2021 - Don't look back in anger! - Bild von Daniel Dan outsideclick auf Pixabay

2021 - Don't look back in anger! - Bild von Daniel Dan outsideclick auf Pixabay

2021 – Don’t look back in anger!

Ich bin bestimmt nicht der einzige Blogger, der seinen Rückblick auf 2021 mit diesem Artikelbild illustriert. Überhaupt wimmelt es gerade von Jahresrückblicken. Hier beim Thomas habe ich einen ganz hervorragenden gelesen. Und wisst ihr was? Ich mache jetzt auch einen. Denn ganz ehrlich: Mit diesem Jahr muss ich meinen Frieden machen. Es muss einfach so sein wie in dem Oasis-Lied: „Don’t look back in anger!“ – „Schau nicht mit Wut zurück!“ – Nun denn, auf in die wilde Fahrt durch eins der verrücktesten Jahre meines schnöden Daseins.

Damals, als 2021 noch positiv begann

Ach, was war ich frohen Mutes, als es Ende 2020 hieß, man habe nun einen mRNA-Impfstoff und könne nun wie bekloppt impfen. Was hatte ich für ein Bock, dass man endlich wieder normal leben könnte. Und wir hatten ja auch viel vor. Wir wollten uns Urlaub gönnen, auf Konzerte gehen, mit meiner Mutter wieder etwas unternehmen, weil die ja sonst auch nix erlebte. Tja, und dann kommt 2021 so richtig in Fahrt und lacht dich aus.

Was unseren Freund Corona betrifft, so habe ich im Laufe des Jahres erlebt, wie sehr dir in die Eier getreten werden kann. Diejenigen, die bis Ende 2020 von „Plandemie“ oder „Panikdemie“ krakeelten, wedelten nun mit den Grundrechten aus dem Grundgesetz um sich. Aber das war nicht das eigentlich schlimme an dem Jahr. Das Schlimme kam erst noch. Und das Zweitschlimmste war, dass sich die Gesellschaft selbst gespalten hat. Und das muss wieder aufhören.

Sturm auf Parlamente

Erinnert ihr euch noch an die „Capitol Riots“ Anfang 2021? Lest man, was ich dazu aufschrieb. Da wurde einfach mal das Parlament der Vereinigten Staaten von Amerika gestürmt. Von Verrückten. Wie verrückt das war, sah man später auch in Deutschland, als Idioten einfach mal so versuchten, in den Bundestag einzudringen. Und wer stachelt diese Leute alles an? Der Flecktarn-Nadelstreifen-Anzug von ganz rechts.

Das Jahr 2021 hat uns auch gelehrt, wie zerbrechlich eine Demokratie sein kann. Das schleusen die Schwurbler von der blauen Partei einfach mal militante Rechtsradikale in den Bundestag, und das fällt erst niemandem auf. Wo leben wir denn? In der Zentralafrikanischen Republik? Ganz ehrlich, da hatte ich gedacht, dass es das nun war mit dem Ding namens Demokratie. Und dafür sollte man Verständnis haben?

Versöhnlicher Februar

Ja, der Februar war gut. Ich hatte mich daran erinnert, wie ich vor vielen Jahren Musik gemacht habe. Was das auslöste, war mir noch nicht klar. Ich hatte auch so das eine oder andere in Sachen Musik im Blog. Und überhaupt ging es mir ganz gut. Wenn nur der Dampferhusten nicht gewesen wäre. Aber der hatte seinen Grund, und der ist mir eben auch bekannt. Ich dampfe ja nach wie vor.

Ach, und ich hatte meinen Newsletter wiederbelebt. Schon da gingen mir die sozialen Netzwerke gehörig auf den Senkel. Und um meinen Lesern etwas zu bieten, nehme ich halt den Newsletter. Auch im Jahr 2021. 66 Abonnenten habe ich. Das ist gar nicht so schlecht. Ich will mich darüber ja eh nicht beklagen. Denn mein Blog und alles, was dran hängt, ist ausschließlich ein privates Spielzeug.

Der Frühling brachte Ärger mit Exchange Server

Auch 2021 war mein Arbeitsfeld der Exchange Server und all das, was dazu gehört. Und im März fing es an, dass es gewaltig knisterte. Da gab es die Hafnium-Lücke, die Administratoren zur Weißglut brachte und den Support beschäftigte. Und es hört bis zum Jahresende eigentlich nicht mehr auf.

