Bloggen gegen das Hamsterrad: Lass dich treiben

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Bloggen gegen das Hamsterrad: Wie klingt das denn? Bin ich jetzt etwa Uli Steins Pinguin, der das “Dagegen”-Schild durch die Gegend trägt? Nein, irgendwie nicht. Aber ich habe etwas erlebt, was ich mal eben aufschreiben muss. Ja, ich habe immer mal vom Slow Blogging erzählt. Aber ich habe nie etwas selbst erlebt. Und das hatte sich jetzt geändert. Und deshalb muss ich mal etwas dazu erzählen.

Ja, Bloggen geht immer

“Hach, ich habe gerade Lust, etwas zu bloggen”, denke ich mir immer. Allerdings nicht wie die meisten Blogger, dass ich mir das dann und wann mal denke, sondern eigentlich so gut wie täglich. Ich werde immer für meine hohe Schlagzahl – naja – fast bewundert. Aber ist das so bewundernswert? Ich sehe mich ja nie so in der Position.

Oft genug sage ich mir: “Bloggen geht immer”. Wenn ich irgendwas zu sagen habe, schreibe ich das in meinen Blog. Dieser Tage ist der 10 Jahre alt geworden. Auch hierzu habe ich lesen können, dass man meine Aktivitäten hier im Blog als ziemlich hoch ansieht. Mir war das nicht bewusst, da das für mich eigentlich immer normal war, Artikel in meinen Blog zu gießen.

Und dann denkt man sich dennoch in einer ruhigen Minute: Ist das wirklich so? Schreibe ich zu viel? Irgendwo hier im Blog habe ich mir das schon mal gedacht. Zumal, wenn ich andere Blogger so sehe. Da passiert manchmal wochenlang oder gar monatelang nichts im Blog. Woran das liegt, weiß ich nicht. Ich hatte es nur nicht verstanden.

Aber wenn wir mal alle diese Aspekte zusammen nehmen, dann schreibe ich dann doch viel zu viel. Naja, oder anders gesagt: Es wäre kein Beinbruch, wenn ich seltener als (fast) täglich etwas veröffentlichen würde. Klar, es ist mein Stil. Und irgendwie habe ich immer etwas mitzuteilen. Aber ich denke, ich werde etwas weniger schreiben.

Bisschen weniger, aber keine Blogpausen?

Ich habe zwischen Karfreitag und Ostermontag nichts im Blog gemacht. Ja, für meine Verhältnisse ist das fast wie ein Kurzurlaub, wie eine Blogpause, wie eine schwere Krankheit. Aber ich habe die Zeit anderweitig genutzt. Denn mal ehrlich: Ich bin auch nur ein Mensch. Viele ahnen ja gar nicht, dass das Bloggern einen ganzen Haufen Arbeit mit sich bringt, den der Leser nicht sieht.

Und auch so: Auch ich muss mich mit manchen Themen mehr auseinandersetzen. Und ich will auch Luft holen, habe andere Dinge zu tun. Das Privatleben ist nun einmal wichtig, das gibt einem niemand wieder, wenn es mal weg ist. All das ist mir enorm wichtig. Und vor allem: Nur, wenn man entspannt ist, ist man auch in der Lage, gute Artikel zu schreiben.

Irgendwie merke ich, dass ich in einer Art Hamsterrad gefangen bin. Ich hocke manchmal ewige Zeiten vor meinen Quellen (wie Google News, Trusted Blogs, Feed Reader etc.) und suche mir irgendwas zum Bloggen. Ja, genau: “Irgendwas”. Aus diesem Hamsterrad muss ich raus. Ich will im Himmels Willen nur noch dann etwas erzählen, wenn ich wirklich etwas zu erzählen habe. Ist das denn so schwer?

Raus aus dem Trott!

Ich weiß gar nicht mehr, womit das angefangen hatte. Irgendwie schiebe ich immer wieder als Grund vor, dass ich mich damals habe treiben lassen von so einigen Technik-Bloggern, die gerade rund um Messen und Geräte-Vorstellungen jeden Furz von Herstellern mit irgendeinem nichtssagenden Artikel gewürdigt haben. Zu der Zeit muss es entstanden sein, dass ich 3, 4 Artikel täglich schrieb.

Irgendwann hatte ich beschlossen, dass ich weniger schreibe. So ist es gekommen, dass ich “nur noch” einen Artikel täglich schreibe. Aber bei all der Recherche, der Formulierung und all dem ist selbst das immer wieder zu viel. Und deshalb muss ich aus dem Trott raus. Verliere ich dadurch an Zugriffen? Möglich, aber nicht gewiss.

Denn es ist in den letzten Wochen quasi egal, ob ich was schreibe oder nicht, ich habe immer eine relativ stabile Zugriffszahl. Ich glaube, man macht sich oft genug abhängig von solchen Dingen wie den Facebook-Algorithmus. Aber nachdem ich mich weitgehend von Facebook zurückgezogen habe, stelle ich dazu auch keinen Zusammenbruch der Zugriffe fest.

Also kann man sich auch einfach auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. 4 von 5 Aufrufen kommen bei mir von Suchmaschinen, nur ein verschwindend geringer Anteil hat etwas mit sozialen Netzwerken zu tun. Und ich glaube, wenn man sich davon löst, den Datenkraken etwas zum Kauen hinzuwerfen, dann lebt man deutlich ruhiger. Der Meinung sind auch andere.

Wie nun weiter?

Nein, ich mache keine Pause, um zu mir zu kommen. Ich stampfe auch den Blog nicht ein. Aber ich werde wirklich nur bloggen, wenn es etwas zu erzählen gibt, was mich beschäftigt und wozu ich wirklich etwas zu sagen habe. Ich bewundere einige Blogger für ihre Artikel. Die lassen sich Zeit mit ihrem Kram. Das will ich irgendwie auch. Das heißt nicht, dass ich irgendwas in Frage stelle.

Es ist nur so, dass es niemals schlimm sein darf, mal nicht zu bloggen. Und ich hatte mir lange Zeit eingeredet, dass genau das der Fall ist. Ja, ich hatte oftmals angekündigt, weniger bloggen zu wollen. Aber wenn man erlebt hat, dass Wochenende auch einfach mal Wochenende bedeutet und das Alles selbstverständlich ist, dann holt man Luft und äußert sich nur noch, wenn es wirklich eine Aussage gibt.

Das so genannte Slow Blogging ist so alt wie das Bloggen an sich. Es gibt wertvolle Tipps, die man beherzigen sollte. Und wenn ich schon immer wieder erzähle, dass ich mich nicht an allem beteiligen muss, dann kann mir ich auch in Ruhe diese Tipps zu Herzen nehmen und etwas daraus machen. Themen gibt es viele, aber eben nicht so häufig wie bisher.

Ein Kommentar

  1. Ich denke, dass es hier zu wenige Blogeinträge gibt. Ich würde mir nicht so viele Gedanken darüber machen.

    Ich schreibe in meinem Blog auch recht viel, aber manchmal hat man einfach keine Ideen und auch keine Zeit. Ich arbeite im Schichtdienst und da hat man nicht jeden Tag etwas zu schreiben.
    Gerade am Wochenende, wenn ich viel unterwegs bin, dann schreibe ich umso gerne. Ich habe keine Ahnung, ob die Berichte interessant sind. Manchmal kommt etwas an Kommentaren, aber manchmal auch nichts. Aber mich interessiert das nicht. Ich schreibe, was ich denke und das ist gut so. Ich schreibe auch mal sehr lange Berichte, wie heute Morgen, aber kurze eigentlich nie.

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