Social Media Versuchung: Nur einmal beißen! - Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Social Media Versuchung: Nur einmal beißen! - Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Social Media Versuchung: Nur einmal beißen!

Das mit der Social Media Versuchung ist kritisch. Ich wäre fast auf die Idee gekommen, meine Abstinenz von den Netzwerken aufzugeben und konnte mich grad noch bremsen. Die Verheißungen sind aber auch kolossal. Und wenn wir alle, die den Plattformen und Netzwerken den Rücken gekehrt haben, ehrlich sind, dann reißt diese Abstinenz ja tatsächlich ein großes Loch. Daran hatte ich dann aber gemerkt, wie abhängig man sich davon macht. Ich kann aber sagen: Gerade noch mal gut gegangen, ich bin nicht schwach geworden.

Social Media Versuchung: Vielleicht sollte ich ja…

Alter Falter, das war knapp! Kennt ihr das beim Frühjahrshochwasser? Da werden die Flussufer mit Sandsäcken erhöht. Hat man dort ein kleines Loch gelassen, strömt dort eventuell Wasser hindurch und reißt dann das Loch nach und nach immer größer. So ist das auch mit der Social Media Versuchung. Ich hatte mich schon ziemlich zusammengerissen. Mir war ja nach wie vor klar, dass mir die Plattformen nicht gut tun. Aber dennoch: Nur einmal beißen!

Aus irgendeinem Grund, an den ich mich nicht mehr erinnern kann, hatte ich mal bei LinkedIn vorbeigeschaut. Naja, und was soll ich sagen? Fröhlich hier auf irgendwas reagiert oder dort irgendeinen Kommentar abgegeben. Oder neulich bei Facebook: Ich wollte irgendwas bei einer mir bekannten Person gucken und wurde auf einen Gruppenbeitrag aufmerksam, den ich kommentiert habe. Sofort war ich dann wieder in einer Unterhaltung.

Und schon war ich geneigt, wieder hier, da und dort wie bekloppt herum zu scrollen. Und plötzlich hatte ich mir gedacht: Alter, dafür machst du nicht die Abstinenz. Seitdem weiß ich, dass das mit der Social Media Versuchung eine ganz blöde und verflixte Sache ist. Man wird so schnell wieder dazu verleitet, wieder aktiver zu werden. Und sofort denkt man als Blogger: Vielleicht sollte ich ja meine Artikel auch wieder dorthin teilen. Sollte ich denn?

Und dann schrie die Vernunft

Ich war schon wieder bei LinkedIn durch die ganzen Selbstdarsteller genervt. Um Mastodon und Twitter mache ich trotz der Social Media Versuchung einen Bogen. Aber was ist denn das eigentlich bei Facebook? Ich fing quasi instant wieder mit dem so genannten „Doom Scrolling“ an. Zum Glück war in mir drin Licht an, sodass die Vernunft mich innerlich geboxt hatte und mich aus dieser Scrollerei heraus geholt hat. Aber was für ein Mist! Sofort hängst du wieder am Tropf. Ich war richtig erschrocken.

Ich hatte mir eingeredet, dass ich am Ende doch auf Besucher aus den sozialen Netzwerken angewiesen bin. Dabei geben die Zahlen meiner Statistik diese Annahme gar nicht wider. Ich hatte dann angefangen, danach zu recherchieren, wie ich automatisiert meine Blogartikel in die Plattformen werfen kann. Leute, ich wollte sogar Geld dafür ausgeben. Und dann hatte ich mir gedacht: Was für ein Schwachsinn!

Die Zahlen rechtfertigen keine Social Media Versuchung
Die Zahlen rechtfertigen keine Social Media Versuchung

Da, dieser kleine, grüne Streifen auf dem Diagramm: Das sind ALLE sozialen Netzwerke zusammen. Nein, nicht erst jetzt, sondern im gesamten Jahr 2022. Warum ich dann überhaupt irgendwas unternehmen soll, dass irgendwer mit meinen Posts behelligt wird, ist mir bei DIESEN Zahlen schleierhaft. Die Verteilung der Herkunft eurer Zugriffe rechtfertigt keinerlei Social Media Versuchung. Oder wollt ihr etwa irgendwas anderes erzählen?

Ich habe so lang gekämpft…

Ich war eisern. Und dann schenke ich das einfach so her? Hängen die Früchte tatsächlich so tief? Die Versuchung ist tatsächlich gegeben. Man kann dann ja eigentlich nur eins machen: Sich selbst schützen. Im Artikel, den ich da verlinkt habe, gibt es ein paar Anregungen. Und so blödsinnig das klingt: Ich habe so lange für ein bisschen Seelen-Hygiene gekämpft, das kann ich mir doch nicht im Handumdrehen wieder kaputt machen, oder?

Am Ende heißt das also, dass ich noch lange nicht über den Berg bin und weiter der Social Media Versuchung widerstehen muss. Notfalls – so doof es klingt – auch mit innerlichem Zwang. Und für meinen Blog heißt das: Nix da, ich teile nichts in die Plattformen, weder manuell über die Teilen-Buttons unten noch automatisiert über irgendeinen dahergelaufenen Dienst, den ich vielleicht auch noch bezahlen müsste.

Das hatte mich alles so fertiggemacht. Ich war derart am Ende. Natürlich war es ein beschissenes Jahr 2021, natürlich waren es Corona, Klima, Krieg und Krise. Aber eben auch die Plattformen, die mich in mentale Schwierigkeiten gebracht hatten. Das kann und will ich einfach nicht ignorieren. Deshalb muss ich der Social Media Versuchung widerstehen, sonst ist mein Burnout nur ein Witz.

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4 Kommentare zu „Social Media Versuchung: Nur einmal beißen!“

  1. Ach komm, Henning. Das ist gar nicht so schwer. Du hast doch selbst alles korrekt analysiert: Social Media raubt dir nur deine Zeit und deine Daten, „die anderen da“ sind auch nur da, weil andere da sind. Einfach nicht mehr mitmachen und die freie Zeit geniessen! Wie hoch ist dein ungelesener Bücherstapel?
    Und noch ein Tipp am Rande: Wer „extra“ Signal und Threema aufm Handy hat, der sollte konsequent WA löschen. Das geht, ich schwör!

    Schönen Tag noch,
    Holger

    1. Hi Holger,

      ja doch nur. :-) Ich dachte nicht, dass das so eine vertrackte Nummer wird. Aber wie das eben auch „im echten Leben“ ist: Die Schaufenster laden schon mal zum Shopping ein. So ist das auch bei Social Media: Bist du einmal da drin, laden die dich dazu ein, noch viel länger drin zu bleiben.

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