Ach ja, im März war ich dann auch 1 Jahr im Home Office, nachdem sie uns ein Jahr zuvor gesagt hatten, dass das nur mal kurz für ein paar Wochen sein würde. Ich habe meinen Arbeitsplatz seitdem kontinuierlich ausgebaut und möchte den nun eigentlich seit dem Ausbau nicht mehr missen.

Und im April fing ich dann wieder mit dem Keyboard an. Und es macht mir bis heute Spaß. Es war also die richtige Entscheidung. Und mal ehrlich, bei all dem Irrsinn und all den Irren musst du doch ab und an mal mit schlankem Fuß den Alltag verlassen. Und sei es nur für ein Stündchen Geklimper. Im Mai gab es dann sogar was zu hören.

Relax: Als es langsam Sommer wurde

Nein, Freunde, mich geht nicht mehr immer irgendwas an. Zu dem Entschluss bin ich im Mai gekommen. Oder um es mal anders zu formulieren: Das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr hätte von mir sein können. Ich habe mich dann auch von Dingen getrennt, weil ich nicht mehr alles mitmachen muss.

Der Sommer 2021 begann Mai / Juni aber auch mit Sicherheitsproblemen. Wer im Support arbeitet wie ich, wird zwangsläufig immer wieder mit IT-Sicherheit konfrontiert. Verbrecher erpressen Unternehmen, zum Teil auch kritische Infrastruktur. Das konnte mich nicht wirklich kalt lassen. Vor allem, wenn Staaten hinter solchen Kampagnen stehen.

Und Ende Juni hatte ich die ganz großartige Idee, den Hashtag #uhleblog einzuführen. Nun ja, das Resultat war mehr Arbeit bei gleichbleibendem Erfolg. Also was sollte ich damit? Ich verwende es nach wie vor. Aber ob das klug ist? Keine Ahnung. Das war sicher einer dieser famosen Schreibtipps, die man bei Pinterest findet.

Der Sommer ist für alle da

Ich habe mich irre gestresst gefühlt und beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann. Corona war ja nicht plötzlich weg. Aber es wurde mal kurzzeitig überlagert durch Regen im Paradies. Ein Regenklops über der Westschweiz, vor dem alle Meteorologen gewarnt hatten. Im Westen Deutschlands kam nichts von den Warnungen an. Klar, nach so einem desaströsen Warntag.

Jedenfalls brauchte ich eine Pause. Die verbrachte ich mit meiner Tochter in Brandenburg. Dabei habe ich den Entschluss gefasst, wieder mehr auf mich zu achten. Aber es wurde schlimmer, was dann in der zweiten Jahreshälfte auf mich zukam. Erste Anzeichen waren hier zu sehen.

Beruflich ging es mal wieder um Desaster rund um Exchange, rund um Cloud und all das. Und es wurde immer und immer mehr. Bis vor ein paar Tagen ging das steil bergauf. Das ist erstmal nicht schlimm. Denn mehr Arbeit sichert meinen Arbeitsplatz. Man muss es aber noch bewältigen können.

Bunt sind schon die Wälder…

Der September war wahnsinnig arbeitsreich. Es gab Sicherheitslücken und Angriffsszenarien. All das mussten wir ja irgendwie parieren. Und ich dachte über Resilienz nach. Nachdem es privat immer chaotischer wurde, konnte man eigentlich gar nicht mehr an „Selbstoptimierung“ denken. Schlagt euch das also am besten aus dem Kopf.

Und dann kam der Oktober. Es war ja erst ganz schön, dass Facebook mal für länger seine Dienste an die Wand gefahren hatte. Und wir hatten endlich neue Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Ein Hauch von Aufbruch umwehte uns, nicht wahr? Und dann kam es zum größtmöglichen Verlust, den man haben kann.

Durch so ein Ereignis hält man inne. So war es zumindest bei mir. Und dann merkt man erstmal, wie viel Schwachsinn all die Pöbler von sich geben. Und so kam es dazu, dass ich mich Ende November 2021 dazu entschloss, eine Social Media Pause von unbestimmter Dauer einzulegen.

