Skip to main content

Kein „Perfect day“ – Ein paar Worte zum Tod von Lou Reed

Ja, ich bin ein bisschen spät. Alle anderen, die etwas zum Thema loswerden wollten, haben schon zu Lou Reed geschrieben. Aber ich kann es mir einfach nicht verkneifen. Vielleicht liegt es auch am derzeit tobenden Sturm und den tiefschwarzen Wolken über Leipzig, dass ich in der Stimmung bin, über einen der größten Musikgenies der Rockgeschichte zu schreiben.

Nein, ich kann nicht behaupten, ein sonderlich großer Fan der Band „The Velvet Underground“ zu sein. Und von den unzähligen Lou Reed Kompositionen gefallen mir vielleicht 4 Stücke. Es mag sein, dass da noch einige mehr darunter wären, aber das oftmals nur laute Geschrammel hat – so lese ich es immer mal – die Perlen weg gedröhnt. Und so bleiben in meiner Erinnerung übrig:

  • Walk on the wild side (natürlich)
  • Perfect day (Wer kennt es nicht?)
  • Waiting for the man (weil es OMD gecovert haben)
  • Sunday morning (weil auch das OMD gecovert haben)

Mir ist irgendwann mal das Werk „Heroin“ untergekommen. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass dies – nun ja, wie sagt man das – nicht mein Stil ist. Es soll aber eins der bekanntesten Lieder von Lou Reed gewesen sein.

Ohne Frage, Lou Reed war einer der größten Genies, die die Musikwelt je gesehen hat. Und zum Genie wäre er vermutlich nie gekommen, wenn er nicht „einen Knall“ gehabt hätte. Aber so war das ja auch bei Einstein und bei vielen anderen Genies. Lou Reed hatte die Erfahrung gemacht, für seine homoerotischen Fantasien schwer misshandelt worden zu sein. Die Wikipedia führt ein Zitat aus einem von seinen Liedern auf:

Sie steckten dir was in den Mund und brachten Elektroden an den Kopf und jagten Strom durch deinen Kopf, und anschließend fühltest du dich wie weichgekochtes Gemüse

Als Außenstehender sieht man in Lou Reed eigentlich nur das, was die Medien präsentieren: Einen durchgeknallten Rocker mit Heroin im Blut und wirren Gedanken. Als Musiker, der ich ja in der Vergangenheit auch mal war, sieht man aber auch den Künstler, den brillanten Kopf, der aus teilweise einfachsten Melodien wahre Meisterwerke zimmerte.

Und für alle Fans dieses wahren Genies war der gestrige Tag wahrhaftig kein „Perfect day“. Und nicht wenige Fans werden ihrem Idol immer wieder entgegen gebrüllt haben:

Oh it’s such a perfect day
I’m glad I spend it with you
Oh such a perfect day
You just keep me hangin‘ on

Oh, es ist so ein perfekter Tag.
Ich bin stolz, ihn mit dir zu verbringen.
Oh, so ein perfekter Tag.
Du hilfst mir durchzuhalten.

Man kann noch so wenig Fan von Lou Reed sein. Man muss aber einfach mal anerkennen, dass der Welt mit 71 Jahren nach Spätfolgen einer Lebertransplantation ein großer Musiker verloren gegangen ist.

Und gestern wurde auf seinem Facebook-Profil ein Bild einer alten Tür mit seinem Foto drauf veröffentlicht. Der Post bei Facebook heißt „The door“. Damit hat Lou Reed die Welt verlassen.

Facebook - Lou Reed - The door - Screenshot Henning Uhle
Facebook – Lou Reed – The door – Screenshot Henning Uhle

Titelbild: Ein Lou Reed Graffiti – von thierry ehrmann [CC-BY-2.0 (//creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.