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Das ACTA-Mediendesaster

Es ist unfassbar, wie die erlauchten Medien mit dem Thema ACTA umgehen. Entsprechend fallen eben auch die Reaktionen im Internet aus. Man darf sich über die Reaktionen halt nicht wundern, wenn man mit Müll wirft.

Da gibt es einerseits das Medienkartell der Herrschaften um Liz Mohn und Friede Springer. Diese Medien werden nicht müde, einen so genannten Experten nach dem anderen durch Interviews zu ziehen. Nur was für Experten! Da ist z.B. der Chef von Sony Music Deutschland, der nicht müde wird, Verwerterinteressen mit Urheberrecht zu verwechseln. Er sieht z.B. den Einfluss gefährdet, weil das Urheberrecht verletzt wird.

Stimmt nicht. Es geht weiterhin nicht darum, die Urheber um ihr Lohn und Brot zu bringen. Es geht schlichtweg um Firmen, die nichts weiter machen, als ihr Logo irgendwo hin zu pappen und Geld einzustreichen. Diese Firmen sind die Verwerter. Nicht die Urheber. Aber im Zuge von wirren Berichten können solche Verwechslungen schon mal passieren.

Noch besser sind allerdings die öffentlich-rechtlichen Medien. Es kam ja am Wochenende zu erneuten Anti-ACTA-Demostrationen. Und was machen die öffentlich-rechtlichen Meinungsschaffer daraus? Da werden schlichtweg einmal falsche Teilnehmerzahlen veröffentlicht oder mit falschen Informationen Interviews geführt. So kam es dann eben dazu, dass die Demostrationen und Proteste mal eben verniedlicht wurden. So kann man dann eben auch einmal Meinung und Stimmung machen.

Und die öffentlich-rechtlichen Medien haben ja auch etwas von einer solchen Stimmungsmache. Schließlich gehören sie der Content Allianz an, die möglichst schnell ACTA durchwinken will. Also darf man von diesen Medien keine objektive Berichterstattung erwarten. Aber das haben wir auch nicht wirklich, oder?

Um einmal festzuhalten: ACTA ist nur die Vorstufe. Seit 2004 gibt es Arbeiten zu einem Abkommen namens IPRED. Hierbei geht es um die harte Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum. Bislang ist das alles noch nicht zu Ende gedacht. Prinzipiell soll aber diese Richtlinie so angelegt sein, dass Branchenriesen gegenüber kleinen Konkurrenten bevorzugt werden.

Die Diskussion ist heftig. Allerdings wird sie von den Medien verniedlicht. Momentan ist es so, dass es nicht wirklich viele Quellen gibt, denen man zum Thema ACTA über den Weg trauen kann. Ich kann hier auch keine wirklich gute Empfehlung geben, außer dass man die Informationen hinterfragen sollte, auch wenn sie schlüssig erscheinen.

Informationsquellen:

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 thoughts to “Das ACTA-Mediendesaster”

  1. Künstler sollten ihre Kunstwerke gratis machen — z.B. weil sie als Hauptberuf was ganz Anderes machen. Karl Kraus war der letzte intelligente Künstler, der alle seine Kunstwerke sogar selber finanziert hat. Der hat also in seiner korrupten Zeit (der Nazis) versucht, seine Kunst frei von Geld zu halten. Hochachtung!
    − Alle Kunstwerke sollten gratis sein, kein Künstler sollte damit Geld verdienen wollen. Kunst sollte also immer als reiner Nebenjob ohne Gelddruck gemacht werden. + Solche Künstler gibt es heute eben nicht mehr — die wollen alle Geld für ihre (Sch..) Kunst.
    − Damit wären auch die Kunstgalerien, die blöden Tussen auf Art-Shows, die gelangweilten kunstsammelnden Ehefrauen von Managern etc. unnötig.
    − Damit wäre Kunst endlich zum ersten Mal in der Weltgeschichte rein (“L art pour l art”), also endlich losgelöst vom Geld, big business, der Mafia, der Kirche, etc.!
    − Daher: alle Kunstwerke könnten dann gratis kopiert etc. werden, da ja kein Künstler mehr auf Geld angewiesen sein wird.
    − Aber stattdessen sind die heutigen Künstler genau so korrupt wie die anderen Leute dieser Welt (also: aufs schnöde Geld aus).
    − Aber wahrscheinlich bin ich der einzige Künstler weltweit, der dies so hält (ich mache all meine Kunst gratis, damit diese nicht korrumpiert und verunreinigt wird von den Idioten überall).

    1. Dies stellt eine rein subjektive Meinung dar. Ich finde ja schon, dass Künstler für ihre Arbeit entlohnt werden sollen. So wird dies allerdings immer ein Diskussionsgrund bleiben.

      Wenn der Kommentator seine Kunst gratis zugänglich macht, wäre vielleicht von Interesse, wie man an diese Kunst kommt. Mit dem angegebenen Namen und den hinterlegten Kontaktinformationen wird dies leider nicht klar. Aber vermutlich hat auch das seinen Grund.

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