Besinnungslose Besinnlichkeit

Im Dezember habe ich vor mich hin sinniert. Es war ein beschissenes Jahr. Ich bin auch jetzt, am 28.12.2021, nervlich und mental komplett am Ende und ausgelaugt. Das liegt nicht nur am Tod, der uns heimgesucht hatte und den ich noch lange nicht vollständig verarbeitet habe. Es liegt auch an der Arbeit, den ganzen Irren da draußen, am Fortbestand von Corona und all dem.

Meine Social Media Pause hält an, außer bei Twitter. Aber am liebsten würde ich all den „Ich bin vom Impfen nicht überzeugt“-Sagern, all den „Artikel soundso im Grundgesetz“-Rufern, allen „Wir sind das Volk“-Brüllern eine reinhauen. Unter all diesen Leuten sind auch Menschen, die mir persönlich nahestehen. Ach, und die über Weihnachten irgendwas von Besinnlichkeit gefaselt haben.

Ich beobachte das Treiben weiter aus sicherer Distanz. Aber große Lust machen mir die sozialen Netzwerke nicht. Zu viel Besinnungslosigkeit. Und ganz ehrlich: Ich muss da eher auf das aufpassen, was mir wichtig ist. Und das sind eben nicht die Plattformen, sondern meine Ehe, meine Tochter, meine Gesundheit, mein Blog und mein Job. Mehr geht mich nichts an.

Und meine Gesundheit sagt mir halt einfach: Alter, mach mal Pause, du kannst eh die Welt nicht allein retten. Und so werde ich mal ein paar Tage nutzen, um wieder Luft zu bekommen, klar denken zu können. Die Welt wird auch in diesen Tagen nicht untergehen. Und selbst wenn, war ich dann nicht dran schuld.

Meine Wünsche für 2022

In meinem Abgesang auf 2020 hatte ich mir sonstwas ausgemalt. Da dachte ich auch nicht daran, dass uns Corona noch mindestens ein weiteres Jahr beschäftigen würde. Ich wünschte mir ein Fortkommen in Sachen Modern Workplace. Und ich war optimistisch, weil es Impfstoffe gab. Und ich war froh, dass nicht nochmal über Weihnachten halb Australien gebrannt hatte. Ja, ich war optimistisch. Leider falsch gedacht.

Nach diesem irren Jahr 2021 kann es für 2022 eigentlich nur ein „Besser machen“ geben. Wir müssen bei der Abwehr von Corona voran kommen. In Sachen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Resilienzvorsorge, Bildung, Verkehr und Wirtschaft müssen wir als stärkste Kraft Europas echt zulegen. Wir haben auch 2021 wieder lernen müssen, wie groß der Nachholbedarf ist. Ich wünsche mir, dass irgendjemand dies mit Ernsthaftigkeit betrachtet.

Nein, ich schaue nicht mit Wut zurück auf 2021. Es war ein schweres Jahr, ein verdammt schweres Jahr. Aber: „Don’t look back in anger“ ist ein gutes Motto. Udo Jürgens sang mal in „Merci Cherie“ die vollkommen wahre Stelle: „Schau nach vorn, nicht zurück!“ – Und das werde ich. Ich hoffe doch schwer, dass 2022 zumindest zum Teil ein besseres Jahr wird. Ich habe echt keine Lust mehr, mich über diesen ganzen Mist aufzuregen. Und ich will nicht noch mehr verlieren.

Ich habe jetzt keinen Wunschzettel oder sowas. Ich würde mich halt freuen, wenn die Menschen wieder mit mehr Anstand miteinander umgehen würden. Das hat ja 2021 gewaltig gelitten. Die „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“-Brüller sollen bitte unter ihren Stein zurück kriechen, unter dem sie hervor gekrochen sind. Alle anderen sind herzlich eingeladen, 2022 besser als das zu Ende gehende 2021 zu machen. Ich hab da Bock drauf. Und ihr?

