Die Pinterest-Lüge: Nicht viel Inhalt dabei

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Ich glaube, die Pinterest-Lüge hat in mir ein Opfer gefunden. Bei wem war das denn auch der Fall? Gut, die Plattform kann nicht viel dafür. Ich zeige aber mit dem Finger auf viele, die meinen, anderen erzählen zu müssen, wie einfach Pinterest ist. Von „Traffic-Boost“ und ähnlichem Unfug ist die Rede. Ich will mal hier kurz aufklären, wieso ich das für gelogen halte.

Wieso gibt es für mich die Pinterest-Lüge?

Wenn wir einmal schauen, wie Pinterest funktioniert, kann man schnell frustriert werden. Kaum jemand folgt einem, kaum etwas wird geteilt, die Besuche auf der eigenen Seite von Pinterest her gehen gehen Null. Ich bin vor ungefähr „bei Pinterest online gegangen“, wie es immer heißt. Seither habe ich 36 Follower und angeblich 14000 Betrachter pro Monat.

Jaja, das dauert alles. Ich bin da ja auch nicht böse darüber. Denn nur so kann etwas nachhaltig sein. Dann schaut man nach und nach immer wieder bei Pinterest nach, wie das andere machen. Und plötzlich wird einem die Pinterest-Lüge klar. Angebliche Blogger erzählen einem nämlich, wie sie das machen mit Pinterest.

Da kommen nämlich so Aussagen daher wie „Man muss schon 50 bis 100 Pins am Tag setzen“ und „Plane mit Tailwind* deine Pins“ (der Stern bedeutet, dass diese Menschen für den Link Geld bekommen) oder so etwas in der Art. 50 bis 100 Pins pro Tag? Seid ihr noch ganz bei Trost? Irgendwo habe ich auch etwas von kontinuierlich mehreren 100 Pins pro Tag gelesen.

Wozu? Und wie? Ich meine, was ich teile, muss ich doch vorher geprüft haben. Und speziell die Herzblätter, die die Pinterest-Lüge verteilen, haben meistens Blogartikel mit mehreren 1000 Worten Länge. Wenn ich da ein paar lese, ist der Tag rum. Ich habe ja auch noch meine Arbeit und ein Privatleben. Das ist kompletter Irrsinn, was die da empfehlen.

Zu der Lüge gehört ja auch noch Tailwind. Das ist ein System, mit dem ich massenhaft Pins generieren und vorplanen kann und alles mögliche machen kann. Das kostet 10 $ bis 800 $. Pro Monat! Zum Vorplanen, was ich bei Pinterest fallenlassen will? Und das ist der geile Scheiß für Blogger, die Pinterest nutzen? Ist das euer Ernst? Kein Provisionslink.

Seid doch mal realistisch!

Ich habe seit der Einführung von MATOMO hier im Blog etwa 115000 Aufrufe gehabt. Von denen kamen 272 von Pinterest. Mir fehlt die Fantasie, dass das mehr wird. Und für einen berufstätigen Menschen, der nebenher ein bisschen bloggt, ist die Pinterest-Lüge schlichtweg unerträglich. Seid doch einfach realistisch, ihr Auskenner!

Ich muss den ganzen Scheiß, den ich „weiterpinnen“ soll, doch erstmal lesen. Wer weiß, vielleicht geht es sonst um die große Weltverschwörung? Und ganz ehrlich, ich habe da nicht die Zeit dazu, all den Kram zu prüfen, von dem ich laut den Empfehlungen „50 bis 100“ Pins absetzen soll.

Und eine kostenpflichtige Lösung, um möglichst genau planen zu können, wann ich Pins fallenlasse? Wieso? Was glauben diese Auskenner, was bei einem Nebenbei-Blog eigentlich so an Geld hängen bleibt. Ohne „Pinnen! Pinnen! Pinnen!“ und „Booste deinen Traffic“ habe ich noch nirgendwo gelesen, wie man als nicht selbständiger Blogger Pinterest nutzt.

Fast jeder Artikel entpuppt sich im Laufe der mehreren tausend Worte als Marketing-Schandtat mit Provisionslinks, die in nicht gekennzeichneten Artikeln stecken, und mit aberwitzig vielen Pins. Aber wozu, weshalb und wie konnte mir noch niemand erklären. Und deshalb ist das für mich die Pinterest-Lüge.

Dieser Artikel sticht ein bisschen positiv dabei heraus. Den habe ich gern gelesen. Es geht also auch einigermaßen realistisch. Aber auch hier wurde das Problem nicht gelöst, wie man nebenbei (DAS ist mir wichtig) den Blog und Pinterest nutzt. Vielleicht habe ich es nur überlesen. Aber realistisches habe ich sonst nicht gelesen. Und das ist schade.

Bin ich enttäuscht von Pinterest?

Jetzt könnte man denken, dass mich die Pinterest-Lüge dazu gebracht hat, generell Pinterest infrage zu stellen. Das ist mitnichten der Fall. Und wer weiß, vielleicht werden es ja noch mehr Zugriffe von Pinterest in Richtung meines Blogs. Denn das ist es ja eben: Mein Blog ist mein publizistisches Zuhause, sonst nichts. Und insofern ist Pinterest wie Facebook für mich ein „Nice-to-have“.

Ich werde die Plattform weiter nutzen. Denn ich finde dort tatsächlich viele Dinge, die ich sonst nicht so einfach finde. Die Suchmaschine – denn ein soziales Netzwerk ist das nicht – lässt sich gut einstellen, sodass man gut finden kann, was man momentan sucht. Und dafür lohnt es sich schon mal. Publizieren werde ich weiter im Blog, und verteilt werden meine Artikel in allen möglichen Kanälen, Pinterest ist einer darunter.

Aber bleibt mir bitte vom Leib damit, mir weiterhin irgendeine Boost-Strategie mit Pinterest unterjubeln zu wollen. Das ist und bleibt nun einmal die Pinterest-Lüge. Wer kein Geld ausgeben kann oder will und nicht den ganzen Tag irgendwas pinnen will oder dann nur blind pinnen kann, für den ist das nicht interessant. Sonst eher nicht.

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