Rehab: Ein Jahr nach der Reißleine

Rehab: Ein Jahr nach der Reißleine

Rehab: Ein Jahr nach der Reißleine

Vor einem Jahr ging es mir wirklich richtig schlecht. Ich zog die Reißleine, weil ich sonst vor die Hunde gegangen wäre. Man nennt es Rehab im weitesten Sinn. Wenn ich so DeepL gucke, wie man das wohl übersetzt, dann heißt das Ganze wohl Reha, Rehabilitation oder Reha-Klinik. Well, wow… Na gut, es hat dann doch noch eine Weile gedauert, bis ich die gesundheitlichen Auswirkungen meines Raubbaus mitbekommen hatte. Aber oben das Artikelbild zeigt euch: Links bin ich Anfang 2022, rechts dann Ende 2022. Und darüber müssen wir reden.

Nie wieder!

Leute, was für eine Scheißzeit war das! Ob ich mich wirklich erholt habe – also einen Rehab vollzogen habe – oder nur so tue, kann ich noch nicht sagen. Fakt ist aber in jedem Fall, dass es mir gesundheitlich und vor allem mental besser geht. Klar muss ich höllisch aufpassen, mich nicht wieder in so einen Arbeitswahn hinein zu manövrieren und dann einer privaten Welle, die ja auch kommen könnte, nicht mehr standhalten kann. Echt, sowas ist dann kein Spaß mehr.

Ich hatte gar keine Ahnung, wie alle ich zum Jahreswechsel 2021 / 2022 war. Und ich glaube, am Ende war die beste Medizin die, die man gemeinhin als „Quality Time“ versteht. Zeit für private Dinge mit den Menschen, die einem gut tun. Es kommt am Ende nicht darauf an, irgendwem irgendwas zu beweisen. Nein, es kommt auf die Zeit an, in der man Luft holt: Die Zeit mit Familie, Freunden, Partnern. Und das mit tatsächlicher Anwesenheit, ohne ständiges Handy-Glotzen oder Erreichbarsein.

Nie wieder will ich in so eine Situation geraten, dass ich nicht mehr ein, noch aus weiß. Ob man den Weg in den Selbstschutz dann Rehab nennt oder nicht, müsst ihr selbst wissen. Ich fand das Wort halt einfach passend. Von der bewussten Ernährung über mehr Bewegung, bewusste Pausen und auch der Diagnose meiner Hausärztin habe ich im Jahr 2022 einen Weg gefunden, mit dem Leben wieder klar zu kommen, sodass so etwas nie wieder passiert.

5 Kilo

Ja, ich bin übergewichtig, was dann eben die gesundheitlichen Probleme, die mir auf die Füße gefallen sind, noch begünstigt hatte. Aber am 03.01.2021 habe ich damit begonnen, einfach loszulaufen. Ich gehe jeden Morgen meine rund 3 Kilometer durch unser Wohngebiet. Also: Wenn das Wetter mitspielt und ich mich wohl fühle. So habe ich es eben auch geschafft, ziemlich genau 5 Kilo Lebendgewicht loszuwerden.

Ja, eine Kleinigkeit, wenn ich so die ganzen Fitness-Laberer so höre. Die wollen dir unterm Strich aber vielleicht auch nur einreden, wie beschissen du bist. Und genau das lasse ich nicht mehr mit mir machen. Ich bin stolz, die 5 Kilo losgeworden zu sein. Zwischendurch ging es gar in Richtung 8 Kilo. Aber niemand weiß ja, wie so ein Jahr verläuft. Was ich jetzt wiege? 152,5 kg auf 1,94 m Höhe. Was, das erschrickt euch? Ihr hättet mich mal vor einem Jahr sehen sollen.

Na klar, das gehört auch zur Wahrheit dazu, wenn man sich auf einen Rehab einlässt. Und wer weiß, vielleicht könnte man sich da noch weiter optimieren. Oder nee, ziemlich sicher könnte man sich weiter optimieren. Aber wisst ihr was? Mir ist das ziemlich egal. Denn ich bin froh, dass es mir mental wieder einigermaßen gut geht. Und das ist für mich unterm Strich das Entscheidende.

Und warum nun Rehab?

