Leipzig, Jahnallee: Der ewige Unfallschwerpunkt

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Leipzig, Jahnallee: Es gibt keine langen Zeiträume zwischen schweren und schwersten Unfällen. Wenn ich mal in die Verlegenheit komme, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, versuche ich weitgehend, die Jahnallee zu meiden. Ortskundige wissen, was da immer los ist. Und es wird ja nicht besser. Vor allem der innere Teil. Der bringt immer wieder enorme Probleme mit sich. Mit dem inneren Teil ist der Abschnitt nach dem „Ranstädter Steinweg“ zwischen Leibnizstraße und Waldplatz in der Nähe der Arena gemeint.

Leipzig, Jahnallee ausbauen!

Wie die Stadt Leipzig vermutlich weiß, befindet sich die Straße in dem skizzierten Bereich in keinem guten Zustand. Sie ist Pilgerstrecke für Sportfans. Wie vermutlich so einige wissen, haben in Leipzig mehrere Spitzensport-Vereine ihren Sitz, alle irgendwie entlang der Jahnallee. Im Handball ist es die SC DHFK und auch noch der HC Leipzig, im Volleyball die L.E. Volleys und im Fußball eben RB Leipzig. Haben diese Clubs ein Heimspiel, kommen möglicherweise Gästefans mit dem Zug. Und die pilgern dann die Jahnallee entlang.

Dort parken Autos, dort verengt sich die Straße, das Gleisbett für die Straßenbahnen ist nicht in Ordnung, die Fußwege sind zu schmal (vor allem, wenn die Dönerläden ihre Freisitze aufbauen), und Radwege sind meines Wissens gar nicht vorhanden. Ab Waldplatz ist alles in Ordnung. Aber davor haben wir ein pures Desaster. Wann kommt denn jemand mal auf die Idee, die Jahnallee auszubauen? Wie viele Unfallopfer muss es denn noch geben?

Ich weiß noch, dass man früher den inneren Teil der Jahnallee umfahren musste. Über die parallele Gustav-Adolf-Straße, die auf ganzer Länge stadtauswärts Einbahnstraße war. Damit konnte die Verkehrssituation entschärft werden. So etwas muss man sich einfallen lassen, da die Straßenbebauung eine Verbreiterung der Straße gar nicht zulässt. Und ich werde einfach mal noch aufschreiben, wieso bei der Jahnallee Eile geboten ist.

Das immer wieder gleiche Problem auf der Magistrale

Eigentlich ist die Jahnallee im inneren Bereich auch mit zwei Fahrspuren in jede Richtung ausgestattet. Damit würde der Verkehr laufen, ohne dass immer wieder Radfahrer umgefahren werden. Wo sollen die denn hin, wenn die Händler vor ihren Läden Parkplätze haben und die Straßenbahn fährt? Es ist immer wieder das Gleiche: Wären die Parkplätze dort weg, würde es vermutlich weniger Unfälle geben. Schließlich sind auf der Jahnallee täglich 15.500 Pkws, 800 Bahnen und unzählige Radfahrer unterwegs.

Und so kommt es immer wieder dazu, dass Radfahrer in den Schienen hängen bleiben, die in miserablem Zustand sind. Oder man gerät auf die Gegenrichtung, wie im verlinkten Bericht dargestellt wird. Aber nicht nur Radfahrer erleiden teils schwerste Unfälle im Bereich. Autos kollidieren mit Lkws oder mit Straßenbahnen, die Kreuzungen zu den Seitenstraßen sind völlig uneinsehbar. Und irgendwer zieht dann immer den Kürzeren. Wir vergessen mal auch nicht die vielen Fußgänger, im Zweifelsfall die Sportfans von oben.

Man muss ja nicht die zweite Fahrspur aufmachen. Man kann statt zweier Fahrspuren eine belassen und die äußere Fahrspur zum Radweg machen. Der Tagesspiegel hatte das hier mal skizziert. Problematisch wird es allerdings für die Anwohner und Lieferfahrzeuge. Hier muss zwingend etwas passieren. Nur wenn alle davon profitieren, lässt sich ein Um- und damit Ausbau der Jahnallee vorantreiben. Wie wäre es mit einer unterirdischen Parkstraße oder so etwas? Ja, das ist Spinnerei. Aber irgendwas muss sich die Stadt einfallen lassen.

Das liebe Verkehrskonzept

Das Verkehrskonzept ist nach wie vor nicht vorhanden. Man muss offenbar immer wieder daran erinnern. Ich nehme an, dass die Stadt weiterhin die Unfälle auf der Jahnallee lediglich zählen wird. Irgendwas brauchbares fällt den Verantwortlichen nicht ein. Dabei könnte man wirklich nach der Erneuerung der Gleise in dem Bereich den Durchgangsverkehr vielleicht komplett umleiten und die Jahnallee zur Parkstraße (auf einer Straßenseite) und Radfahrstraße (auf der anderen Seite) nebst Straßenbahn umbauen.

Es müsste ein Konzept her. Wenn man denn will. Ich nehme aber an, dass die Stadt gar nicht umbauen will. Es gab noch nicht genug Opfer. So zynisch soll sich die Stadt verhalten. Und es kann ja gar nicht anders sein. Sonst hätte man bereits gehandelt.

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