8 Kommentare zu „2021 – Don’t look back in anger!“

  1. Hi Henning,
    ja, auch ich bin grade dabei das Jahr 2021 aufzuarbeiten. Für mich persönlich war es sogar durchaus positiv. So gesund wie dieses Jahr, war ich ewig nicht! Das liegt auch an meiner Gewichtsreduktion von fast 40 Kilo. Na gut über Weihnachten gab es das üblich Kilo mehr auf der Waage – aber sonst? Ein Jobverlust, der mich nicht im mindesten schmerzt, endlich mal Zeit für mich selbst, meine Hütte erstrahlt nach Jahren im neuen Glanz.
    Ich bin so euphorisch – ich könnte glatt heiraten um endlich wieder angeschrien und beschimpft zu werden..
    Aber ansonsten hat uns 2021 gezeigt, dass die Menschheit nichts – aber auch wirklich NICHTS! – aus 2020 gelernt hat.
    Was die Zukunft angeht – pff.. solange bei mir in der zweiten Etage auf dem Balkon kein Bootsanleger montiert wird, falls im Fall der Fälle im nächsten Sommer die Polkappen schmelzen, juckt mich alles nicht mehr. Ich verweigere mich den Nachrichten und anderen Hiobs-Botschaften so gut es geht. Die ganzen Spinner, Bekehrer und Gutmenschen aus den sozialen Medien können mich kreuzweise und wenn die Zeugen Jehovas unten bei mir an der Haustür schellen mach ich gar nicht erst auf.
    Ich bin so ein bisschen wie der Alm-Öhi aus Heidi..
    Trotzdem habe ich Endzeit-Visionen:
    – unsere neue Regierung wird noch mehr hier alles verkacken, was es auch nur im entferntesten zu verkacken gibt
    – die Corona-Verweigerer, Schwurbler und sonstige Spinner werden eine eigene Partei gründen – die CSDAP (Abkürzung für: Corona Schwurbler Deppen AfD-Symphatisanten Partei) und bei der nächsten Wahl über 50% der Stimmen holen
    – Bundeskanzler, Bundespräsident und oberster Heerführer wird in Personunion der hochangesehene Anwalt Reiner Füllmich.
    – Donald Trump wird wieder zum Präsidenten gewählt, lässt sich zum Herrscher der Welt krönen und adoptiert Kim Jong-un als seinen leiblichen Sohn.
    Du glaubst die Geschichte ist erlogen? Na, warten wir’s ab.. :-)
    Bleib gesund, guten Rutsch und wir lesen uns..

    CU
    P.

    1. OK, das hast du jetzt davon. Ich nenne dich jetzt „Nerd-Öhi aus Dortmund“.

      Wenn wir ehrlich sind, ist die Gesundheit doch eh das wichtigste. Und es wird immer Leute geben, die du von irgendwas einfach nicht überzeugen kannst. Die musst du dann labern lassen. Was anderes wirst du nicht schaffen.

      Nachrichten konsumiere ich schon noch. Aber in Maßen. Aus den sozialen Netzwerken halte ich mich größtenteils raus. Und es funktioniert soweit ganz gut. Man erkennt sogar, wie wurscht man für andere ist.

      Hoffen wir am Ende mal, dass kaum etwas von deiner Endzeit-Vision wahr wird.

      Bleib gesund und gut drauf. Wir lesen uns!

  2. Whow, das nenne ich mal einen umfangreichen Jahresrückblick: alle Achtung. Aber, und so viel Ehrlichkeit muss sein: ich habe ihn nicht komplett gelesen. Ich habe das Impressum „gescannt“ und dann direkt auf die Wünsche für 2022 geklickt. Warum? Das hab ich in meinem heutigen Beitrag erklärt.

    Ich wünsche Dir, dass alle Wünsche in Erfüllung gehen. Wir lesen, hören, sehen uns!

    LG aus HB, Eddy

    1. Jeder hat so seine eigene Idee, bei einem abgelaufenen Jahr einen Abschluss zu finden. Dass du das bei dir nicht gemacht hast, ist doch klar und überhaupt nicht zu kritisieren. Also alles gut. Und jetzt: Augen nach vorn, Matrose!

  3. Zunähst einmal: frohes neues Jahr, lieber Henning! Ich wünsche Dir, dass sich all Deine Wünsche erfüllen, und dass dieses Jahr für Dich nicht so schwer wird, wie das letzte. Bleiben wir also optimistisch und richten unseren Blick nach vorn.

    Bis bald, wir lesen uns,
    Eddy

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