Einer der größten Hits der viel zu früh gestorbenen Amy Winehouse heißt nun einmal „Rehab“. Allerdings wurde sie damals dazu genötigt, eine Reha-Klinik aufzusuchen. Bei mir war es ja so, dass mir mein eigener Körper gesagt hat: Freundchen, das geht bei dir nicht so weiter. Naja, man muss dann schon mal darauf hören, was der Wanst erzählt. Ich glaube, das hätte ich schon lange vorher machen sollen. Jaja, ich weiß, hinterher ist man immer schlauer.

So, und dieses Jahr hoffe ich einfach mal, dass ich mich weiter stabilisiere. Wenn ich dabei noch etwas gesünder werde, wäre das super. Aber ehrlich, ich renne keinem einzigen Kilo hinterher. Dann bleibe ich lieber übergewichtig. Aber wenn es mir sonst gut geht, bin ich dann schon zufrieden. Ihr glaubt ja gar nicht, wie wichtig die seelische Gesundheit ist. Meiner Meinung nach hängt davon enorm viel ab. Wenn am Ende Rehab für mich bedeutet, das erkannt zu haben, habe ich doch einiges erreicht, oder?

Amy Winehouse - Rehab
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Rehab von Amy Winehouse

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4 Kommentare zu „Rehab: Ein Jahr nach der Reißleine“

  1. Hi Henning,
    „mens sana in corpore sano“ – ein gesunder Geist soll in einem gesunden Körper wohnen – doch die Voraussetzungen muss man erst mal schaffen..
    Ich vermure mal bei Deinen Eckdaten, dass dein BMI auch über 40 liegt. Das ist dann schon die körperliche verfassung, dass man Schnappatmung hat, wenn man nur die Post vom Briefkasten wieder in die Wohnung gebracht hat. Ja, das ist derHaken bei uns ITlern – wir sind Schreibtischtäter und wir bewegen uns zu selten. Den Gang zur Kantine klammern wir mal aus…
    Ich habe das Ruder rumgerissen bekommen – das wirst Du auf meinem Blog ja mitbekommen haben (die Aufrufe meinder Beiträge zu Ozempic gehen mittlerweile in die zweistellige zehntausender Zahl) – aber es ging nur mit Hilfe dieses Hormons – klar, bei mir kam ja damals noch die Diabetes dazu. Die ist aber nun weg!
    Aktuell mit über 30 Kilo weniger auf den Rippen (10 weitere sind angepeilt – aber nun wird es wirklich schwierig) fühle ich mich besser, lebe intensiver, habe ein ganz anderes Lebensgefühl – all das durch das niedrigere Gewicht und dem Gewinn an körperlicher Leistungsfähigkeit und einer neugewonnenen Attraktivität – okay, dazu muss man sagen, dass die nicht bei meinem angepeiltem Beutefangschema wirkt (welche 30-jährige will schon einen Vaterersatz – außer als „Sugardaddy“) .. ;-)
    Ich bin sogar so verrückt, dass ich freiwillig eine S-Bahn Station eher aussteige um noch ein paar Kilometer mehr abzulatschen um die Kilos runter und die Fitness hoch zu kriegen. So war auch mein Neujahrsspaziergang am Ende eine Rundtour von 3 Stunden und 15 Kilometern.
    Vieles im Leben ändert sich zum positiven, wenn auch das körperliche wieder im Einklang ist.
    Ich wünsche Dir ebenso viel Erfolg, wie ich hatte – auch wenn ich noch nicht am Ziel meiner Reise bin (soll heißen, ich habe noch keine scharfe 30jährige Sport-Studentin als Mitbewohnerin gefunden) – aber das wird noch.. :-)
    Bleib gesund
    CU
    P.

    1. Ja, mein lieber, ich hab das schon mitbekommen auf deinem Blog. Bei mir isses nicht ganz so wild. Ich bin nicht so wahnsinnig kurzatmig, wie man sich das vielleicht vorstellt. Aber OK ist da noch lange nix. Ich bin allerdings auf einem guten Weg. Mal gucken, ob das meine Ärztin genauso sieht, wenn ich meinen nächsten Besuch bei ihr habe.

      Mir ging es hauptsächlich darum, dass ich erkenne, welchen Raubbau ich betrieben habe und wo mich das hingebracht hat. Nachdem im Oberstübchen das Licht wieder anging und sich der Bewegungsapparat in Gang gesetzt hatte, geht es auch langsam vorwärts. Ich bin da guter Hoffnung. Alles weitere werden wir sehen.

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