Die Samsung Modell-Palette und die Zweifel an der Masse

Dieter Bohlen sagt Ihnen ja was. Wenn der Herr nicht jede Woche eine neue Single auf den Markt geworfen hatte (entweder als Modern Talking, Blue System oder als Produzent für C.C. Catch, Engelbert, Roy Black und so weiter und so fort), dann war er nicht glücklich. Dabei hat man oft genug das Gefühl gehabt, dass der BWLer lieber auf Masse als auf Klasse setzt.

Warum erzähle ich vom Hamburger Massenproduzenten, obwohl in der Überschrift etwas von Samsung zu lesen ist? Genau! Mir kommt es so vor, als wäre es bei dem südkoreanischen Konzern ganz genauso. Da werden die Handys auf den Markt gehauen, koste es, was es wolle. Und so allmählich tun sich hier und da mal ein paar Zweifel auf, was die Masse der Handy-Modelle betrifft.

Dass ich nichts davon halte, dass man in Form von Maschinengewehr-Salven den Markt mit Handys überflutet, die alle irgendwie Galaxy heißen, habe ich im April bereits geschrieben. Und der Wahnsinn geht wohl tatsächlich weiter. Man pulvert einfach alles raus, was man auch nur im Entferntesten als Smartphone durchgehen lassen könnte. Und es ist nicht ganz klar, ob dieses Überangebot überhaupt vom Markt noch so akzeptiert wird.

Der Blog „Samsung Blog News“ hat eine atemberaubende Grafik vom Magazin „Which“ in einem Artikel, welche zeigt, dass Samsung derzeit sage und schreibe 26 Modelle auf dem Markt hat. Und das sind nur alles die Geräte mit der Bezeichnung Galaxy und dem Android-Betriebssystem. Dazu kommen noch die ganzen ATIV-Geräte mit Windows an Bord. Damit hat man so richtig jegliche Erinnerung an das geopferte Betriebssystem Bada unter Schutt begraben.

Ich denke nicht, dass das der Beweggrund war, den Markt derart mit Galaxy-Zeug vollzumüllen. Aber man kann in der Tat die ketzerische Frage ins Rund werfen, die sich auch Samsung Blog News stellt:

Was denkt ihr, wirft“ Samsung zu viele Tablets und Smartphones auf den Markt?

Man muss hier kein Experte sein, um zu sehen, dass die gestellte Frage eigentlich nur mit „Ja“ beantwortet werden kann. Und wenn sie mit „Ja“ beantwortet werden MUSS, stellt sich gleich die nächste Frage: Welchen Sinn hat das Ganze?

Der Name „Galaxy“ wird immer mehr verbrannt. In Blogs und Foren und dergleichen lese ich nicht selten, wie man bei dem Markennamen getrost abwinkt. „Galaxy“ ist abgenutzt. Also was soll das? Will man den Markennamen so lange nutzen und verheizen, bis er endgültig mausetot ist? Mit welchem Ziel denn?

Der einzige Grund, der mir einfällt, ist eben wieder Bada. Anstelle von Bada tritt ja Tizen. Und Tizen soll ja auch mit einer Markenlinie eingeführt werden. Also:

– Android -> Galaxy
– Windows -> ATIV
– ehemals Bada -> Wave
– Tizen -> Preisfrage

Wäre es so verwunderlich, dass man jetzt so lang wie möglich noch mit Galaxy Kasse machen will, um dann genügend Munition für eine erfolgreiche Markteinführung von einem Tizen-Smartphone vorrätig zu haben? Man darf nicht vergessen, dass es mal so eine Sage gab, dass Google die OEM-Partner mit Android unter Druck setzen könnte. Und schließlich ist auch die X-Phone Spekulation mit Motorola als Hardware-Tochter nie richtig beendet worden.

Ich denke, Samsung schießt genau aus dem Grund, dass der Galaxy-Hype demnächst zu Ende sein könnte, mit derart vielen Geräten mit dem Markennamen „Galaxy“ auf die Leute. Wer weiß, ob nicht bald die Blase platzt? Da sollte man schon für schlechte Zeiten vorgesorgt haben. Was meinen Sie?

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