Blog - (C) Geralt Altmann via Pixabay.de

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Fließband-Blogger: Wie macht ihr das denn so?

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Kennt ihr Fließband-Blogger? Menschen, die ihre Blogs im Akkord befüllen und so. Ich hatte ja auch so meine Zeit mit vielen Blogartikeln. Aber nicht auf die Art. Ich folge da manchem Fließband-Blogger in den sozialen Netzwerken und bekomme so mit, wie hoch deren Schlagzahl ist. Ganz ehrlich: Das wollte ich nie machen. Und nachdem ich mich irgendwann mal eingebremst hatte, hatte ich erstmal bemerkt, wie viel Kraft das gekostet hat. Also: Wie machen die das?

Was meine ich mit dem Begriff der Fließband-Blogger?

Es gab in meinem Leben eine längere Zeit, in der ich am Fließband gestanden habe und Müll sortiert habe. Das ist kein Witz. Es musste ja irgendwie mit der Arbeit weitergehen. Zu der Zeit hatte ich kurzzeitig eine Freundin auf der Rentenstelle, die mich ernsthaft gefragt hatte, ob es mich stören würde, dass sie gebildeter sei als ich. Nein, tat es nicht, denn die Verbindung war danach bald zu Ende.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Am Fließband arbeitet man im Akkord. Das Band läuft in einer monotonen, vorgegebenen Geschwindigkeit. Und der Mitarbeiter muss quasi in einem bestimmten Takt seine Handgriffe machen. Wenn ich nun die Fließband-Blogger ins Spiel bringe, müssen wir das ja auch darauf zurück führen, oder? Es ist ja ganz einfach.

Als Mitarbeiter am Fließband macht man einen Handgriff. Meinetwegen ein Teil auf das Band legen. Es ist keine Zeit dafür, um dabei das Teil zu beschriften oder sonstwas zu veranstalten. Und die Fließband-Blogger? Haben die etwa alle nur ganz einfache Artikel? Wie sieht das denn damit aus? Stichprobenweise haben ich mir den einen oder anderen dieser Blogs angesehen. Und mir fiel etwas auf.

Es muss schnell gehen

Was ich bei vielen dieser Blogs der Fließband-Blogger gesehen habe, ist: Sie kloppen als ein-Personen-Blog 10, 20 Artikel am Tag raus. Wie geht denn das? Also wenn ich Blogartikel verfasse, kosten die mehrere Stunden Recherche. Oftmals liegen zig Entwürfe in meiner Notizen-App herum und werden nach und nach fertig geschrieben. Wie machen das denn die Fließband-Blogger?

Und dann habe ich es gesehen: Meine Artikel sind mitunter 1000 Worte lang, oftmals sowas um die 600, 700 Worte. Fließband-Blogger machen das anders. Das sind alles so Kurzmitteilungen. Geschätzte 100 Worte lang. Die kann man natürlich in hoher Zahl am Tag raus ballern. Aber wie nachhaltig ist das denn? Meine Artikel werden noch Jahre nach Veröffentlichung gut aufgerufen. Ist das bei ihnen aber auch so?

Immer wieder behaupten irgendwelche Menschen, dass Google scharf auf längere statt kürzeren Texten ist. Und dann kommen die Fließband-Blogger, zeigen den SEO-Experten den Stinkefinger und jubeln ihren Lesern – wenn es hoch kommt – 100-Worte-Artikel unter. Wie passt das zusammen? Denen scheint vermutlich völlig egal zu sein, wie sie in den Suchmaschinen gefunden werden.

Ist das erfüllend?

Nochmal zurück zu meinem Fließband-Job in der Müllsortierung. Das war sowas von monoton. Das Gehirn konnte ich am Werkstor abgeben, ich hätte es eh nicht gebraucht. Und das zieht sich mein ganzes Leben schon durch: Ich will gefordert werden. Und ich will mich selbst fordern. Ich glaube, ich bin selbst mein größter Kritiker. Nie bin ich mit irgendwas zufrieden.

Ich stelle mir die Frage, ob das Bloggen als Fließband-Blogger erfüllend sein kann. Meine Rede ist immer, dass ein Artikel erst dann fertig ist, wenn alles gesagt ist. Können sich diese Blogger mit den kurzen, aber enorm vielen Artikeln wirklich so kurz fassen, dass sie mit ihren paar Wörtern alles gesagt haben? Das geht doch dann nur bei News, oder? Wie denn sonst?

Über ein Thema im Artikel laut nachzudenken, Gedanken wälzen, tiefer in eine Geschichte eintauchen: Das geht damit nicht. Mir wäre das nichts. Ich weiß noch, als ich um die 4 Artikel am Tag geknüppelt hatte: Irgendwann ist man leer. Aber echte Fließband-Blogger machen sowas schon jahrelang. Wie geht denn das? Dann lieber solche Wälzer, wie ich schreibe. Damit fühle ich mich halt wohl.

Fazit

Fließband-Blogger muss es wohl immer geben, so lang es Blogs gibt. Gerade im Techblogger-Bereich ist das sehr weit verbreitet. Deshalb wollte ich das Alles ja auch nicht mehr. Sie mögen allesamt ihre Daseinsberechtigung haben. Aber mir ist auch am Ende des Artikels nicht klar, wie die das eigentlich machen. Ich weiß, dass die nicht alle selbständig sind. Woher nehmen die die Zeit? Ich bin da komplett ratlos.

Dann führe ich doch lieber meinen Blog so, wie ihr das kennt. Maximal ein Artikel am Tag. Es ist auch nicht schlimm, wenn mal nichts kommt. Ein Fließband-Blogger würde so einen Transport-Stau auf dem Fließband fabrizieren. Und das kann ja niemand wollen, oder?

Fließband-Blogger: Wie macht ihr das denn so? - (C) Geralt Altmann via Pixabay.de
Fließband-Blogger: Wie macht ihr das denn so? – (C) Geralt Altmann via Pixabay.de

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