wird zu einer Art Experte oder so. Zumindest kann man so auch eine Art Fortsetzungsgeschichte erzählen. Aber gerade dann haben die Artikel oftmals einen aktuellen Bezug. Die kann ich doch nicht einfach wegwerfen. Genau dann hätte ich doch komplett aus dem Zusammenhang gerissenen Kram bei mir stehen, oder?

Nein, ich denke, es kommt unterm Strich auf die Mischung an. Klar ist, dass bei einem Blog, der einige Jahre auf dem Buckel hat, mehr nachhaltiges Bloggen stattfindet als woanders. Klar ist aber auch, dass viele Blogartikel aufzeigen, wie der Blogger zu genau der Schreibe gekommen ist. Generell auf den zeitlichen Bezug zu verzichten, ist deshalb nicht so die beste Idee. Deshalb kommt es insgesamt auf die Mischung an.

Nachhaltiges Bloggen: Worauf kommt es an?

  • Haltung: Niemand mag es, wenn sich jemand von der Meinung her windet wie ein Aal.
  • Erfahrung: Wer entsprechend erfahren ist, kann beurteilen, ob irgendwas, das seit langem gültig ist, auch noch in Zukunft seine Gültigkeit hat.
  • Ruhe: Kein Blogartikel hat es verdient, zwischen Tür und Angel geschrieben zu werden.
  • Pflege: Können Artikel aussortiert oder erweitert / aktualisiert werden? Gerade letzteres muss ich mir vornehmen.
  • Aktualität: Natürlich müssen nicht gleich Themen ausgelassen werden, die aktuellen Bezug haben. Die machen doch auch das Bloggen interessant.
  • Fehlerbehebung: Ab und zu passieren Fehler. Diese sollte man dann doch auch versuchen auszumerzen.

Im Unternehmensumfeld wird empfohlen, obsolete Inhalte zu entfernen. Darin habe ich leider keine Erfahrung. Aber auf persönlichen Blogs ist es schon so, dass man gern auch Inhalte, die zum „Zeitpunkt X“ aktuell waren, bestehen lässt und dann ggf. nur aktualisiert. So habe ich das immer wieder gelesen. Und wer weiß, vielleicht halte ich mich auch mehr daran. Jedenfalls: Schnell ist nicht mehr. Auch das ist nachhaltiges Bloggen.

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Ein Kommentar

  1. Ein Blog ist doch eine Art Tagebuch der Gedanken. Wenn er nicht gerade ein ganz spezielles Thema hat.
    Selbst bei einem reinen Technick-Blog kommt man ohne Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, also Zeit, nicht aus. Pantha Rei.
    Waren nicht auch unsere heute Klassiker genannten Dichter wie Goethe, Schiller, Heine usw eigentlich Blogger ihrer Zeit? Die aktuelle Lage und die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse flossen in eine Lyrik ein, die uns heute oft zeitlos erscheint. Ist sie aber nicht.

    Ich glaube, es gibt weder zeitlose Kunst, noch zeitloses Bloggen.
    Zeitlose Kunst wird genannt, weil sie über Jahrhunderte, gar Jahrtausende hinweg die Menschen erfreuen kann. Und doch ist auch sie vergänglich.
    Das einzige, was sich über die Jahrtausende als zeitlos erwiesen hat ist die Vergänglichkeit allen Seins.

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